Vermögen: Deutschland bleibt ungerecht

Die Nettovermögen in Deutschland sind weiter gestiegen, aber an der Vermögensverteilung hat sich nichts grundlegendes geändert. Das haben aktuelle Analysen auf der Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP)des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ergeben. Es gibt allerdings, je nach Quelle, unterschiedliche Berechnungen. Deshalb haben wir die Zahlen des DIW und die Zahlen der Bundeszentrale für politische Bildung mal hier gegenübergestellt.

Pressemitteilung des DIW vom 26.02.2014


In keinem Land der Eurozone sind die Vermögen ungleicher verteilt als in Deutschland – Männer besitzen mehr als Frauen, Ostdeutsche nicht mal halb so viel wie Westdeutsche – Das Vermögen der Arbeitslosen ist um 40 Prozent geschrumpft – Die Zahl der Personen, die mehr Schulden als Vermögen haben, ist gestiegen Rund 83.000 Euro – so hoch ist einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge das Nettovermögen, über das jeder Erwachsene in Deutschland im Durchschnitt verfügt.

Allerdings sind die insgesamt rund 6,3 Billionen Euro Nettovermögen im Land auch weiterhin höchst ungleich verteilt: Während diejenigen, die zum reichsten Prozent der Bevölkerung zählen, ein persönliches Vermögen im Wert von mindestens 800.000 Euro besitzen, verfügt gut ein Fünftel aller Erwachsenen über gar kein Vermögen. Bei rund sieben Prozent der Erwachsenen sind die Schulden sogar größer als der Besitz. In keinem anderen Land der Eurozone liegt das Maß für Ungleichheit, der sogenannte Gini-Koeffizient, höher als in Deutschland. Gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung, haben die DIW-Verteilungsforscher Markus M. Grabka und Christian Westermeier die neuesten Vermögensdaten der am DIW Berlin angesiedelten repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) für das Jahr 2012 ausgewertet und mit denen der Jahre 2002 und 2007 verglichen. „Insgesamt hat sich an der Vermögensverteilung im Land wenig geändert, die Ungleichheit verharrt auf hohem Niveau. Deutliche Vermögensverluste mussten allerdings die Arbeitslosen hinnehmen. Sie verfügten im Jahr 2002 noch über ein durchschnittliches Vermögen von rund 30.000 Euro, zehn Jahre später waren es nur noch etwa 18.000 Euro“, sagt Grabka…..

                     weiterlesen auf der Homepage des DIW


An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass es auch teilweise unterschiedliche Faktenauswertungen gibt. Das liegt in der Regel an der Methode. Die Zentrale für Politische Bildung (bpb) hat auf Quellenbasis der Deutsche Bundesbank und des Statistisches Bundesamt bis 2011 eine andere Vermögensentwicklung publiziert. Dort kommt man auf ein Bruttovermögen von 11,8 Billionen, während das DIW aktuell auf 7,4 Billionen Bruttovermögen kommt. Allerdings ohne Fahrzeuge und Hausrat.  Aber selbst abzüglich der Gebrauchsvermögen, weist die bpb ein Bruttovermögen über 10 Billionen aus. Die Vermögensuhr von der Initiative Vermögenssteuer jetzt“ kommt, ähnlich wie die bpb, zu höheren Berechnungen. Die Initative kommt sogar auf ein Nettoprivatvermögen von über 10 Billionen.

Hier ein paar Zahlen und Grafiken:

Aktuelle Vermögens und Schuldenuhr der Initiative „Vermögenssteuer jetzt“
Stand 01.03.2014

Nettoprivatvermögen in Deutschland

10.164.041.276.605 €

Zuwachs 10402 € pro Sekunde

Das reichste Prozent besitzt davon 35,7 %

3.628.543.833.016 €

Zuwachs 3713 € pro Sekunde

Staatsverschuldung

2.178.595.996.018 €

Zuwachs 171 € pro Sekunde
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zur aktuellen Vermögensuhr

Quelle: Vermögensteuer jetzt!

Zahlen und Grafiken aus der Zentrale für politsche Bildung (bpb)

Vermögensverteilung 2002-2007
Leider liegt keine aktuellere Grafik vorVermögensverteilung bis 2007Quelle

Verteilung des verfügbaren Haushaltseinkommen
Hier stützt sich die zentrale allerding ebenfalls auf das SOEP des DIW

VE bpb Verteilung Bedarfseinkommen
Wer gilt als arm, wer als reich? Wer gehört zur sog. Mittelschicht? Dazu bald mehr….

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