30 Stunden Woche! – richtige Diskussion – zur richtigen Zeit?

(18.02.2013) Kollektive 30 Stunden Woche um Massenarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Diese Forderung formulierten letzte Woche Professoren, Gewerkschafter und Sozialpolitiker in einem offenen Brief an die Vorstände der Gewerkschaften, Parteien, Sozial-Umweltverbände und Kirchenleitungen in Deutschland. Sie sollen das Thema Arbeitszeitverkürzungen wieder zur politischen Agenda machen.

Das ist natürlich zunächst ein sympathisches Thema. Auf der einen Seite haben Menschen gar keinen Job oder sind unterbeschäftigt und auf der anderen Seite arbeiten Menschen oftmals länger und vor allem immer Intensiver.(Arbeitsintensität)
Gerade in einer Zeit, wo es Arbeitgeber und anderer politische Kräfte gibt, die ohne mit der Wimper zu zucken sogar nach Arbeitszeitverlängerungen (Wochenarbeitszeit-Lebensarbeitszeit) schreien, hört sich auf dem ersten Blick der Gegenschrei nach Arbeitszeitverkürzungen irgendwie strategisch richtig an.

Um aber überhaupt Arbeitszeitverkürzungen durchsetzen zu können, ohne, dass die/der einzelne Arbeitnehmer/In drauf draufzahlen muss, wäre es notwendig, den kompletten sog. „verteilungsneutralen Spielraum“ auszuschöpfen.
Allerdings haben erfahrungsgemäß die Belegschaften in Arbeitszeitfragen oft sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen.

Durch den politisch verordneten Wettbewerb um billige Löhne fahren die Gewerkschaften seit Jahren einen „Schadenbegrenzungskurs“. In den letzten 12 Jahren sind die Tariflöhne gerade einmal um 6,9%  gestiegen. Insgesamt sind die Löhne (Tariflöhne und tariflose Löhne) sogar um real um 1,8% gesunken
Die Gewinne der Unternehmen sind aber fast um 50% gestiegen. (Quelle:WSI)

Es ist also legitim, dass die Arbeitnehmer einen Nachholbedarf reklamieren! Außerdem ist es ökonomisch sinnvoll, dass Deutschland im Zuge der Eurokrise die Löhne kräftig erhöht. (Warum? hwn)
Das kann der Ruf nach mehr Geld sein-nach Arbeitszeitverkürzung-oder eine vorsichtige Mischung aus beiden.

Bleibt also die Frage:
30 Stunden Woche! Jetzt die richtige Diskussion zur richtigen Zeit?

In einer Netzschau wollen wir den laufenden Diskussionsprozess begleiten.


***** aktuelle Netzschau – Funkstücke zu diesem Thema******

Februar 2012 / taz.de – „30 Stunden und nicht mehr (hwn) * Weniger arbeiten .Ja aber… (hwn)

12.02.2013/faz.net – „Würden Sie weniger arbeiten?(hwn)

11..02.2013/Spon – Wewltfremd, falsch, gefährlich (hwn) –
Anm. M. Ludischbo : Ein typischer SPON-Artikel. Total ideologisch einseitig

Thorsten Hild, eher linker Ökonom, beleuchtete den Brief sehr kritisch:
13. 02.2013/Wirtschaft und Gesellschaft Die Arbeitszeitverkürzung ist längst da – warum die Arbeitslosigkeit dennoch steigt und wie sie gesenkt werden kann“ (hwn)
Reaktion auf diesen Beitrag: Leserbrief eines Mitinitiators des offenen Briefes zur Arbeitszeitverkürzung, Prof. Dr. Mohssen Massarat, und die Antwort von Thorsten Hild… (hwn)

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2 Kommentare zu “30 Stunden Woche! – richtige Diskussion – zur richtigen Zeit?

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