Schon wieder Diskussionen um mehr Videoüberwachung!

update:

Nach den Anschlägen von Bosten versuchen die Konservativen das Thema Videoüberwachung wieder in dem Wahlkampfes zu plazieren:  Hierzu ein Interview von Ulrich Schulte mit Datenschützer Thilo Weichert vom 22.04.2013. / taz.de (hwn)
—————————————————————————————

(19.12.2012) Es war abzusehen. Nach einem angeblichen Anschlagsversuch in Bonn und anschließenden Streit zwischen Bahn und Polizei, kommen nun wieder die Sicherheitspolitiker aus ihrer Deckung. MEHR VIDEOÜBERWACHUNG-MEHR SPEICHERUNG VON VIDEOBILDERN.
Nicht mehr, sondern weniger ist manchmal mehr. Kann es deshalb unter Umständen Sinn machen Videoüberwachung in AUSNAHMEFÄLLEN zuzulassen? Oder ist Videoüberwachung ohne wenn und aber abzulehnen!

Wir kennen das alle. Egal ob ein Anschlag stattgefunden hat oder verhindert wurde – Stereotypisch kommt dann aus Sicherheitspolitischen Kreisen der Ruf nach mehr Überwachung.
Natürlich ist die Debatte schon zigtausend mal geführt worden. Trotzdem immer wieder aktuell. Und wir sollten das Thema nicht alleine den Innenministern überlassen.

Das Bedürfnis nach Sicherheit und Aufklärung von Straftaten einerseits und die Persönlichkeits-und-Bürgerrechte anderseits muss im Verhältnis abgewogen werden. Das nennt man dann die Suche nach der Verhältnismäßigkeit. Deshalb möchten wir an dieser Stelle eine breite Netz-Diskussion mit unserer Community führen.

Was meinen Sie? Was meint Ihr?

Diskussionsmöglichkeiten:

Ich habe eine Online Umfrage bei deineumfrage.de ins Netz gestellt.  (s.unten)
In diesem Post möchte ich die Diskussion zusammen führen. Bitte geben Sie/Ihr unten einen Kommentar ab.

Ich hoffe auf eine breite Netz-Diskussion, die ich dann im neuen Jahr intensivieren möchte.

Unsere Umfrage:

JA! Bürgerrechte müssen hinten anstehen. Ich habe nicht zu verbergen

NEIN! Persönlichkeitsrechte gehen auch vor den Wunsch Straftaten durch Videobewachung aufzuklären.

Grundsätzlich NEIN!. Ausnahmefälle mit strengen Auflagen würde ich zulassen!

Weiß nicht! Ist schwierig abzuwägen! Ich kann die Bürgerrechtler verstehen. Ich kann aber auch die Polizei verstehen, die durch Bildmaterialaufzeichnungen einfacher Straftäter ermitteln können.

——————————————————————
Leider kann wegen Darstellungsproblemen nicht direkt von hier aus abgestimmt werden.

Deshalb bitte direkt auf deine umfrage.de abstimmen –>

zur Umfrage

update: 22.12.2012
Ich habe im Politikforum „PSW“ einen Diskussionsthread mit der gleichen Umfrage erstellt.

Die interessantesten Beiträge wird die DNZS-Reda nach und nach in der Kommentarfunktion einpflegen.

10 Kommentare zu “Schon wieder Diskussionen um mehr Videoüberwachung!

  1. Es ist schwierig eine feste Meinung zu diesem Thema zu haben, denn ständig wechseln die Informationen.

    Man weiß nicht, was man glauben kann und was nicht.

    Was ist politisch so gewollt und was nicht.

    Inwieweit werden Informationen gerade zu diesem sehr heiklen Thema von der jeweiligen Presse gefiltert.

    Manchmal möchte ich eine komplette Viedeoüberwachung und dann greife ich mir anschließend sofort an den Kopf und mir fällt der (Fiction) Roman 1984 wieder ein.

    Ich bin gespalten. Eine sehr schwierige Frage.

    Ich für mich kann nur sagen, dass ich ein ungutes Gefühl bekomme, wenn ich Überwachungskameras sehe…doch andererseits wurden auch schon viele brutale Straftaten dadurch aufgedeckt.

    Oder lies man uns das glauben?!

    1. Danke Kerstin für deinen Kommentar. Ich bin gerade dabei ausführliche Einlassungen zu diesem Thema zu schreiben. Eine Bewertung folgt dann im nächsten Jahr.

      Zu deiner konkreten Frage. Natürlich lassen sich durch Aufzeichnungen Straftaten aufklären. Eine Statistik kenne ich nicht. Aus eigener Erfahrung in meinem Umfeld weiß ich aber, dass der eine oder andere Täter ermittelt werden konnte. Meistens Taschendiebe, lästige Jugendliche, Schlägereien, Körperverletzungen. Allerdings glaube ich kaum, dass generell „Terroristen“ deswegen ermittelt werden können. Das sind Profis und die wissen genau, wie sie mit der Videoüberwachung umgehen können. ..bzw. umgehen können.

      Flächendeckende Videoüberwachung bedeutet natürlich Totalüberwachung und die Aufgabe der Freiheit.

      Vielleicht kann sie punktuell, als Ausnahme, sinnvoll sein.
      Dazu demnächst mehr 😉

  2. Für mich ist es eine Frage der Freiheit. Ich komme aus einem Überwachungsstaat und will das nie wieder. Sicherlich, damals gab es noch keine Videoüberwachung. Aber was ist mit einer Videoüberwachung gewonnen? Zur Videoüberwachung kommt dann noch die Gesichtserkennung. Dazu benötigt man umfangreiche Datenbanken, um überhaupt mit den Videobildern etwas anfangen zu können. US-Serien zeigen das und es ist nicht aus der Luft gegriffen. Wo beginnt die „Straf“verfolgung und wo endet sie. In Sachsen wurden z.B. Handyknotenpunkte dafür missbraucht, dass Daten herausgezogen worden sind um sie gegen Demonstranten, die gegen Neofaschisten demonstriert haben, einzusetzen und diese zu kriminalisieren. 40.000 Telefondaten wurden dazu herangezogen. Als weitere Folge davon wurde ein Pfarrhaus untersucht und der Pfarrer soll nächstes Jahr angeklagt werden und die Begründung: (mit meinen Worten) Arbeit gegen den Staat. Dabei hat er für eine antifschistische Demonstration aufgerufen. Für mich zeigt das, in welche Richtung eine Videoüberwachung gehen wird. Die paar Kriminellen, die sind Kollateral“schäden“. Das sind die Vorbereitungen für den Tag, wo es sicherlich auch im schläfrigen Deutschland soziale Unruhen geben wird. Was interessiert es einem Innenminister, wenn ein Jugendlicher durch einen anderen totgeschlagen wird. Null! Seine und die Privilegien seiner Auftraggeber müssen geschützt werden.

    1. Im Zusammenhang mit Videoüberwachung sollte man sich mit dem Thema Indect befassen.
      http://de.wikipedia.org/wiki/INDECT

      Ich denke gefühlt irgendwo schon, dass im Zusammenhang mit diesem Projekt die Sicherheitsunternehmen Sicherheitstechnologien an den Man bringen wollen. Ich denke schon, dass es hier Netzwerke zwischen Lobby und Politik gibt, um in der Öffentlichkeit das Thema Videoüberwachung schmackhaft zu machen.
      In meinen Einlassungen werde ich da auch noch kurz drauf eingehen.

  3. Also ich kann meinem Vorredner nur teilweise Zustimmen. Natürlich können Videoüberwachungen begangene Straftaten in der Regel nur aufklären und nicht verhindern, jedoch bin ich der Meinung, dass wenn viele Straftaten mit der Hilfe von Kameras aufgedeckt werden, dies definitv eine abschreckende Wirkung für potentielle neue Straftäter darstellt. Ist es beispielsweise an einem Bahnhof bekannt geworden, dass mehrere Drogen-Dealer mit Hilfe der Kameras enttarnt werden konnten, werden mit Sicherheit sich in der Zukunft weniger Dealer auf den Bahnhof trauen und so wird dieser auf Langzeitsicht sicherer.

    1. Wieso wird ein Bahnhof sicherer, wenn sich Drogen-Dealer nicht mehr trauen? In der Regel tun die doch keinen was. wollen das Zeug halt verkaufen. Nebenbei verlagern sich höchstens Straftaten bis in die dunkelsten Ecken. Willst du dann alles Kamera überwachen? Gute Nacht Deutschland!

    2. Wie wäre es mal mit guter, alter Polizeiarbeit? Wirklich Spurensicherung betreiben und nicht nur so schlampig, wie es meist gemacht wird. Fragen stellen. Roten Fäden nachgehen. Den Kopf anstrengen. Zusammenhänge herausarbeiten und durchdenken. Und … und … und … Wieso verlassen wir uns auf eine Technik, die nur dazu da ist, missbraucht zu werden? Für Straftäter wurde diese Überwachung nicht gemacht. Das ist nur ein Abfallprodukt. Die Videoüberwachung wird für den Tag „x“ installiert, wenn sich die Deutschen endlich mal von ihrem Hintern erheben, sich nicht mehr alles gefallen lassen und auf die Straße gehen werden. Geübt in dieser Hinsicht wird schon.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>