Lohnkonkurrenz weiter auf dem Vormarsch – 2013 muss das Thema werden!

Wettbewerb über Löhne. Durch konkurrierende Lohnsysteme machte es den Unternehmen in Deutschland leichter die Lohnkosten zu drosseln. Den Gewerkschaften macht dieses fast unmöglich eine expansive Lohnpolitik zu betreiben. Die wäre aufgrund der Eurokrise aber dringend geboten. Denn die deutsche Lohnzurückhaltung ist Mitschuld an der „Eurokrise“.

Lohnkonkurrenz entstehen durch unterschiedliche Tarifverträge in einer Branche oder einfach die Möglichkeit durch Austritte aus dem Arbeitgeberverband sich der Tarifbindung zu entledigen.

Außerdem wird die gesamte Lohnkonkurrenz von unten durch die Hartz-Gesetze angeschoben. Dadurch, dass unter bestimmten Voraussetzungen jede, jeder einen angebotenen Job annehmen zu müssen, werden Menschen in Niedriglöhne gedrängt. Die Zeit bei Arbeitslosigkeit einen vergleichbaren Job mit vergleichbarer Bezahlung zu suchen, bleicht vielen nicht. Sie nehmen dann oft Niedriglohnjobs (z.B Leiharbeit, Solo-Selbständigkeit oder nicht tarifgebundene Arbeit) an und müssen aufstocken.

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich einmal die beiden Artikel der DGB Zeitung Einblick aus dem letzten Jahr durchzulesen:

Anhand von Zahlen wird dort noch mal deutlich, dass die Tarifbindung immer weiter abnimmt und die sog. Aufstocker zu sog Hartz 4 Leistungen Konstanz hoch bleiben.

Allgemeinverbindlichkeitserklärungen: Für sozialen und betrieblichen Frieden (hier weiter netzschauen)
Arbeitsmarkt: Aufstocken bleibt Methode (hier weiter netzschauen)

Lohndruck durch Werkverträge
Durch Leiharbeit wurden die Löhne seit den Agenda-Reformen unter Druck gesetzt. . Der Gesetzgeber weigerte sich auch hier gesetzlich Equal Pay zu regeln.Die IG Metall war deshalb in den letzten Tarifrunden bemüht die Leiharbeit in Tarifverträgen einigermaßen  gleichzustellen. Jetzt wo Leiharbeit teurer wird, kann das Thema Werkverträge wieder verstärkt auf die Agenda kommen.
Mit dem Titel: Virus Werkvertrag haben wir an dieser Stelle die Problematik bereits thematisiert.

Solo Selbständige- Besser als gar nichts
In diesem Zusammenhang ist auch interessant zu beobachten, dass die Solo-Selbständigkeit immer weiter zunimmt.
Sie sind potenzielle Werkvertragsnehmer.
Ihre Zahl steigt stetig. Im Vergleich: Im Jahre 2000 lag die Zahl noch weit uinter 2 Millionen-2010 fast 2,5 Millionen.
Eine DIW Studie aus dem Jahre 2011 hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt.
Durch Solo-Selbständige können die Löhne natürlich auch unter Druck setzten. BSP Im Medienbereich. Durch das jüngste Zeitungssterben (FR und FTD )werden eine große Zahl an zusätzlichen freien Journalisten den Auftragsgebenden Medien zur Verfügung stehen. Die Versuchung, dass hier Menschen ihr Honorar unter Wert anbieten ist groß. So nach den Motto besser als gar nichts.
Solo Selbständige können sich übrings auch hier gewerkschaftlich organisieren.

Fazit: In der der letzten Dekade mussten Arbeitnehmer erhebliche Reallohnverluste hinnehmen.(hwn)
Grund ist der oben beschriebene Konkurrenzdruck über Löhne.
Hier müssen andere ordnungspolitische Antworten gefunden werden. Mindestlöhne, Mindesthonorare, Regulierung von Werkverträgen. Mehr Tarifbindungen, Tariftreuegesetze.
Diese Herausforderungen müssen 2013 endlich angegangen werden und sollten im Mittelpunkt des Bundestagswahlkampfes gestellt werden.
Deutschland muss als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU seine Löhne erhöhen. Unter den bisherigen Rahmenbedingungen ist dieses kaum möglich. In einer gemeinsamen Währung können die wirtschaftlichen Ungleichgewichte sonst nicht ausgeglichen werden. Austeritätspolitik ala Merkel bringen uns nicht weiter. Und der SPD kann man an dieser Stelle nur empfehlen mal zu schauen, was in der Stiftungsseigenen Friedrich-Ebert-Stiftung über dieses Thema geschrieben wird.

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