Eurobonds- Jetzt wird es aber auch Zeit

Der Kreis schließt sich. Die Euro-Staaten diskutieren jetzt ernsthaft über die Einführung gemeinsamer europäischer Staatsanleihen, sog. Eurobonds. Ein richtiger Schritt. Hoffentlich nicht zu spät.

Gefordert hatten dieses bereits im Mai nicht-Arbeitgebernahe Wirtschaftsinstitute.
Netzschauen Sie bitte hier.

Gemeinsame Währung, aber jedes Euroland hat eigenen Staatsanleihen? Klingt irgendwie unlogisch. Ist es auch.

Krise: Wirtschaftliche Ungleichgewichte im Euroraum
In unserem gemeinsamen Euro- Währungsraum haben wir große wirtschaftliche Ungleichgewichte. Länder wie Deutschland und die Niederlande haben gegenüber den anderen Euroländern enorme Leistungsbilanzüberschüsse. D.H diese Volkswirtschaften verkaufen mehr (und zwar wesentlich mehr) , als sie selber verbrauchen. Mathematisch logisch ist dann, dass die anderen Länder Defizite aufweisen. D.H sie verbrauchen mehr, als sie selber produzieren.

Bezahlen tun diese Volkswirtschaften (Defizitländer) diese Waren und Dienstleistungen per Saldo mit geliehenen Geld (der Geldbesitzer) aus den Überschussländern (also z.B Deutschland und den Niederlanden)
Durch unbezahlbare Zinsen ist Griechenland und Portugal heute nicht mehr in der Lage dieses zu bezahlen. Die Nachfrage ist eingebrochen. Noch profitieren die Exportunternehmen aus Deutschland  von den Konjunkturpakete z.,B aus China. Der europäische Markt wird wegen dieses von monetären Glaubensbrüdern herbeigeführten sog. Staatsschuldenkrise auch für deutsche Exporte zusammenbrechen.
Logisch, denn wenn Bürger und Staat zum Sparen gezwungen werden, können sie nichts mehr kaufen. Aber vielleicht finden wir ja noch Abnehmer irgendwo im Weltall.

Allerdings müssen Länder wie Griechenland und Portugal ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. D.H sie müssen mehr produzieren. Allerdings nicht über Lohnkürzungen. Vielmehr dürfen die Lohnkosten weniger steigen, als z.B in Deutschland.

Was haben Eurobonds damit zu tun?
Sehr viel, denn dadurch können die betroffenen Staaten sich einfacher  refinanzieren, weil sie wieder Geld zu bezahlbaren Zinsen bekommen könnten. Natürlich wird das den deutschen Steuerzahler Geld kosten. Eurobonds werden wahrscheinlich höher verzinst werden, als heute deutsche Staatsanleihen (derzeit unter 2,5 %) Aber Geld werden   alle Maßnahmen  kosten. Die Frage ist nur wie viel?  In Deutschland muss und kann das verteilungspolitisch ohne große Aufregung finanziert werden. Schließlich hat keine andere nationale Exportwirtschaft so vom Euro profitiert, wie die deutschen Unternehmen.

Großer Vorteil der gemeinsamen Anleihen: Der Markt kann langfristig nicht mehr genau die Unterschiede zwischen den einzelnen Volkswirtschaften erkennen und bewerten. Der Markt wird und muss  dann den gesamten Euroraum bewerten. Also den Mittelwert zwischen wirtschaftlich starken und weniger starken Volkswirtschaften.

Hätten die monetäre Angebotsgläubiger um Theo Waigel damals sofort darauf gedrängt, dass es bei der Geburt des Euros keine nationalen Staatsanleihen mehr gibt, wären die Zocker auf den Märkten quasi gar nicht in Versuchung gekommen, gegen schwache Eurostaaten zu wetten. Griechenland und Portugal würden dann heute nicht durch andere Akteure fremdbestimmt. (z.B durch den  IWF und die deutsche Bundesregierung)

Aber auch heute wären gemeinsame Anleihen sinnvoll ohne Gewähr
Finanzmarktspieler könnten nicht mehr gegen einzelne Länder spekulieren (also wetten) . Und Eurobonds werden sie wohl kaum verteufeln. Anleihen aus Japan,USA oder des britische Empire sind ja keineswegs sicherer.

Trotzdem kann auch nicht genau gesagt werden, ob Eurobonds kurzfristig bis mittelfristig Erfolg bringen wird. Im Chaos verliert oft auch die Vernunft. Wer weiß schon wo die Herde auf den Finanzmärkten durch Medien hingetrieben wird?

Bundesregierung darf sich nicht weiter dagegen stellen.
Trotzdem. Die Bundesregierung darf sich nicht länger gegen Eurobonds stellen.
Es ist sinnvoll und richtig. Geneinsame Währung=gemeinsame Staatsanleihen. Oder gab es zu DM Zeiten Staatsanleihen für das Saarland?
Die Kanzlerin muss die Chance ergreifen etwas sinnvolles für Europa zu tun. Eurobonds, Rahmenbedingungen schaffen für den Abbau der wirtschaftlichen Ungleichgewichte und Staatsschuldenabbau durch höhere Kapitalsteuern und Vermögenssteuern.

Fazit: Eurobonds. Richtig, hoffentlich nicht zu spät.

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Themennetzschau:

Wirtschaftliche Ungleichgewicht in der EU (Linkempfehlungen im Netzschau-Linkblog)

Eurobonds (Linkempfehlungen im Netzschau-Linkblog)

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