Drohnen: Tötungsroboter und die unüberschaubaren Folgen – Teil 1

von Marty Ludischbo
Kennen Sie die Science-Fiction Serie Battlestar Galactica?  Science-Fiction beschreiben Zukunftsvisionen und Zukunftsängste. In der Serie Battlestar Galactica sehe ich Parallelen zu einer aktuellen und gegenwärtigen Diskussion. Nämlich die Frage: Dürfen wir maschinelle Tötungsroboter,verniedlichend Drohnen bzw unbemannte Luftfahrzeuge genannt, bauen oder kaufen und in Kriegen einsetzten? Aktuell beschäftigt sich in Deutschland die Bundesregierung mit dieser Frage!

Die Diskussion ist natürlich nicht neu. Die Amerikaner nutzen Kampfdrohnen, ich nenne sie Tötungsroboter (Anm. dazu) , um Terroristen zu jagen und zu töten.  Sie nennen das im übrigen: „Extralegale“ Tötungen.
Aber jetzt hat die Diskussion Deutschland insofern wieder erreicht, weil die Bundesregierung darüber nachdenkt bewaffnete  Drohnen für die Bundeswehr anzuschaffen. Zum Schutze der Soldaten, sagt die Ministerin vorsichtig auf anraten von Bundeswehrverbänden und Generälen.

Worum geht es genau?
Netzschauen Sie dazu auch hier:
tagesschau.de – Sollte die Bundeswehr bewaffnete Drohen erhalten? (hwn)
Golem.de – Die Bundeswehr will die Drohne (hwn)

Unüberschaubare Risiken
Zweifellos ist mit der Drohnenntechnologie ein Tötungsinstrument entwickelt worden, das militärischen Automatisierung möglich macht.
Rüstungsexperte Hilma Linnenkamp bringt es auf dem Punkt. In einem taz Interview sagt er:

Zitat: „Zwar führen im Moment noch Drohnenpiloten die meisten Drohneneinsätze, aber in die Drohnen sind schon Elemente involviert, die einen Teil der Entscheidungen Mechanismen und Algorithmen überlassen. „
taz.de  (hwn)

Und wer wäre bei einem automatisierten Kampfeinsatz dann eigentlich verantwortlich?
Die Verantwortlichen eines Militäreinsatzes oder „dann die Programmierer“ wie Linnenkamp richtigerweise fragt.

Der militärische Vorteil gegenüber einen Gegner, die solche Tötungsroboter (Drohnen) nicht haben, liegt auf der Hand. zB:
– Präzession bei der Aufklärung
– Zielgenauigkeit
– Schutzfunktion für Bodentruppen
– Unberechenbarkeit der kleinen anfliegenden Tötungsroboter
– Minderung der eigenen Opfer.

Das die militaristischen Gegner diesen militärischen Nachteil auszugleichen wollen liegt ebenfalls auf der Hand. Ein Riesengeschäftsmodell für die Rüstungsindustrie.  Daraus ergeben sich aber auch neue Bedrohungslagen für die Supermächte. Die Abwehr feindlicher Tötungsroboter wird zukünftig eine immer größerer Rolle spielen. Ein neues Wettrüsten mit unüberschaubaren Folgen hat also bereits begonnen und geht immer weiter.

Zurück im  Galactica Universum.
In der Serie Caprica, ein Prequel der Hauptserie, haben die Menschen scheinbar noch alles im Griff. Die Kampfroboter (Zylonen genannt) werden von Menschen gesteuert, hören und töten auf menschliche Befehle. Die Erbauer nutzen zunächst ihre militärischen Vorteile gegenüber ihrer Gegner. Aber bald kommen auch sog. Terroristen im Besitz von Zyloneinheiten. Sagte ich die menschlichen Bewohner Cabrica hatten alles im Griff? Nicht wirklich. In der Hauptserie lehnen sich Zylonen und menschlich aussehenden Androiden gegen ihre Erbauer auf. Es kommt zum Krieg zwischen Zylonen und Menschen.
OK , Sie werden sagen: Science-Fiction eben. Aber sind solch überspitzen Ängste wirklich gänzlich unbegründet?

forsetzung folgt

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In Teil 2 lesen Sie:

Ist es wirklich alles kein Problem, zur Verteidigung von Menschen kontrolliertenTötungsroboter einzusetzten? Die Bundeswehr will die bewaffneten Drohnen. Die Verteidigungsministerin wohl auch.
Und was sagen unsere Leitkommentatoren dazu? zuTeil 2

Außerdem werden wir dieses Thema in unserem Start-Blog demnächst mit einer aktuellen Netzschau weiter begleiten

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weiter Links

Offinger Freidenker: Stefan Sasse über Battlestar Galactica (hwn)
Wikipedia: Drohnen der Bundeswehr (link)

  mitdiskutieren? bitte hier 

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