Okö-Pleite? Wird hier Risiko auf Kleinanleger abgewälzt!? (Teil 1)


Für einige gutgläubige Geldanleger wird der Jahresanfang ungemütlich.
Die Prokon-Illussion
von Marty Ludischbo

(DNZS -Ursprungsartikel vom 18.01.2014)
Der Winter lässt ja in weiten Teilen auf sich warten. Richtig ungemütlich wird es für Anleger, die Genussscheine bei Prokon angelegt haben. Lt. Medienberichten steht das Öko-Unternehmen vor der Insolvenz. Ein Beispiel, dass zeigt wie hohes Risiko auf Kleinanleger abgewälzt wird. Die Energiepolitischen Fragen sind auch eine gesellschaftliche Herausforderung. Muss da nicht der Staat viel mehr Risiko tragen? Und warum gibt es immer noch unregulierte Graumärkte? Damit beschäftigen wir uns in einer dreiteiligen Mini-Serie.

Prokon ist z.Z. ein aktuelles Beispiel, um darauf aufmerksam zu machen, dass es noch weitere grüne Geldanlagen gibt, die kritisch zu betrachten sind. Dazu gehören u.a. geschlossene Fonds. All diese Geldanlagen unterliegen nicht der Finanzaufsicht und sind somit kaum transparent, geschweige denn reguliert. (Grauer Markt).

Hier im ersten Teil wollen wir zunächst eruieren was im aktuellen Fall Prokon passiert ist.

Die Prokon Regenerative Energien GmbH (Eigenschreibweise PROKON), mit Sitz in Itzehoe, entwickelt und betreibt Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Nach eigenen Angaben ca. 54 Windparks. Das Unternehmen warb im großen Stil zur Finanzierung ihrer Projekte Kommandit- und Genussrechtskapital bei Privatanlegern ein. Die Firma wurde 1995 von Carsten Rodbertus gegründet.

„Sichere Zinsen“ bis zu teilweise 8% wurden versprochen. In Zeiten wie diese, wo Banken gerade einmal minimale Zinsen geben, ist eigentlich klar was das bedeutet: Hohe Risiken!
Und für ein Unternehmen, dass Anlagen baut sind Zinsen zwischen 5 und 10 % (die dann auch noch aus Unternehmenssicht kurzfristig bedient werden müssen) ohnehin eine enorme wirtschaftliche Belastung. Schließlich muss das Geld erst mal erwirtschaftet werden. Es kam was kommen musste. Um liquide zu bleiben hatte das Unternehmen offensichtlich immer neue Genussrechte ausgegeben. Ein Schneeballsystem, das jetzt zu platzen droht.
Da Besitzer von Genussscheinen im Falle einer Insolvenz nachrangig gegenüber anderen Gläubigern behandelt werden, droht nun der Totalverlust. Das Unternehmen schlägt nun vor, dass 95% der Halter von diesen Verbriefungen ihre Anlagen nicht kündigen.

Beobachter bewerten das als glatte Erpressung!

Netzschauen Sie auch hier weiter zu diesem Thema:

„Auf Genuss folgt nun die Reue“ titelte die taz. (hwn)

Warnungen vor Prokon-Genussrechtsanteile und generelle Anlagen in geschlossenen Fonds:

Die Taz warnte schon 2010 vor diesen „grünen Geldanlagen“ (hwn)

Ich habe das Thema in meinem persönlichen Blog (Ludischb´s World) bereits zweimal thematisiert.
Was sind Genussscheine?
Warnung vor geschlossenen Fonds!  (hwn)

Die Stiftung Warentest warnte vor Prokon Investitionen u.a im September 2012.
„Prokon Genuss­rechte: Prokon-Prospekt ist irreführend“ (hwn)

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update 21.01.2014. Die Hälfte der Anleger sollen lt. Medienberichten dem Unternehmen ihr Kapital zugesichert haben. Nach der Androhung des Unternehmen, dass sie eigentlich über 90% benötigen, müsste dann eigentlich der Insolvenzfall eintreten. Das scheint aber zunächst nicht so sicher zu sein.

Netzschauen Sie auch hier weiter zu diesem Update:
21.06.2014 – TAZ.de
Nur die Hälfte traut Prokon (hwn)
21.06.2014 – FAZ.de – Verwirrung um Prokon (hwn)

update 23.01.2013.
Prokon hat Insolvenz angemeldet (hwn)

————————–update Ende——-

Gutgläubigen Anlegern wurde das Invest in vielen großen Überschriften als „sicher“ verkauft. Jetzt wissen wir:  Es war nur eine Illusion. Der Traum ist vorbei. Prokon ist nur ein aktuelles Beispiel.
Warum überhaupt solche Geldanlagen? Kann ein Unternehmen sich nicht einfach bei der Bank einen Kredit nehmen.  Öko-Unternehmen sollen ja einen gesellschaftlichen Nutzen erfüllen – Nämlich die Abhängigkeit von ÖL, Kohle und Gas zu reduzieren oder visionär gar zu befreien Wer muss bei solchen Herausforderungen  das Risikokapital bereitstellen und absichern? Privat oder der Staat?

Dazu mehr in Teil 2….. (am Sonntag)
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