Der Sonntag sollte No-Shopping sein.

Nach Informationen der WAZ plant die rot-grüne Landesregierung/NRW die verkaufsoffenen Sonntage auf 13 pro Stadt/Gemeinde zu begrenzen. (netzschau..)
Für die Arbeitnehmervertreter und Kirchen sicher eine Enttäuschung. Dabei gibt es gute Gründe, dass am Sonntag nicht eingekauft werden sollte.

Das vereinbarten die rot-grünen Partner im Koalitionsvertrag:

Vor allem die Abschaffung des Anlassbezuges im Ladenöffnungsgesetz hat zu einer Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage in NRW und somit zu einer Aushöhlung des Sonntagsschutzes geführt. Die Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes werden wir korrigieren. Wir werden dazu insbesondere die Anzahl der zur Öffnung
frei gegebenen Kalendersonntage begrenzen, wie es in einigen Kommunen bereits erfolgreich praktiziert wird sowie den Anlassbezug für die Sonn- und Feiertagsöffnung wieder herstellen. Für uns beginnt der Sonntagsschutz am Sonnabend um 22:00 Uhr. Wir ermöglichen aber weiterhin anlassbezogenes „Late-Night-Shopping“ für eine begrenzte Anzahl von Samstagen…
(Quelle Koaltionsvertrag 2012-2017)

Freilich. Versprochen haben sie nichts genaues. Weder in der einen oder anderen Richtung. Aber viele Verfechter des auswuchernden Sonntagsverkauf hatten sich natürlich weniger Verkaufsoffene Sonntage gewünscht.

In Bochum haben wir erlebt, wie unter dem schwebenden Schwert „Standortwettbewerb“ sogar mit Hilfe  einer lokalen Medienkampagne durch die Lokalredaktion der WAZ-Bochum eine politische Entscheidung gegen verkaufsoffene Sonntage wieder korrigiert wurde.

RiLeerstehende Sportbegegnungsstättenchtig ist, dass der Standortwettbewerb um immer mehr verkaufsoffenen Sonntage ein bisschen reduziert werden würde. Grundsätzlich bleibt es aber dabei. Eines ist allerdings auch klar. 20 VO-Sonntage, die es auch gegeben hatte, wird es damit in Zukunft nicht mehr geben.
Besonderen Dank wird dieses Gesetz  bei der Einzelhandelslobby auch nicht auslösen. Sie werden sicher versuchen, die Zahl 13 noch nach oben zu korrigieren.

Fazit: Sollten die Informationen der WAZ zutreffen, wäre dieser Beschluss  nicht gerade mutig. Offentsichtlich ist die Lobby der Einzelhandler in NRW so groß, dass die Koalitionäre sich nicht trauen auf Konfronationskurs zu geben. Schade. Ich finde, es hätte sich gelohnt. Der Sonntag sollte der Kultur, den Veranstaltungen, den Sportvereinen gehören. Sie können einene Konkurenzkampf gegen den Einzelhandel wohl kaum gewinnen. Das Ja oder Nein zu VO-Sonntagen ist keine ökonomische, sondern eine gesellschaftliche Frage! Noch ist nichts entschieden. Die Pläne sind nur ein Beschluss. Das letzte Wort hat das Landesparlament.
———————————————-

Netzschau zum Thema: Beispiel Bochum

5 Kommentare zu “Der Sonntag sollte No-Shopping sein.

  1. Hallo,
    wieso sollte man denn nicht sonntags einkaufen gehen können?

    Ich fände es super wenn man jeden Tag einkaufen könnte. Außerdem könnte man so doch mehr Personal beschäftigen?!?

    Wer nur in einen Sportverein eintritt, weil er sonst sonntags nichts zu tun hat sollte dies vielleicht überdenken?

    Venice

    1. Hallo,
      Sonntagsverkäufe bedeuten erstmal mehr Kosten. (Energiekosten und mehr Personslkosten durch Sonntagszuschläge). Wenn mehr Umsatz, dann geht der Umsatz auf Kosten anderer.
      Mehr Personal hat der Einzelhandel (Branche) seit den Öffnungsflexibilisierungen wohl kaum einstellen können. Wie auch? Ein Euro kann man nur einmal ausgeben. Wenn jemand am Sonntag einkauft, geht er möglicherweise nicht am Dienstag oder Donnerstag…
      Nach den Plänen in NRW kannst du ja Sonntags einkaufen. Aber nur begrenzt bzw. weniger als bisher in mancher Orts.

  2. In Berlin sind die VOS auf 10 im Jahr begrenzt, davon zwei Adventssonntage.

    Ich finde diese Beschränkungen richtig und ich persönlich gehe an diesen VOS nie einkaufen, weil ich es für falsch halte. Nicht aus religiösen Grunden, aber weil ich denke, dass gerade in Städten es wenigstens einen Tag in der Woche geben muss, der halbwegs ruhig ist. Der Einzelhandel hat mittlerweile den Samstag wie einen normalen Wochentag bekommen, ich kenne noch Zeiten bis nach der Wende, da war Samstags um 14 Uhr der Ofen aus und der Laden dicht.

    Ich lebe in Berlin und dieses Shopping- und Partygedöns am Wochenende geht einem teilweise deutlich auf die Nüsse. Man darf nicht vergessen, was dieses Sonntagsshopping so alles nach sich zieht.

    Letztendlich hat es früher ohne Samstagnachmittage und Sonntage auch funktioniert und das sogar sehr gut.

    1. Grundsätzlich finde ich eine rechtsicherer Begrenzung auch für wünschenswert. Aber ich hätte mir weniger, als 13 gewünscht. Ich bin ja Realist genug, um zu wissen, dass eine komplettes Sonntagsverkaufsverbot nicht mehr durchsetzbar ist. Deswegen bin ich ja schon sehr bescheiden mit meinen Wünschen 😉

      „Shoopinggedöns“.. das kann ich nur unterstreichen. Was bei uns hier los ist, wenn der Ruhrpark Sonntags geöffnet ist…. Stau und Autolärm ohne Ende-Busse überfüllt und verspätet. Für Anwohner und nomale Verkehrsteilnehmer eine Zumutung!

      1. Wie gesagt, Berlin ist die Hölle mittlerweile. Wenn da noch immer und ständig sonntags die Läden öffnen dürften, wäre es eine Katastrophe. Allerdings bin ich der Meinung, dass man z.B. für kleine Läden, wo der Inhaber selbst hinter dem Tresen steht, Ausnahmen geben sollte. Ich denke, den kleinen Einzelhandel bis zu einer bestimmten Ladengröße sollte man da ruhig mit den Öffnungszeiten freie Hand geben.

        Die Verkaufszahlen haben mittlerweile ergeben, dass es zumindest in Berlin keinen Umsatzzuwachs an den offenen Sonntagen gibt. Es gibt dann nur eine Verlagerung, die – wie du schon schreibst – zudem Mehrkosten mit sich bringt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>