Meinungsvielfalt in Blogs – Teil 3

von Marty Ludischbo und Bertram Rabe
Medien: Müssen wir uns wirklich manipulieren lassen?

In den ersten beiden Teilen haben wir besprochen, dass wir die Meinungsvielfalt in einem Blog zunächst sekundär betrachten. Viel wichtiger ist eine ganzheitliche Medienbetrachtung. Natürlich wird Meinungsbildung immer auch von Kampagnen und Gegenkampagnen geprägt. Das kann einen unbemerkte manipulativen Charakter bekommen. Gerade dann wenn es einen nicht erkennbare Beeinflussung ist. Aber müssen wir uns das gefallen lassen? Was können wir selber tun?

Positionen und Gegenpositionen können im Internet ermittelt werden. Theoretisch!
Internet hilf!
Aber wo finde ich all diese Informationen, die da sind, aber in einer Wüste von Textzeichen nicht gefunden werden?

Schwierig, aber durch intelligenter Vernetzung und effizientes Suchen kann es mit einem gewissen Zeitaufwand klappen.

Also, wir müssen uns der Berieselung durch die Meinungsmacher im Fernsehen und den großen Verlagen nicht einseitig aussetzen. Anders als bei den vordigitalen Medien setzen wir,du und ich im Internet den Filter (Auswahl vom Nachrichten, die wir lesen möchten). Und das ist die eigentliche Revolution, in der wir auch noch selber senden und somit kostengünstig Gegenöffentlichkeit schaffen und konsumieren können.

Eine Gegenöffentlichkeit zum Fernsehen zu schaffen ist gleichwohl schwieriger. Einen Blog kann ich preisgünstig betreiben. Wir machen das bei blog.de und zahlen für die Pro-Mitgliedschaft einen angemessenen Beitrag. Der Zeitaufwand ist noch soeben verhältnismäßig. Bei einem Video sieht das schon anders aus. Ein Video, z.B für You-Tube zu erstellen, ist zwar auch erheblich billiger, als eine Fernsehproduktion, aber der Zeitaufwand ist enorm und bedarf Man-Power.

Als Einzelkämpfer kommen wir im Netz nicht weiter…. Gemeinschaftliches Handeln ist unerlässlich.

Eigenverantwortlich teilhaben
Unterm Strich ist die Medienlandschaft durch das Internet längst demokratisiert worden.
Die wahrgenommene Gegenöffentlichkeit ist ein Stück Ernte dieses Demokratisierungsprozesses. Wir müssen diese Teilhabe nur nutzen wollen. Und hier ist ein Stück Eigenverantwortung gefragt. Wir nennen diesen Begriff ja ungern, weil dieser manchmal richtige Begriff von den neoliberalen für Sozialabbau und Zerstörung unseres Rentensystems missbraucht wurde. Wir müssen aber auch bereit sein, uns vielfältig zu informieren.

Natürlich. Menschen, die den ganzen Tag zu tun haben, weil sie arbeiten, Kinder erziehen und Ehrenämter ausführen, müssen sich natürlich auf eine qualitative und vielfältige Leitmedienlandschaft verlassen können. Da wirkt der Einfluss der PR natürlich manipulativ. Und das ist gefährlich!

Gleichgeschaltete Medien?
Die düstere Darstellung von NachDenkSeiten Herausgeber A. Müller teilen wir nur bedingt.
Er spricht von „gleichgeschalteten Medien“ und meint sicher die sog. Leitmedien. Viele seiner Beispiele lassen sich aber in der Tat nur sehr schwer widerlegen. Und was die wirtschaftspolitische Richtung angeht, hat er wohl recht.
Was wir mit Müller absolut teilen, ist der Einfluss der PR. (Publik Realation=Öffentlichkeitsarbeit)

Und das darf man nicht unterschätzen.
Wir haben ein Beispiel heraugesucht, dass Müllers Ansicht widerlegt, aber auch bestätigt.
Wenn wir uns z.B die Debatte um die Atomkraft anschauen, können wir feststellen, dass die Medien nicht einseitig Pro Atomkraft berichtet haben. Trotzdem sind die ursprünglich geplanten Laufzeitverlängerungen mit professioneller PR-Kampange vorbereitet worden. Und die Kampagne hat sich wahrscheinlich trotzdem gelohnt, auch wenn viele Gegenkampagnen gegen Atomkraft nach Fukushima die Regierung veranlasst hatte, ihre Entscheidung wieder zurückzunehmen.

Netzschauen Sie hierzu den Artikel: Atomlobbyismus-Wie politische Entscheidungen vorbereitet wurden

Die Taz, die diesen „Skandal“ aufgedeckt haben, waren anschließlend auch sehr selbstkritisch. Denn auch die taz hatte sich auf PR-Kampagnen eingelassen.

So nach dem Motto.. Was mir in den Kram passt….

Trotzdem: Verstecken und immer nur auf die bösen Medien schimpfen ist zu einfach, wenn auch wieder fast normal. Aber lassen Sie uns doch auch mal, wie die Taz,  selbstkritisch sein.

Wie ist es z.B beim Filtern im Internet, dass wir gerade am Anfang dieses Beitrages noch so revolutionär gelobt haben?

Hier in Teil 4 führen wir diese Gedanken weiter

Zur ganzen Serie – Navigation

2 Kommentare zu “Meinungsvielfalt in Blogs – Teil 3

  1. Man kann es auch ganz einfach auf den Punkt bringen…
    heute ist es dringender denn je sich nicht einseitig zu informieren und dazu gehört heute auch in den sozialen Netzwerken nach Informationen zu suchen.

    Lassen wir hierbei die vielen Menschen beiseite, die meinen dort ihre ganz privaten Dinge öffentlich zu machen.

    Schauen wir uns hier jedoch die vielen politisch Interessierten an, hat man eine Vielzahl von Informationen, die man von den Medien nie erfahren wird oder nur mal ganz kurz am Rande.

    Natürlich muss man auch hier abwägen, da gerade politisch interessiert auch eine politische Meinung/Richtung darstellt.

    Also niemals an das glauben was man zuerst liest/ sieht, sondern weiter informieren.

    1. „Also niemals an das glauben was man zuerst liest/ sieht, sondern weiter informieren.“

      Genau das ist es 😉

      Wichtig ist auch, die Räume für sachliche Auseinandersetzung offen zu halten. Das ist gut für eine differenzierte Meinungsbildung.

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