Die Netzschau unterstützt den Appell gegen die Kriminalisierung von Wikileaks

Liebe Leserinnen und Leser!

Als Herausgeber der Netzschau (DNZS) unterstütze ich ausdrücklich den „Appell gegen die Angriffe auf Wikileaks“ , den die Frankfurter Rundschau, der Freitag, die Tageszeitung und andere Medien zeitgleich veröffentlicht haben.

Es gibt gute Gründe Wikieaks zu kritisieren. Journalisten wie z.B Ulrich Reitz (Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung), die die Veröffentlichungen von WikiLeaks allerdings als „üblen Verrat“ sieht,  ist ärgerlich und peinlich. Er stellt damit sich und seine Zeitung ins journalistische Abseits.
Harald Schumann vom Berliner Tagesspiegel machte es dagegen deutlich:  „Assange verweigert die Transparenz, die er fordert“ Aber so Schumann weiter:  „Die Welt braucht Wikileaks.

Ich ergänze: Die Welt braucht Plattformen wie Wikileaks.
Plattformen wie WikiLeaks und deren Alternativen sind die  Instrumente, die wir als Bürgerinnen und Bürger brauchen, um die Regierungen und deren Netzwerke dieser Welt zu kontrollieren. Wir brauchen sie, um die gewählten und nichtgewählten Administrationen dieser Welt auf die Finger zu schauen.
So z.B muss eine Institution, wie der Staat transparent sein, damit wir ihn überhaupt kontrollieren können. Denn der Staat ist in einer Demokratie der Auftragnehmer seiner Staatsbürgerinnen und Bürger.
Akteure auf den internationalen Finanzmärkten, die maßgeblichen Einfluss auf Politik und Gesellschaft haben, müssen es ertragen, dass wir auch von Ihnen Transparenz einfordern. Dokumente, die das Treiben von Bankern z.b in der Finanzkrise, dokumentieren, sind daher dringend geboten.

Gegen totale Transparenz und Überwachung
Die Daten der Staatsbürgerinnen und Bürger allerdings, bedürfen einen besonderen Schutz.
Eine totale Transparenz auf allen Ebenen unseres Zusammenlebens , wie ihn vielleicht einige „Cyberanarchos“ wünschen, lehne ich ausdrücklich ab. Es ist durchaus legitim, wenn wir mündigen Bürger/Innen zwischen Informationsfreiheit und Informationssicherheit abwägen.
Aber: Die Veröffentlichung geheimer Dokumente, sowie der Schutz von Informant/innen gehört  zu den vornehmsten Aufgaben von Journalistinnen und Journalisten.

Wikileaks hält den Medien den Spiegel vor!
Dass wir solche Plattformen ála WikiLeaks brauchen, verbinde ich auch mit Medienkritik. Es wird ihnen der Spiegel vorgehalten. Mit den jüngsten  Veröffentlichungen  wird sichtbar, dass die Mehrheit der Medien nicht mehr richtig recherchiert.
Die Sichtweise von Albrecht Müller ist daher nachvollziehbar:
„Denn hier werden Informationen über Regierungen, Informationen über die Tätigkeit von Diplomaten und Geheimdienste offen gelegt, die offen zu legen eigentlich die Aufgabe der Medien wäre.  Da die meisten Medienschaffenden Kritik nicht ertragen können, reagieren sie gereizt auf einen solchen Vorgang.(Albrecht Müller) Umso besser, dass die Medien mit Anstand einen angemessen Appell gegen WikiLeaks verfasst haben! Sie haben erkannt, dass mit solchen Veröffentlichungen, Recherchematerial für alle zur Verfügung steht, ohne ausdrücklich auf das Verwertungsmonopol solcher Veröffentlichungen zu bestehen!

Die Kampagnen gegen Wikileaks führen zu weit. Sie sind undemokratisch, unfair, unangemessen und ein ungeheuerlicher Angriff gegen die Informations-und Meinungsfreiheit.

Dieses, sowie die Hackerangriffe gegen das Portal WikiLeaks, die Sperrungen von Kreditkarten sowie Morddrohungen gegen Wikileaks-Aktivisten fordert auch mich heraus, klare Position zu beziehen.

„Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen / Artikel 19: „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“

(…)Der Journalismus hat nicht nur das Recht, sondern die Aufgabe, den Staat zu kontrollieren und über die Mechanismen des Regierungshandelns aufzuklären. Er stellt Öffentlichkeit her. Ohne Öffentlichkeit gibt es keine Demokratie. Der Staat ist kein Selbstzweck und muss eine Konfrontation mit den eigenen Geheimnissen aushalten. Wir, die Initiatoren und Unterzeichner, fordern, die Verfolgung von Wikileaks, die dem Völkerrecht zuwiderläuft, zu stoppen(…)

Der Appell der Initiatoren!
Die Tageszeitung(TAZ)
Frankfurter Rundschau
Der Tagesspiegel

Perlentaucher
*

Netzpolitik
*

der Freitag

u.a

Diese Medien und heute auch ich, fordern ihre Leser zum Handeln auf.

Deshalb, liebe Leserinnen und Leser der Netzschau,
klicken Sie/klickt hier dazu auf diesen Link !
Er führt zu
der „Plattform für Veränderung“ der taz. Dort  können Sie/könnt Ihr unterschreiben, um den Appell und Wikileaks zu unterstützen.


Herzlichste Grüße
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Marty Ludischbo (Herausgeber, DNZS-Die Netzschau) 

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Weitere Kampagnen
: Campact-Presse-Freiheit

Link zum Thema auf Golem.de

Positionspapier Solidarische Moderne (ISM)

Telefonkonferenz zu Wikileaks

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