Meinungsvielfalt in Blogs – Teil 2

von Marty Ludischo und Bertram Rabe
Meinungen, Kampagnen und Interaktion einer ganzheitlich betrachteten Medienlandschaft

Meinungspluralität in unseren Medien ist wichtig und Basis für demokratische Auseinandersetzungen. Aber muss in jedem Blog oder Internetangebot die gannze Breite an Vielfalt gegenwärtig sein? Und müssen wir nicht viel mehr Räume für sachliche Auseinandersetzungen schaffen, statt durch ständige Kampagnen und Gegenkampagnen solche Räume zu schließen? Entscheidend ist der freie Zugang zu Informationen und die gleichmäßige Gewichtung von Positionen und Gegenpositionen in der Summe aller Medienangebote in einer interaktiven demokratischen Medienlandschaft.

Die Frage, ob ungefilterte Meinungspluralität in einem Blog, Netzwerk oder Internetangebot zwingend notwendig ist oder eher schädlich sein können, stellt sich für uns von der Netzschau zunächst nur relativ sekundär.
Auch bei uns ist Meinungspluralität gefragt und wichtig. Aber auch begrenzt. Faschos, blinde Fanatiker, PI-Fanten und Eso-Zauberer werden auch hier keinen Entfaltungsraum erhalten. Wir müssen auch nicht objektiv sein. Wir sind schließlich ein Meinungsnetzwerk. Unsere Meinungen sind immer subjektiv, aber unabhängig. Und das gestehen wir sogar den Profit-Verlagen zu. Es gibt eben u.a. konservativ/liberale und progressive Medienhäuser. Abhängig beschäftigte Verlags-Journalisten werden oft auf (Meinungs-)Linie ihre Arbeitgeber gebracht (auch wenn das natürlich allgemein bestritten wird). Das ist für die aufgeklärten Leser/innen auch erst mal egal. Wichtig ist, dass eine Leserin, ein Leser weiß aus welcher und in welche Richtung der Medienschaffende sendet.

Meinungsschlachten durch Kampagnen befeuert
Meinungsschlachten werden durch Kampagnen und Gegenkampagnen befeuert. Das Problem ist , solche Kampagnen im Medienbereich zu erkennen und übrig gebliebene Räume für Sachlichkeit zu finden und nutzen zu können. Der Versuchung, auch an einer Gegenkampagne gegen den Mainstream oder wem auch immer teilzunehmen, waren auch wir hier schon erlegen. Allerdings muss uns Blogger/Innen das bewusst sein. Wir schließen dadurch Räume für sachliche Auseinandersetzungen. Der übrig gebliebene sachliche Austausch, verhallt in einer solchen aufgeheizten Stimmung recht schnell.
Wir sollten da auch mal in der Tat sehr selbstkritisch sein.

Viele sind jetzt wohl geschockt? Einschränkung der Meinungsvielfalt in der Netzschau?
Aber natürlich. Meinungsvielfalt und Meinungsunterschiede beleben. Ein sachlicher Dissens führt zu einem guten Ergebnis. Es kommt aber auf das kommunikative Zusammenspiel zwischen Produzenten und Konsumenten und auch zwischen mehreren Produzenten (z.B Blogs/Blogbetreiber/Innen untereinander) an .

Meinungsvielfalt in einer demokratisierten Medienlandschaft
Es kommt in erster Linie auf das interaktive Zusammenspiel zwischen Medienaktive und
Medienkonsumenten an. Alleine das schafft die Medienvielfalt.
Damit das visionär funktionieren kann, sind Mediennutzer natürlich auf sachgerechte und wahrheitsgemäße Informationen angewiesen. Das alleine wird aber nicht zwangsläufig zu zweifelnden und selbständig denkenden Menschen führen. Die Bereitschaft und auch Meinungen gegenüberzustellen und sich damit auseinanderzusetzen führt zur Medienkompetenz und zum kritischen Denken.

Es ist nicht so wichtig, ob ein einzelnes Blog Meinungsvielfalt zulässt oder nicht. Entscheidend ist der freie Zugang zu Informationen und die gleichmäßige Gewichtung von Positionen und Gegenpositionen. Und zwar in einer gesamtheitlichen Medienbetrachtung ( Summe von Öffentlicher Mainstream und Gegenöffentlichkeit).

Und trotzdem haben  Meinungsmacher die Macht, bestimmte politische und gesellschaftliche Positionen mit Unterstützung mächtiger Interessengruppen durch Kampagnen und ähnliches nach vorne zu gewichten und somit die Meinung  insgesamt zu manipulieren. Und das machen sie ja auch. Im Fernsehen, in der Zeitung, aber auch im Internet.

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In Teil 3 wollen wir  fragen:   Müssen wir uns Meinungsmache wirklich gefallen lassen oder anders gefragt, müssen wir uns manipulieren lassen?

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2 Kommentare zu “Meinungsvielfalt in Blogs – Teil 2

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