Grexit/No Grexit – Debatte über einen Austritts Griechenland aus der Eurozone

+Juli 2015

Nach den Verhandlungsergbnis – Stimmen und Meinungen

* 14.07.2015
– flassbeck-economics
 
– (….) 
Es lohnt sich nicht, weil es um Einzelheiten einfach nicht geht. Dieses Paket, wie alle in den letzten fünf Monaten diskutierten Pakete, ist ein Restriktionspaket. Es wird die griechische Wirtschaft weiter abstürzen lassen …..“ (hwn)
– zeit-online –  Tsipras verliert an Rückhalt (hwn)
-spiegel-online –  Tsipras in der Bredouille -mit Stimmen aus griechischen Tageszeitungen- (hwn)
– taz.de/Eric Bonse „So scheitert Europa“ (hwn)

– NachDenkSeiten  – Der „schmerzvolle Kompromiss“ in Brüssel aus Sicht der griechischen Regierung. Übersetzung von Niels Kadritzkeaus
  aus
der Internet-Ausgabe der linken (genossenschaftlich organisierten) Tageszeitung Efimerida ton Syntakton (hwn)
 
Albrecht Müller  „Merkels Herrenmenschentum gründet nicht auf eigener Leistung sondern auf der Fehlkonstruktion der Eurozone und 
  der brutalen Ausnutzung dieser Fehlkonstruktion“
(hwn)

Anmerkungen Autoren DNZS:
Marty Ludischbo: Stirbt die Hoffnung auf eine andere Wirtschaftspolitik in Europa? Vorerst ja. Es wird weiter gewurchtelt. Das Experiment Euro! ENDE OFFEN!
Sören Kater: Es widert mich an, wie manche Kommentatoren nun Mitleid für Alexis Tsipras heucheln.


Euroländer einigen sich auf Privatisierungen und harte Sparauflagen 

* 14.07.2015/NachDenkSeiten  – Der „schmerzvolle Kompromiss“ in Brüssel aus Sicht der griechischen Regierung. Übersetzung von Niels Kadritzkeaus aus der Internet-Ausgabe der linken (genossenschaftlich organisierten) Tageszeitung Efimerida ton Syntakton (hwn)

* 13.07.2015   – Kein Schuldenschnitt, aber Laufzeitverlängerungen in Aussicht gestellt – Privatisierungsfonds soll 50 MRD für den Schuldendienst erbringen/12,5 MRD evtl für Investitionen. IWF bleibt teil der „Institutionen“ (Troika)/ Merkel will Mandat für die konkreten Rettungsverhandlungen empfehlen  (Quelle spiegel-online)

Tsipras wird Parlament überzeugen müssen.
* Stimmen:
Sven Giegold an Peter Altmeier:
Von Gewinnern zu reden ist sarkastisch. Ihr Grexit-Plan hat Europa fast gespalten. Geblieben sind tiefe Risse.“ (Tweet)
Marty Ludischbo: Das wirtschaftspolitische rumgewurschtel in Europa geht weiter. (Tweet)
Titanik: „Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der kürzlich vorschlug, mit Griechenland über eine fünfjährige Euro-Auszeit zu verhandeln, wird nun selbst für mehrere Jahre aus den Griechenland-Verhandlungen ausgeschlossen. “ (hwn)

* Das Verhandlungsergbnis im Volltext: Leider nur auf Englisch (hwn)

Verhandlungen nach dem Referendum

* 08.07-12.07.2015  – Griechenland legt Reformpaket vor, dass dem der Gläubiger vor dem Referendum nahe kommt. Außerdem stellt das Land beim ESM Antrag auf Hilfen   Während der Süden aufgeschlossen ist, blockiert Deutschland. Schäuble soll angeblich für Grexit auf Zeit sein. SPD Weiß davon angeblich nichts. Gabriel erst schon und dann wieder doch nicht. Dazu Sven Giegold auf Twitter: „Gabriel ist in dieser europäischen Krise heillos überfordert. Gestern kannte er das Grexit-Papier, heute nicht mehr..
*12.07.2015 – Finanzminister verlangen offensichtlich Nachbesserungen. Wahrscheinlich auf Druck von Deutschland und Finnland. Italiens Premier Renzi empört. Er soll lt. SPON zu  Schäuble gesagt haben: „Genug ist genug“ (hwn)
Bildet sich nun eine Front Südeuropa gegen Nordeuropa?

*CSU will Grexit! Anmerkungen Marty Ludischbo: Danke CSU :-(   Und Ihr denkt an die Steuerzahler/Innen? (hwn)

*
DGB: „Verhindert den Grexit (hwn)

* Frist für eine Einigung bis Sonntag verlängert. Lt. ORF gibt es lt Juncker „Grexit Szenario“ …und  Tspras kündigt szial gerechte Reformen an.
(hwn)  

* Kann Griechenland überhaupt die gewünschten Gegenleistungen erbringen? Nein, sagte ein französischer Europaabgeordnete Jean-Luc Mélenchon im Deutschlandfunk (hwn) .
Cerstin Gammelin und Claus Hulverscheidt von der Süddeutschen Zeitung meinen: Schuldenerlass: „Ein ziemlich guter Schnitt“ (hwn)

Friederike Spiecker/fe Nun, das Gegenstück zu Kapitalverkehrskontrollen in einer Währungsunion sind Importzölle. (…) Die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen würde durch Importzölle also über Nacht erhöht, ohne dass das Land aus der Währungsunion austreten müsste(..)“ (hwn)

Referendum über Sparauflagen in Griechenland

* 07.07.2015/Nils Kadritzke –Tsipras als Repräsentant aller griechischen Euro-Befürworter – Ein Kompromiss wäre möglich (hwn)

* 05.07.2015 – Die Griechen sagen „Oxi“ (Nein)
Der Spiegel wettert: „Griechenland wählt eine ungewisse Zukunft“ (hwn) 
Wolfgang Lieb von den NachDenkSeiten titelte dagegen: „Die Botschaft der Griechen“  Zitat:

Alle diejenigen, die dem europäischen Austeritätskurs kritisch gegenüber stehen und die sich noch ein Stück Empathie gegenüber der griechischen Bevölkerung bewahrt haben, aber auch die, die für ein gemeinsames, wohlgemerkt demokratisches Europa sind, dürften sich über das deutliche Votum von über 61 gegenüber knapp 39 Prozent für ein „Oxi“ bei einerWahlbeteiligung von über 62 Prozent gefreut haben. (hwn)

* 05.07.2015 -Varoufakis tritt zurück (spiegel-online)

* „Ein „Ja“ wäre die demokratische Legitimitation und der Freischein für die Sparpolitik der Europäischen Union.“ meint Margarita Tsomu“taz/02.07.2015 (hwn)

*Ulrike Herrmann/TAZ/02.07.2015 –
Im Kreisverkehr der Kredite (hwn)
Netzschauen Sie auch von U.H einen lesenswerten Artikel vom 12.04.2015: Titel: „Das Geld ist längst weg“ (hwn)

DNZS Serie:
Marty Ludischbo & Jörg Lambrecht
Welche Folgen hätte ein sog. „Grexit“ ?
 
Fragen und Antworten – Teil 1 (hwn) Teil 2 (hwn)

Marty Ludischbo: „Grexit“ oder „No Grexit“ ? – verschieden Szenarien (hwn) Dossier zur aktuellen Debatte im  LabourNet: „Europa am Scheideweg..aktuell zwischen 2 Vorschlägen“ (hwn)

+Juni 2015

* Ende Juni 2015 – Verhandlungen gescheitert
?
Ungeheuerliche Propaganda der Leitmedien. Ein wütender Kommentar von Marty Ludischbo (hwn)

* Rente mit 56 in Griechenland?
Wiederinmal werden falsche Fakten in den Leitmedien kolportiert.  U.a durch Bildautor Dirk Hoerens. Und wieder steht auch Günter
Jauch in der Kritik. In seiner Sendung wurde der Unsinn dann an ein Millionen TV- Publikum gebracht.

+ süddeutsche/Julian Dörr:  Verflixte 56 “ Das griechische Renteneinstiegsalter – öffentlicher Dienst und Privatsektor zusammengenommen – schätzte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 2012 übrigens auf 61,9 Jahre bei Männern und 60,3 Jahre bei Frauen.  (….) Nach OECD-Angaben gehen Männer hierzulande mit 62,1 und Frauen mit 61,6 Jahren in Ruhestand. „(hwn)

dazu auch Bildblog/Moritz Tschermak – Dirk Hoerens verrenkte Rentenrechnung (hwn)

* Die Eurozone geht auf Kollisionskurs.
Dabei ist Griechenland bereit den „Institutionen“ (ehemals Troika) nötige Zugeständnisse zu machen. Aber eben nicht auf Kosten der „kleinen Leute“ . Die Institutionen wollen aber, dass Renten gekürzt und Energiesteuern eingeführt werden. Am Donnerstag geht das Drama weiter. Kommt es jetzt doch zum Grexit? Mit allen möglichen Folgen?

+ Zeit.online/15.06.2015 EU-Kommission bricht Verhandlungen mit Griechenland ab (hwn)
            und:       Varoufakis verlangt Schuldenschnitt (hwn)

+ SPON/15.06.15 – W.Münchau –
Schuldenschnitt kommt auf jeden Fall“ (hwn)   
      

+ NachDenkSeiten
    Jens Berger   :
„James Dean und der Poker um Griechenland“  (hwn)
    Nils Kadritzke : „Tzipras in der Zwickmühle“  (hwn)

Nils Kadritzke hat sich auch im Le Monde Diplomatique mit einem möglichen Grexit auseinandergesetzt:
„Grexit und was dann? Die Drachme eröffnet keine Zukunftsperspektiven – außer für Spekulanten“ (hwn)

logo klein


+Februar 2015

logo klein
Marty Ludischbo:
„Grexit“ oder „No Grexit“ ? – verschieden Szenarien (hwn)

+ 27.02.2015 Bundestag billigt die Verlängerung des Hilfsprogramm mit breiter Mehrheit. Auch die Opositionsparteien stimmten    
                   mehreheitlich dafür

+ 21.02.2015
Das aktuelle Hilfsprogramm soll um vier Monate verlängert werden. Athen soll bis Montag Reformen präsentieren 
                   * dazu zeit-online  (hwn)

+ Spon: Varoufakis-Brief an Geldgeber: Deutschland lehnt Antrag aus Griechenland ab (hwn)
 

+ Januar 2015
Entgegen anderen Medienberichten vergangener Tage dementiert lt. spon die Regierung die Existenz von „Grexit“-Plänen.
Mal abgesehen davon ist ein Austritt Griechenland aus der Eurozone lt. EU Verträgen gar nicht möglich.
Aber eines haben die Berichte bewirkt. Die Kampagnen gegen Griechenland sind wieder voll im Gange. Die Debatte über ein Grexit lebt.
Sie ist unsäglich und gefährlich. Alle die das wollen haben vieles im Sinne. Aber es ist weder für die Griechen gut, noch für die „Steuerzahler“.

logo klein
Netzschauen Sie dazu den gestrigen Artikel im unserem Wirtschaftsblog:
Die Kampagnenmaschinerie gegen Griechenland rattert wieder (hwn)

Auch der Artikel von Jens Berger  ist sehr informativ.
NachDenkSeiten 07.01.2015: – Griechenland und der Euro – Was Merkel und Schäuble der Öffentlichkeit verschweigen „– (hwn)
Die Diskussion zu diesem Artikel im Blog Spieglefechter (hwn)

5 Kommentare zu “Grexit/No Grexit – Debatte über einen Austritts Griechenland aus der Eurozone

  1. Man kann den Griechen keine mitteleuropäische Verwaltung überstülpen, die ihnen zutiefst zuwieder ist.

    Allerdings müssen die Griechen selber sehen, wo sie das Geld dafür auftreiben, nachdem es die eigene Volkswirtschaft nicht erbringt.

    Das ist nur mit einer eigenen Währung möglich. Dann können sie so viel neue Drachmen drucken, um (fast) alle Wünsche zu erfüllen.

    1. Ich habe mich lange aus dieser Diskussion heraus gehalten, weil ich die südländische Methalität sehr gut kenne.
      Doch was man jetzt mit Griechenland macht ist eine große Sauerei.
      Das griechische Eigentum wird nun an ausländische Firmen verscherbelt, siehe Flughäfen, Energieversorgung und auch die Wasserversorgung soll in private Hände gelangen.
      Das werden garantiert keine griechischen Firmen sein.

      Das ist es was die EU wollte…

      1. Genau – warum sollten sie ihr Eigentum verkaufen, um damit die Teilnahme an der Euro-Zone zu finanzieren.

        Wenn alles verkauft ist, hat sich ihre Situation nicht gebessert, und sie brauchen neues Geld.

        Sie müssen eine gewisse Eigenproduktion schaffen, um damit ihre täglichen Bedürfnisse zu decken. Eine funktionierende Verwaltung brauchen sie auch. Was sie an Steuern einnehmen, können sie an Staatsausgaben (für Soziales und Militär,..) ausgeben.

        Gut – sie können noch reichlich neues Geld drucken, womit sie es rasch verdünnen und eine kräftige Inflation auslösen.

        1. Ich bin gegen einen Grexit, weil ich glaube das würde Griechenland auf einen Dritte-Welt-Land Niveau bringen. Außerdem würde die Schuldenlast real noch höher. Und zwar 1:1 wie die neue Währung abgewertet werden würde. Heißt 50% Abwertung gegenüber den Euro = 50 Prozent reale Schuldensteigerung. Den die Schulden würden ja in Euro bleiben.
          Aber gegen diese unsinnige Rettungspolitik bin ich auch. Das ist Wurschtelei und trägt nicht dazu bei, dass die griechische Wirtschaft sich erholen kann. Die griechische Wirtschaft braucht Luft zum Atmen und muss eine Zeitlang von der drückenden Schuldenlast herausgenommen werden. (Laufzeitverlängerung und ein Schuldenmoratorium) Zweitens bedarf es Investitionen und eine Nachfragebasis, die Investitionen auch interessant machen. „Autos kaufen eben keine Autos“
          Zumindest in diesem Punkt hatte ein gewisser Herr Ford recht.

          MP Tsipras wird es politisch sehr schwer haben. Er musste defacto kapitulieren und alle seine Wahlversprechen zunächst über Bord werden.

          Fazit: es bleibt alles beim Alten. Das Thema wird uns noch lange weiter beschäftigen. Ausgang Experiment Euro! Offen!

  2. Das Thema ist ja mittlerweile vom Tisch, jetzt bleibt nur abzuwarten, ob Griechenland sich auch an die Absprachen hält, um nicht wieder in einer solche Situation zu kommen. Der Grexit war sicherlich ein Weg, den man hätte gehen können, damit hätte die Eu aber eigestanden, dass diese allesamt versagt haben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>