Öko-Risikokapital: Wird hier Risiko auf Kleinanleger abgewälzt ? (Teil 3)


Sind die gutgläubiger Geldanleger selber Schuld?
Der graue Markt muss endlich reguliert werden!

von Marty Ludischbo

(DNZS) Winterlich ungemütlich wird es für Anleger, die Genussscheine bei Prokon angelegt haben. Lt. Medienberichten hat der Windparkfinanzierer Insolvenz angemeldet. Das kann im schlimmsten Fall den Totalverlust der Geldeinlage bedeuten.  Ein Beispiel, dass zeigt wie hohes Risiko auf Kleinanleger abgewälzt wird. Die Energiepolitischen Fragen sind auch eine gesellschaftliche Herausforderung. Muss da nicht der Staat viel mehr Risiko tragen? Und warum gibt es immer noch unregulierte Graumärkte?Aber es kommt Bewegung in die Diskussion. Die Bundesregierung plant, eingreifen zu wollen.


Im ersten Teil haben wir zunächstl erruiert was im Fall Prokon passiert war. (hier zu Teil 1)

Im zweiten Teil wollten wir kurz darstellen, warum gerade bei Öko-Unternehmen im allgemeinen Anleger und Unternehmen seit einiger Zeit in unregulierten und unübersichtlichen Risikokapital-märkten so problemlos zu einander finden konnten. (hier zu Teil 2)

Hier im dritten und letzten Teil dieser Miniserie werden wir der Frage nachgehen, ob Regulierungen dieser sog. grauen Märkte (wie im zweiten Teil beschrieben) notwendig sind. Oder sind die gut-gläubigen Anleger einfach nur selbst schuld oder gar gierig und haben eben Pech, wenn es schief geht!?

Auch die Politik ist schuld!
Stereotypisch kommt mal weider: Selbst Schuld.

Der Spiegel Autor Stefan Kaiser spricht von „Schuld der Anleger und meint sogar: „Gier frisst Hirn“.

Dann setzt Kaiser noch eins drauf! „Davor kann und muss der Staat niemanden schützen.“
Einspruch Herr Kaiser! Es ist typisch für die ideologische Ausrichtung des Bertelsmann treuen Spiegel. Regulierung ist Mist! Hohe Zinsen-hohes Risiko. Das ist richtig. Und man kann es nicht oft genug sagen.
Aber das ist zu einseitig gedacht: Auch die Politik ist schuld! Sie hat diese Menschen ins offene Messer laufen lassen. Gutgläubige Kleinanleger müssen besser gesetzlich geschützt werden, indem diese schlecht regulierten Finanzprodukte auf den Graumärkten endlich richtig und transparent reguliert und unter Finanzaufsicht gestellt werden.
Natürlich habe ich mit Zinsgierigen keine Sympathien. Aber es waren wie im zweiten Teil  beschrieben oft auch andere Gründe.
Ergänzend dazu: Die eine oder andere Oma oder Tante, die ihren Enkeln und Nichten was gutes zukommen lassen wollen, sind sicherlich auch dabei.

Risikokapital ist was für Zocker und nicht für Omas und Tanten!


Dazu auch folgende Beiträge netzschauen:

Berger/NachDenkSeiten 14.01.2014 – Der Fall Prokon (hwn)
Berger/Telepolis 2010
– Brüderle rettete den Grauen Kapitalmarkt (hwn)

Zeit/2010 – Sie scheuen das Licht (Anm. Reda: gemeint sind die Lobbys der Grauen Märkte-) (hwn)

Oder ist es sogar gewollt, dass der Markt unzureichend reguliert ist?
Ob, wie manche glauben, gewisse politische Kräfte ganz bewusst drauf setzten, Kleinanleger ins Risikokapital laufen zu lassen, weil Großanleger es nicht machen und der Staat es aus ideologischen Gründen nicht absichern will, lasse ich mal dahin gestellt. Aber gewisse Indizien lassen sich nicht leugnen. Verbände geißeln meistens jede Regulierung als „mittelstandsfeindlich“.
Die FDP hatte in der letzten Regierung, wie oben erwähnt, jede Regulierung dieser Märkte (x1)verhindert.

Die große Koalition kann solche Mutmaßungen ausmerzen, indem sie jetzt handelt. Und zwar so schnell wie möglich, damit nicht noch mehr gutgläubige Kleinanleger in Fallen á lá Prokon tappen..

Nachdem nun die Insolvenz der Fa. Prokon bekannt wurde,  sind sich die beteiligten Ministerien,Lt. Berichten der Süddeutschen Zeitung, darüber einig, dass die Finanzaufsichtsbehörde Bafin den Vertrieb hochriskanter Finanzprodukte künftig beschränken oder sogar verbieten darf.

Bleibt die Frage. Warum wird erst reagiert, wenn das Kind im Brunnen gefallen ist?

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(x1) Anm. Autor Graue Märkte müssen übrings generell reguliert werden. Egal, ob Öko oder nicht!

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