Mein Senf zur Stabilität des Euro

Das Debattenmagazin Gegenblende hatte am 301.07.2012 einen Beitrag von  Dr. Hans-Ulrich Bieler und Dietmar Muscheid veröffentlicht. Titel:  Stabilität für den Euro.
Leser Michael Wendl kritisierte u.a Sarah Wagenknecht wegen ihrer Zweifel, dass die EZB Staatsanleihen ankauft.

Vor meinen Urlaub habe ich unter diesem Artikel meinen Senf dazu gegeben. Alleridings konnte ich das zitieren dort nur sehr schwer sichtlich layouten. Die Software gabe es da nicht her.
Deshalb hier das ganze etwas übersichtlicher:

Michael Wendl schrieb:
„Die Botschaft des Beitrags – Rückkehr zu den Eckpunkten des Keynesianismus – ist unbedingt zu unterstützen. Trotz des Hinweises auf die Situation auf den Kapitalmärkten fehlt der Hinweis auf die Geldpolitik der Zentralbank, hier der EZB. Unter den Bedingungen einer Währungsunion darf sich die Zentralbank nicht einseitig, wie dies die Bundesbank zu DM-Zeiten praktiziert hatte, auf die Geldwertstabilität konzentrieren, sondern muss Wirtschaftswachstum und Beschäftigung unterstützen. Dazu gehört, dass die Zentralbank die Funktion des Gläubigers der letzten Instanz (Lender of the last Resort) einnimmt….,“

Auch in bin grundsätzlich der Meinung, dass die EZB ein erweitertes Mandat bekommen sollte. Allerdings sollte ein Mandat, dass eine aktivere Geldpolitik vorsieht, an Bedingungen geknüpft werden. Es lässt sich nicht wegdiskutieren, das mit billiges Zentralbankgeld (niedriger Leitzins) Spekulationsgeschäfte getätigt wurden.*
Es liegt sogar nahe, dass die niedrige Zinsen für Spekulationen gegen Staatsanleihen verwendet wurden. Das gleiche wird passieren, wenn die EZB als Lender of the last resort auftreten würde. Die Banken sind dann zwar mit neuer Liquidität ausgerüstet. Aber werden dann die zusätzlichen Mittel auf die Realwirtschaft durchschlagen, weil die Banken nun wieder mehr Kredite an Unternehmen oder Konsumenten vergeben.? (statt in zusätzlichen Spekulationen zu verbrennen)

weiter Wendl.
„Leider hat ein Teil der Linken diese Notwendigkeit eines neuen Keynesianismus nicht verstanden und plädiert, wie z. B. Sahra Wagenknecht aus linker Sicht für eine als Schuldenschnitt getarnte Politik des Monetarismus.“

In einem Artikel in der FAZ von 2011 schrieb Frau Wagenknecht:
„Ein solches Fluten der Märkte mit Zentralbankgeld würde zwar nicht unbedingt Inflation, aber ganz sicher die nächste große Finanzmarktblase nach sich ziehen und den längst viel zu groß gewordenen Finanzsektor weiter aufblähen.“
Quelle:

Ich glaube sie hat in diesem Punkt dann Recht, wenn die EZP als Kreditgeber letzter Instanz (Leder of last resort) OHNE BEDINGUNGEN. agieren würde. Dazu gehört u.a eine harte Finanzmarktregulierung und eine nennenswerte Besteuerung auf Finanzmarktprodukte.

Das Vorhaben von EZB-Chef Mario Draghi unter Voraussetzungen* (siehe hier) mit dem Ankauf von Staatsanleihen einzugreifen sind allerdings die völlig falschen Bedingungen und wirken dann wohl eher pro- Zyklisch bzw. neutralisieren sich in sich.

(*Kommentar hier überarbeitet)

Mein Orginalsenf hier irgendwo

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