Diskussion- Paywall oder schrankenlose Inhalte? Meinungen und Absichten!

Da auch immer mehr Blogs sog Bezahl Schranken (Paywall) einführen, haben wir uns Gedanken über die Auswirkungen dieser neuen Entwicklung gemacht.

Alternativ zu First Class Paywalls, also Bezahl-Schranken die für die User/Innen einen eingeschränkten Zugang zufolge hat, stehen die sogenannten „schrankenlosen Inhalte„.  Dahinter steht die Frage: Werden durch Paywall´s gar das Ende der schrankenlosen Inhalte eingeläutet?

Wir wollen uns dem Thema weiter nähern und an dieser Stelle einige Fragen an Bloggerinnen und Blogger  gestellt. Hier einige interessante Antworten

Alfons Pieper, ehemalige, langjährige Stellvertretende Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), der zuletzt als Chefkorrespondent im WAZ-Hauptstadtbüro aus Berlin berichtete, betreibt mit einigen Kollegen zusammen den Blog. „Wir in NRW” und  hat als erstes klar Stellung bezogen: „Wir werden auch künftig auf sog. Paywalls verzichten und auf schrankenlose Inhalte setzen.  Das macht uns unabhängig, gerade so wie wir es wollen und für richtig halten.”

Andere Blogger/Innen haben uns wie folgt geantwortet:

Wie bewertet Ihr die Entwicklung, dass immer mehr bekannte Blogs eine Paywall eingeführt haben?

André Tautenhahn vom Blog: Écrasez l’infâme! „Recherche und journalistische Arbeit, die dem Zweck der Aufklärung dient oder nur eine objektive Berichterstattung sicherstellt, hat ihren Preis. Sich zu überlegen, wie man damit Geld verdienen kann, um allein laufende Kosten zu decken, ist völlig normal. Die bisherige Praxis über Spenden via Flattr oder PayPal etwas einzunehmen, ist aus meiner Sicht gescheitert.”

PeWi vom Blog: Heut schon gedacht Gierschnäbel”

 

Lässt sich mit Social Payment, also freiwilliges Zahlen, überhaupt ein Projekt langfristig finanzieren?

André Tautenhahn vom Blog: Écrasez l’infâme! „Schwer zu sagen. Es muss professionell und verständlich aufgebaut sein. Die Mischung, wie sie beispielsweise Heiner Flassbeck gefunden hat, kann aus meiner Sicht funktionieren. Er hat ein Team, das gemeinsam kontinuierlich an einem Projekt arbeitet. Neben den Abos über verschiedene Zeiträume wäre ich zusätzlich für eine Art Pay per View Option. D.h., dass man einzelne Artikel gegen einen kleinen Betrag freischalten lassen kann. Hier ist aber auch der Anriss entscheidend. Flassbeck macht das hervorragend. Bei Querschuesse zum Beispiel ist das mit ein zwei Sätzen Fakten sehr schlecht gelöst. Dort fehlt meistens die These im Anriss. „

PeWi vom Blog: Heut schon gedacht „Es kommt darauf an, ob es einen das wert ist. Ich denke, dass nur sehr, sehr wenige längerfristig etwas abbekommen.”

 

Wird euer Projekt auch zukünftig auf eine PayWall verzichten und  schrankenlose Inhalte anbieten?

André Tautenhahn vom Blog: Écrasez l’infâme! „Ja. Ich verstehe mein Angebot als Beitrag zur Gegenöffentlichkeit. Diese kann sich gegen den großen Mainstream nur behaupten, wenn sie auch von jedem relativ leicht erreicht werden kann. Meine Inhalte sind bewusst kurz und zugespitzt gehalten, um damit überhaupt in die Köpfe der Leser vorzudringen und deren Aufmerksamkeit zu erhalten(!). Der Kommentar ist da meist das Mittel der Wahl. Längere Aufsätze mit viel Hintergrundinformationen, die zu recherchieren sehr viel mehr Zeit in Anspruch nimmt, werden aus meiner Sicht von Menschen ganz bewusst gelesen. Die sind dann auch bereit, etwas dafür zu bezahlen. Aber auch hier gilt es, den Leser nicht gleich im ersten Absatz zu verlieren. Daher ist der Titelanriss sehr wichtig. Und drittens bietet die blog.de Plattform keine Möglichkeit, eine Bezahlschranke einzuführen.”

PeWi vom Blog: Heut schon gedacht  „Ich finde Paywall bei Blogs idiotisch. Jemand, der die Presse liest, sich darüber Gedanken macht und für seine Gedanken, die er sich sowieso macht noch Geld einzufordern. Das ist neoliberal, wie es leibt und lebt. Es ist auch eine Ausrede, dass der Server finanziert werden muss, da es haufenweise Blogs zum Nulltarif gibt. Man probiert etwas – so wie es Start-ups für jede idiotische App gibt und hofft auf das große Geld. Nur, wer auf Geld hofft, muss sich dem Mainstream anpassen, sonst wird er irgendwann über kurz oder lang scheitern. „

Inge Jurk vom Blog: Rote Tücher:Sollte ich je wieder mehr bloggen, würde ich trotzdem keine Paywall einführen. Freiwillig – hätte ich eventuell nichts dagegen, aber nicht als Voraussetzung, meine Ergüsse zu lesen. Ich halte nichts davon, denn es vergrault interessierte Leser, die aber nicht bezahlen wollen/können. 

PeWi vom Blog: Heut schon gedacht „Noch kurz dazu: Wer hat die meisten Klicks in der Regel? Solche Blogs mit Mode, Kosmetik, Styles u.ä Müll. Dort gibt es die meisten Kommentare, die meisten Follower, die meisten Klicks. Es lohnt sich bei Let’s Play und anderen Youtube-Angeboten, obwohl die auch keine Paywalls eingeführt haben, sondern von den Klicks und den Werbungen leben oder kurz davor sind, davon leben zu können. Die wissen auch ganz genau, dass sie z.B. ihren Let’s Play-Kanal einstellen könnten, wenn man dafür bezahlen müsste. Die sind so berühmt geworden, dass sie schon Autogramme geben. Es geht also auch ohne Paywall. Es gibt ganz wenig Politikblogger, die das auch vorweisen können und für das linke Spektrum noch weniger. Politikblogs sind im Allgemeinen weniger gefragt. Und wer dann noch Paywall einführt … Na, der muss wissen was er macht und braucht wirklich ein Häufchen der Aufrechten, um das durchzustehen.”

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Danke an alle Statement, die uns via eMAil erreicht haben. Gerne kann sich aber jeder noch unten in der Kommentarfunktion an der Diskussion beteiligen. Wir würden uns freuen.

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