Netzschau – Opel in Bochum – Ende 2014 werden keine Fahrzeuge mehr gebaut werden.-update: Sozialtarifvertrag vorgestellt

(11.12.2012 )Am Montag, den 10.12.2012 haben die Opel-Beschäftigten von der Konzernspitze (Herrn Thomas Sedran) mitgeteilt bekommen, dass die Fahrzeugfertigung ab 2016 -update Ende 2014 -eingestellt werden soll. Damit sind nicht nur die Rest-Arbeitsplätze (es waren zu Spitzenzeiten mal über 20TSD Arbeitsplätze –Fundstelle) von ca. 5000 Arbeitsplätze, sondern auch die vielen der Zulieferer und Geschäftsmodelle rund um das Opel-Werk bedroht. Experten gehen von mehr als 40000 Arbeitsplätze aus, die mittelbar davon betroffen sind. Für das Ruhrgebiet, die den Strukturwandel im Pott bis heute mit einer hohen Arbeitslosigkeit und  unterfinanzierten Kommunen bezahlen, ist das ein weiterer Schock. 

Wir begleiten die weiteren Geschehnisse rund um die Zukunft des Bochumer Opel-Werkes mit einer fortlaufenden Netzschau. Natürlich wie immer keine Garantie auf Vollständigkeit.


***** aktuelle Netzschau – Funkstücke ******

01.12.2013/Ruhrnachrichten – Verhandlungen vor Gericht: Einenkel contra Opel –  (hwn)
gefunden bei Links Anne Ruhr (Pottblog)

18.11.2013 – Warenverteilzentrum wird ausgebaut / Verständigung Sozialtarifvertrag (Quelle Handelsblatt – hwn)11. 09.2013/der westen.de – Wilde Streiks (hwn)

 August 2013/lokalkompass – RUB: Bochums Zukunft ohne Opel (hwn)

 Juli 2013/waz.de – Diplomatie gefragt (hwn)

 Juni 2013/rp-online: Streit der Betriebsräte eskaliert (hwn)

21.05.2013 / waz.de: Wahnsinn hat Methode (hwn)

 17.05.2013 / wdr.de: Ersatzteillager bis 2016 (hwn)

 04.05.2013 / waz.de: Der Kampf der Betriebsräte (hwn)
Anm. Bertram Rabe:
Das ist das Ergebnis, wenn die Kapitaleigner die Beschäftigten in Standortwettbewerbe schicken. Teile und herrsche. Funktioniert hervorragend, wie man sieht. Jetzt demontieren sich die Arbeitnehmervertreter gegenseitig.

April 2014
Jetzt soll Opel in Bochum ganz dicht gemacht werden. Auch das Warenlager soll geschlossen werden. Die Mitarbeiter sind verärgert, weil sie nicht mit über den Sanierungsplan abstimmen durften. Das berichtete am 25.04.2013 die WAZ (hwn)
Das letztere ist schwierig nachzuvollziehen, da uns keine Informationen vorliegen, welcher Tarifvertrag für das Warenlager gilt. Die Unternehmensführung scheint hier Kollektivstrafen für das Nein der Bochumer Mitarbeiter zu verteilen. Strategisch kann das nun wirklich fast keiner mehr nachvollziehen. Derweil wirft die Opposition im NRW-Landtag der Ministerpräsidentin Untätigkeit vor. (hwn)

25.04.2013 /Ruhr-Nachrichten – Mehr als 3700 Menschen betroffen (hwn)

21.04.2013 / Reuters – Magazin: Betriebsrat erwägt Klage gegen Aus von Opelwerk Bochum (hwn)

17.04.2013 / zeit-online – Opel Aufsichtsrat besiegelt Aus für Bochumer Werk (hwn)
Anm. DNZS-Redaktion: Wir haben versucht im Netz zu recherchieren, wie die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat abgestimmt haben.
Leider konnten wir keine verlässlichen Info finden. Es ist aber auch unerheblich. Denn selbst wenn alle Arbeitnehmervertreter gegen
die Schließung gestimmt haben sollten, kommt das doppelte Stimmrecht des Aufsichtsratsvorsitzender zur Geltung.

22.03.2013 /spiegel-online – Sanierungsplan abgelehnt! Bochumer Opel Arbeiter blamieren IG Metal (hwn)
IG Metall NRW-
IG Metall NRW unterschreibt Tarifvertrag nicht (hwn)

Februar 2013
IG Metall NRW-
Opel Mastervertrag – PM Konzernbetriebrat (hwn)

 Automobil Produktion(AP) – Bochumer Br-Chef Einenkel bestreitet Einigung (hwn)

 Dreist! Jetzt sollen die Opelaner/Innen auch noch Lohneinbußen hinnehmen. Der Konzern droht damit die Produktion sogar noch vor 2016 einzustellen
dazu taz.de „Opel erpresst Betriebsrat“ (hwn)

04.03.2013 /waz.de Bochumer zeigen Solidarität bei Opel-Fest i der City (hwn)

22.01.2013/spiegel-online – „So ein verhandlungsführung habe ich noch nicht erlebt“  Jetzt sollen die Beschäftigten lohneinbußen hinnehmen…sonst Werkschließung schon vor 2016?? (hier weiter netzschauen)

18.12.2012/waz.de – Warum Angela Merkel Opel nicht helfen will.-Interview- (hier weiter netzschauen)
……..dazu die IG Metall Bochum „ Jetzt erst recht“ (hwn)

 13.12.2012/ süddeutsche.deOpel sagt 50 Jahr Party ab…aus Angst vor Randale (hier weiter netzschauen)
……..dazu die IG Metall Bochum „ Jetzt erst recht“ (hwn)


12.12.2012/ eur.activ.de– Herman Bohle: „Dass General Motors Opel den Wachstumsmarkt China entzog, wohl um dort eigene US-Umsätze zu fördern, wird zum gesellschaftspolitischen Skandal für die Europäer. Das muss anders werden. “  (hier weiter netzschauen)

Dez. 2012/ IG Metall Bochum – IG Metall fordert Produktion über 2016 hinaus  (hier weiter netzschauen)

11.12.2012 /FAZ.Net – NRW fordert von Opel Beschäftigungsgarantie  (hier weiter netzschauen)

11.12.2012 /WAZ.de – Spontane Demo bringt Produktion ins Stocken  (hier weiter netzschauen)

Links zu weiterführenden Informationen

LA NS

 

 

 

Linkempfehlungen (zusammengestellt in der Link-Arena)

Spiegel-Online – „Opel Krise“ (hier weiter netzschauen)

 

Meinungen

Blog2BlogRandzone: „Kriegserklärung…Streik jetzt“ (hwn)
NachDenkSeiten: Jens Berger: „Bochum ist überall“ (hwn)

(weitere werden an dieser Stelle verlinkt)

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11 Kommentare zu “Netzschau – Opel in Bochum – Ende 2014 werden keine Fahrzeuge mehr gebaut werden.-update: Sozialtarifvertrag vorgestellt

  1. Wenn die Opelaner den Erpressungsversuch annehmen, ist ihnen nicht mehr zu helfen. Ob nun 1 Jahr länger oder kürzer, weg ist weg. Ein bisschen Würde sollten sie schon bewahren.

    1. Schwierig. Ein abhängig Beschäftigter ist kein gleichberechtigter Verhandlungspartner. Auch die Gewerkschaften haben in globalisierten Konzernen kaum noch ein paritätisches Verhandlungsmandat. Es geht wohl dann auch hier um Schadensbegrenzung.
      Ich denke für den Einzelenden kann 1-2 Jahre längere Beschäftigung für die persönliche Lebensplanung sehr wichtig sein. Das weiß auch die Opel Führung und deshalb spielen sie alle gegen einander aus.
      Wir sollten uns über die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen unterhalten, indem solche Erpressungen überhaupt möglich sind.

      1. Nein, finde ich nicht, da außerdem das Arbeitslosengeld dann noch niedriger ist. Ich war immer abhängig Beschäftigte und habe mich nie erpressen lassen. Es geht ja nur um 1 Jahr länger oder nicht. Das macht das Kraut nicht fett, wirklich nicht. Ordnungspolitische Rahmen gibt es, weil wir nicht dagegen aufmucken. Das Eine bedingt das Andere. Wenn sich Arbeitnehmer alles gefallen lassen, wird sich der ordnungspolitische Rahmen nie ändern. Warum sollte er auch, da wir ja zustimmen und per Verhandlungen und knebeln lassen, wegen einem läppischen Jahr, was niemanden rausreißt. Die arbeitsmarktliche Situation ist nach dem Jahr die Gleiche, wie vor dem Jahr. Sag mir niemand, dass das ein Unterschied wäre. Die Lebensplanung ist so und so im Eimer.

        1. Die Strategie des Konzernes ist doch klar. Schließen werden sie wahrscheinlich ohnhin und am besten günstigere Lohnstrukturen langfristig für alle Standorte.
          Ich denke nicht, dass die Opelaner sich das alles kampflos gefallen lassen werden.

          Tja, dass die Eigentumsverhältnisse so sind wie sie sind hat natürlich auch Gründe, die man abendfüllend weiterdiksutieren könnte.

          Mit Ordnungspolitischen Rahmen meine ich, die Möglichkeit der Arbeitgeber über Lohn-Konkurrenz die Lohnstrukturen zu disziplinieren. Das werden auch ndie Opelaner mit einem Arbeitskampf nicht verändern können. Das kann nur die Politik.

          Leider sind auch die Mehrheitsverhältnisse so wie sie sind. Und das hat ja auch Gründe, die wir in unseren Blogs ja immer wieder beschreiben.

          Ich habe mit einigen Beschäftigten bei Opel Kontakt und die Ängste der Menschen bestätigen mich in meiner Einschätzung. Für die meisten hat 2014 oder 2016 schon eine große Bedeutung. Da spielt auch der Zeitgewinn eine Rolle. Einige hoffen auch noch auf ein 2017…

          Meine Solidarität haben sie sicher.

          1. Die Opelaner müssten doch gelernt haben. Hoffnungen sind vergebens. Das hat ihre Werksgeschichte in den letzten Jahren doch genügend gezeigt. Wenn sich jeder aus Angst alles gefallen lässt, nur um 1-2 Jahre weiterzukommen, wird – wie oben gesagt – sich niemals etwas ändern. Ohne Kampf geht es so weiter wie bisher. Die Opelaner haben doch immer wieder nachgegeben, haben sich ihre Löhne kürzen lassen. Ich weiß nicht, wieviel Lohn sie schon für nichts geopfert haben. Längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich müssen ja dabei auch eingerechnet werden. Wofür? Wer einmal nachgeben hat, gibt immer wieder nach. Arbeitgeber werden niemals diszipliniert werden. Von wem denn? Da gibt es niemanden. Es gibt keine Regierung für die Interessen der Arbeiter und wird es in absehbarer Zeit auch nicht geben. Die hängt an der Hundeleine der Eigner. Und ich kann mich noch genau daran erinnern – ist schon eine ganze Weile her – dass Teile der Opelarbeiter (ich weiß jetzt nicht mehr welche), anderen die Solidarität verweigert haben. Da der Automarkt übersättigt ist, da die Kaufkraft zu gering ist, sind die Arbeiter immer am kürzeren Hebel, aber wenn sie kampflos oder im Pseudokampf alles hinnehmen, wird sich nie etwas ändern. Sie werden so oder so verlieren. Sie werden nachgeben und wenn die Arbeitgeber einen Stundenlohn von 3,50 zahlen wollen, sagen sie auch Ja und Amen. Hauptsache Arbeit. Ich weiß nicht, was das bringen soll. Ob man mit erhobenem Haupt aus der Sache herauskommt oder gedemütigt, dass liegt in der Hand der Arbeiter. Ich weiß wovon ich rede, war oft genug arbeitslos, auch weil ich mir nicht alles habe gefallen lassen. Ich hatte nie Angst vor den sogenannten Arbeitgebern. Leider stand ich immer allein, aber das war’s mir immer wert. Es gibt keine Solidarpartnerschaft (und die soll doch mit der Erpressung simuliert werden), kein Hand-in-Hand, damit die Firma überlebt. Das sind Märchen von vor 1990. Mit uns ist 1990 der Untergang der alten Bundesrepublik gekommen. Haben nur noch nicht alle gemerkt.

          2. Leider ist es doch so, dass jeder Opel-Standort für sich alleine kämpft.

            Die Bochumer kämpfen/demonstrieren auf einsamer Front.
            Die Rüsselsheimer interessiert dies überhaupt nicht.

            Im Gegenteil, da hört man dann schon mal jemanden sagen:

            Solange es nicht uns bestrifft.

            In Deutschland fehlt die Solidarität…

            Gruß

  2. Auf meine Frage an einen Opelaner aus dem Hauptwerk in RÜsselsheim:
    „Warum zeigt Ihr Euch nicht solidarisch mit den Bochumern?“
    bekam ich eine für mich erschreckende Antwort:

    „Was gehen mich die Bochumer an.“

    Und aus diesem Grunde können die Bosse da oben weiter machen wie bisher.

    In Deutschland fehlt die Solidarität…

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