Die Wischi Waschi Ökonomie der Marktradikalen

Sogar eher linke Wählergruppen finden die neue nationaliberale Partei Alternative für Deutschland (AfD) irgendwie Schick. Die AfD richtet sich ja schließlich auch gegen alle, die irgendwie systemkonform erscheinen.

Das hinter diesen Leuten eine marktradikale Ideologie steckt, denen die momentane neoliberale Politik nicht weit genug geht, haben noch nicht alle mitbekommen. Mit linke oder progressive Politik hat das m.E gar nichts zu tun.

Deswegen bin ich froh, dass u.a Jens Berger zwei erleuchtende Artikel zu dieser neuen Partei geschrieben hat.

In der Taz: „Die deutsche Tea Party „(hwn)
NachDenkSeiten-Spiegelfechter: „Die (In)Kompetenz der AfD“ (hwn)


Instinktiv glaube ich ohnhin, dass die meisten  Leute und Ökonomen dieser AfD von der österreichischen Schule – also von Ludwig Mies- beeinflusst sind. (Anm. Die OS lehnt sich scharf an der allgemeinen neoklassischen Theorie an und steht also auch für eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, die ja überwiegend von den liberal-konnservativen Kräften vertreten wird)
Und das die doch eher eine Wichi Waschi Ökonomie erlegen ist wird vom Spiegelfechterleser „Am_Rande“ sehr schön dokumentiert.

Wettbewerb ist demnach im Prinzip das Gegenteil von Kampf. Sinngemäß. Häähh???

Mein Kommentar dazu:
@ Am_Rande @ Mies
Wir wollen euch kämpfen sehen” skandieren Woche für Wochen Fußball-,Handball- oder Eishockeyfans. ” Dahinter steht der Wunsch, dass ihre Mannschaft die andere Mannschaft besiegt.

Wer Kampf und Wettbewerb als gegensätzlich darstellt, blendet die elementaren Grundprinzipien eines Wettbewerbes aus. Nämlich das Spiel zu gewinnen. Und das geht nicht ohne Kampf!
Die Frage ist nur: Wie fair wird der Kampf ausgetragen? Tritt der Gewinner noch nach, wenn der Verlierer auf dem Boden liegt? Oder geben sich Gewinner und Verlierer die Hand und sagen: „Morgen fangen wir wieder bei 0:0 an.”
Das nennen ich dann Wettbewerbskultur.

Die Frage also wie viel Wettbewerb eine Gesellschaft verträgt hängt maßgeblich von der Wettbewerbskultur ab.
Am Ende bedarf es einen ordnungspolitischer Rahmen, der faire Spielregeln festlegt.

Das Gegenteil von Wettbewerb ist Kooperation. Und da die momentane Wettbewerbskultur dahingehend wirkt, dass die Gewinner auf die Verlierer noch drauftreten, brauchen wir viel mehr Kooperation und Koordination. Und vor allem faire Spielregeln für den Wettbewerb. Das kann und wird der Wettbewerb aber nicht selbst regulieren.

Die Ausführungen von Mies sind deshalb Wischi Waschi. Man kann also die ideologische Ausrichtung der marktradikalen österreichischen Schule durchaus als Wischi Waschi Ökonomie bezeichnen.
Permalink Spiegelfechter

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