Laumann stützt OB Sauerland und droht der IG Metall mit Austritt. Damit legitimiert er Sauerlands politisches Fehlverhalten.

So werden Tatsachen verdreht. In einem offenen Brief verlangte die IG Metall, dass Oberbürgermeister Adolf Sauerland dem städtischen Empfang zum 1.Mai fernbleibt. CDA Vorsitzender Karl-Josef Laumann schrieb auch einen offen Brief und droht da nun aus der IG Metall austreten. Er unterstellt der IG-Metall Duisburg indirekt einen Nazi-Vergleich formuliert zu haben.  Diese hohle Kampagne mit Hilfe konservativer Lokalmedien  ist eine unglaubliche Entgleisung des NRW Oppositionsführer. Denn durch dieses Ablenkungsmanöver legitimiert der CDU-Mann einen politischen Fakt: Nämlich, dass gravierende politische Fehlentscheidungen nicht mehr politisch verantwortet werden müssen.

Der IG Metall-Vorsitzende von Duisburg-Dinslaken Jürgen Dzudzek forderte Duisburgs OB-Sauerland auf, die Stadt nicht beim Arbeitnehmerempfang zu repräsentieren, zu dem die Stadt traditionell im Vorfeld des 1. Mai einlädt. In einem offenen Brief verlangt die IG Metall, dass Oberbürgermeister Adolf Sauerland dem städtischen Empfang fernbleibt.„Ein solcher Empfang kann unsererseits nicht durch Sie erfolgen. Unser Vertrauen in Ihre Glaubwürdigkeit und in Ihr Verantwortungsbewusstsein besteht nicht mehr„, heißt es in dem Schreiben (1)
Adolf Sauerland verweigerte sich, die politische Verantwortung für die Loveparde-Katastrophe zu übernehmen, obwohl er als oberster Amtsleiter die Veranstaltung (Trauer und Wut) gegen jegliche Bedenken ausdrücklich wünschte.

Regelmäßige Pfiffe„, so Dzudzek weiter, habe es gegen den OB schon früher gegeben, nach Sauerlands Verhalten nach der Loveparade-Katastrophe könne ihn die IG Metall aber nicht mehr als „ersten Repräsentanten“ der Stadt anerkennen. (1)

Duisburger Bürger/innen sehen das Ansehen ihrer Stadt weiterhin beschädigt

Das kann man ja sehen wie man will. Natürlich ist er, Adolf Sauerland,  der gewählte Vertrerter der Stadt Duisburg. Aber die Rückendeckung der Duisburger Bürgerinnen und Bürger, die das Ansehen ihrer Stadt beschädigt sehen, hat er wohl kaum noch.
Das jetzt Herr Laumann hier eine Kampagne startete, um dieses legitime Anliegen der IG Metall zu skandalisieren, ist unerträglich. Das konservativ-christliche Blatt RP-Online verbreitete diesen Unsinn dann auch mit als Erste im Netz.(2)

Der CDA Vorsitzende Laumann unterstellt den IGM-Vorsitzenden Nazi-Vergleich

Laumann will hier den Eindruck erwecken, dass die IG Metall Duisburg und dessen Vorsitzender einen Nazi-Vergleich aufgestellt hätte. Das hat sie aber nicht. Jürgen Dzudzek sagte lediglich: „Nicht zuletzt nach der Verfolgung von Gewerkschaftern in der Nazi-Zeit sei der Empfang für die IG Metall ein „herausragendes Ereignis“ (1)
Damit wollen die Arbeitnehmervertreter zum Ausdruck bringen, wie wichtig ihnen die Veranstaltung ist. Man kann da ja anderer Meinung sein. Weder wird Adolf-Sauerland mit Nazis , noch wird der Vorgang als solche mit der Nazivergangenheit in Verbindung gebracht.

Laumann unterschätzt die politische Meinung seiner eigenen Anhängerschaft

Offensichtlich will der CDU Politiker Karl-Josef-Laumann mit seiner Austrittsandrohung die IG Metall unter Druck setzen und Angst machen, dass nach ihm viele andere CDU-nahe Gewerkschafter die IG Metall verlassen könnten. Da könnte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft aber auch ganz schön daneben liegen. Denn die Vergewaltigung der Verantwortungskultur durch Duisburgs OB Adolf Sauerland kritisieren auch ganz viele christliche Gewerkschafter. Hier sein Gewicht als CDA-Vorsitzenden einzusetzen, um letztendlich Sauerlands Handeln und Fehlverhalten in Sache Loveparade-Katastrophe zu legitimieren, ist nicht nur eine ungeheuerliche Frechheit, sondern es könnte sich ebenso als eine für ihn verhängnisvolle politische Fehleinschätzung herausstellen.
Er sollte seine Position nicht überschätzen, denn eben auch viele CDU-Gewerkschafter im DGB sind immer noch stinksauer, dass Herr Laumann im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens um Röslers-Gesundheitsreform (Die steigenden Gesundheitskosten werden nun auf alle Arbeitnehmer/Innen abgewälzt) hier nicht sein  Gewicht als Arbeitnehmervertreter eingesetzt hatte. Deswegen würden viele organisierte Arbeitnehmer/Innen einen Laumann-Austritt wohl kaum als Verlust empfinden.

Vielleicht will Laumann auch von anderen Skandalen in der CDU-Duisburg ablenken. Lange Zeit wurden Mitglieder zwischen den Ortsverbänden verschoben, um Wahlen zu beeinflussen. Das CDU-Bundesschiedsgericht verurteilte diese Praxis, „Wahlnomaden“ zu verschicken. Das berichtet heute der westen.de (3)

DGB muss Stellung beziehen
Auch viele andere DGB-Gewerkschaften, u.a. verdi, haben bereits laut darüber nachgedacht, dem Empfang fernzubleiben. (4)
Der DGB als Dachorganisation sollte nun einschreiten und von Herrn Laumann, für seine Entgleisung, eine würdige Entschuldigung verlangen.
Es kann nicht sein, dass ein irgendein fadenscheiniger Grund gesucht wird, um Organisationen zu diskreditieren, die politisches Fehlverhalten aus der Zivilgesellschaft heraus sanktionieren wollen. Auch das gehört zur Demokratie.

Quelle 1-4:

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/IG-Metall-in-Duisburg-will-Arbeitnehmer-Empfang-ohne-Adolf-Sauerland-id4541302.html

http://www.rp-online.de/niederrheinnord/duisburg/nachrichten/Nazi-Vergleich-Lauman-droht-mit-Ruecktritt_aid_987785.html

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Intrigen-in-der-Duisburger-CDU-id4545336.html

WAZ -15.04.2011 (Mittelteil Rhein,Ruhr)

2 Kommentare zu “Laumann stützt OB Sauerland und droht der IG Metall mit Austritt. Damit legitimiert er Sauerlands politisches Fehlverhalten.

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