Openleaks – Ab ins Netz und ohne "offenem Visier"

Openleaks startete die Testphase. Anders als bei wikileaks werden keine Dokumente direkt veröffentlicht, sondern für Whistle­blower sichere Leitungen zu Verfügung stellen, damit Informationen anonym weitergeben können. Das Leak -Projekt, das unter anderem mit der TAZ und dem Freitag kooperiert,startet zu einem Zeitpunkt wo der Innenminister die widerlichen Rechtsanschläge in Norwegen missbraucht und dem „bösen Internet“ das anonyme austreiben will.

Jakob Augstein: Herausgeber- Der Freitag;

„Das System kann Knotenpunkte der Freiheit schaffen, an denen sich eine neue Gegenöffentlichkeit festmachen kann. Openleaks ist die Hoffnung darauf, dass im Netz Räume bestehen bleiben, in denen es nicht um Macht, Sicherheit und Gewinn geht sondern um Demokratie.“

Quelle: Freitag.de

 

Reiner Metzger, stellvertretender Chefredakteur der taz:

„Der Journalismus ist angewiesen auf mehr oder weniger anonyme Tippgeber. Das Abzweigen von Dokumenten wird aber durch immer neue Überwachungstechniken in Unternehmen oder Behörden zunehmend erschwert. Mit Openleaks haben wir nun eine Möglichkeit, dem etwas entgegen zu setzen.“

Den Zugang zu Openleaks auf taz.de wird freigeschaltet unter
https://leaks.taz.de

Quelle taz.de

Dem Innenminister Friedrichs wird das gar nicht gefallen. Der rechts-konservative Hardliner versuchte letzte Woche, zwei Wochen nach den widerlichen Anschlägen in Norwegen, in einem Interview mit dem SPIEGEL Kapital aus dem Fall Breivik zu schlagen. Nicht die rechtspopulistische Hetze als solche, sondern das Internet trage die Verantwortung für die „Radikalisierung des Einzeltäters“, so die Quintessenz des Interviews.

Netzschauen Sie hier auch den Beitrag von jens Berger auf den NachDenkSeiten
:
Jens Berger: „Es lebe die Anonymität“


Fazit zum Start von Openleaks:
Ich habe als Herausgeber der Netzschau letztes Jahr den Appell gegen die Kriminalisierung von Wikilaeks mit unterstützt.
Natürlich gab und gibt es Kritik an dem Projekt wikileaks.Harald Schumann vom Berliner Tagesspiegel machte deshalb zu Recht deutlich: „Assange verweigert die Transparenz, die er fordert“

Openleaks soll transparenter werden. Das verspricht der Gründer Daniel Domscheit-Berg in einem TAZ-Interview. Ob das Projekt hält, was es verspricht werden wir beobachten. Jetzt erst mal ab ins Netz.

Fazit zum Innenminister und seinen „Offenem Visier“
Anonymität ist ein demokratische Garant für abhängig lebenden Menschen. Offenheit muss ein Mensch sich leisten können. Arbeitnehmer/Innen, die  nur den einen Job haben, können es objektiv es sich eben nicht leisten mit „offenem Visier“ ihre Meinung kund zu tun. Und was ist mit Arbeitnehmern, die mit Zivilcourage Missbrauch in ihren Firmen aufdecken wollen?
Natürlich kann unter dem Schutz der Anonymität missbrauch betrieben werden. Ohne Zweifel. Das gilt aber eben nicht nur für das Internet. Ein Randalierer im Fußballstadion z.B handelt auch, anonym, aus dem Schutz der Menge heraus. Aber müssen deshalb nun alle Fußballfans Namensschilder tragen oder sich vorher vom Polizeipräsidenten chipen lassen ?

Fakt ist. Wer die Anonymität verbieten will (Was auch im Netz gar nicht geht ohne aufwendige Netzsperren) will prinzipiell die demokratische Mitgestaltungskultur der kleinen Frauen und Männer. beseitigen und in Wahrheit filtern, zensieren und überwachen. Alles andere sind scheinheilige Vorwände.

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Was ist Openleaks?

Links:
Taz.de: Openleaks stratet mit TAZ -Beteiligung
Openleaks-Wikipedia
Homepage Openleaks

Blog2Blog

Netzpolitik org. Ein weiterer Rückschlag für Whistleblower

 

2 Kommentare zu “Openleaks – Ab ins Netz und ohne "offenem Visier"

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