Lohn / Gehalts-Entwicklung 2014

Reallöhne in der Bundesrepublik steigen weiter.
Aber zu 2000 erst jetzt Reallohnsteigerungen (brutto)

Jetzt, nach 14 Jahren,  ist im Vergleich zu 2000 ein Brutto- Reallohngewinn für die Arbeitnehmer/Innen  erzielt worden. Netto dürften viele immer noch im minus sein.

Das WSI und das Statistische Bundesamt haben dazu unterschiedliche Zahlen veröffentlicht.
Hier der Zahlenvergleich:

Statistik  WSI *4 DESTATIS *5 Abw.
reale Tariflohnentwicklung (TL) zu 2013 *1 2,2%  (nominal 3,1) 2,3 % (nominal 3,2 %) 0,1
reale Effektivlohnentwicklung (EL) zu 2013 *2 1,8 % (nominal 2,7%) 1,6% (nominal 2,4%) 0,2


Warum unterscheiden sich die Zahlen von WSI und DESTATIS ?
Wir haben beim Pressesprecher des WSI (Rainer Jung) nachgefragt. Demnach handelt sich dabei nicht um eine Diskrepanz zwischen WSI und Destatis, sondern innerhalb der amtlichen Statistik. Destatis führt mittlerweile zwei Datenquellen zur (Real-)Lohnentwicklung: Die lange etablierte Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) und, seit wenigen Jahren, den Reallohnindex. Wie oben ersichtlich weichen die Zahlen voneinander ab.
Die aktuellen  VGR-Zahlen finden Sie hier:
Die Forscher des WSI Forscher arbeiten bei ihrer Analyse seit vielen Jahren mit den VGR-Daten. Als der Lohnindex eingeführt wurde, haben sie natürlich bei Destatis nachgefragt, welche Datenquelle denn nun „besser“ sei. Da möchte sich Destatis aber nicht festlegen. Das WSI hat sich entschieden, weiterhin mit den VGR-Daten zu arbeiten, weil diese a) in langer Reihe für mehrere Jahrzehnte vorliegen und b) als makroökonomische Größe für gesamtwirtschaftliche Lohnanalysen besser geeignet erscheinen.

Vergleich Lohnentwicklung zu 2000/ Gewinn und Vermögenseinkommen steigern sich schneller.
Auf Basis dieser Erklärung wollen wir deshalb auch dien Vergleich zu 2000 den Zahlen des WSI folgen:
Demnach sind die brutto Effektivlöhne, der bilanzierte Durchschnitt von Tarif und Nichttarif-Beschäftigten, seit 2000 zum ersten mal real gestiegen. Und zwar um 1,4%.
Heißt: Es dauerte fast 14 Jahre bis die Brutto-Effektivlöhne sich wieder real erhöht haben. Zum Vergleich. Die Einkommen aus Gewinn und Vermögenseinkommen steigerten sich nominal (seit 2000) um 27,6% (WSI) höher, als die Arbeitnehnmerentgelte. *3 -Anm

Diese aufgezeigten Reallohnsteigerungen gehen von den Bruttoverdiensten aus. Je nach Steuerpriogression kann es deshalb durchaus sein, dass viele Arbeitnehmer/Innen auch bis heute keine Netto-Reallohnerhöhnungen haben dürften (Vergleich zu 2000)

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Quellen:

*1
Lexika-Reallohn

*2
Lexika-Effektivlohn

*3
Pressedienst WSI 18.02.2015 (hwn)
Anm.Zwischen 1971 und 1982 war das Verhältnis umgekehrt. Dort steigerten sich die Arbeitnehmerentgelte um 38,5 % höher, als die Einkommen aus Gewinn und Vermögenseinkommen. (DESTATIS)

*4
http://www.boeckler.de/52614_52733.htm

*5
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/02/PD15_067_622.html

Ein Kommentar zu “Lohn / Gehalts-Entwicklung 2014

  1. Wenn es schon 14 Jahre dauerte überhaupt eine positive Steigerung hinzubekommen, wäre es jetzt der richtige Zeitpunkt bei Steuerthemen notwendige Reformen herbeizuführen, damit diese Entwicklung auch bei den Arbeitnehmern spürbar wird. Eine kluge Regierung schafft die kalte Progression ab, setzt die Erbschaftsteuer aus und lässt den Menschen erst einmal mehr Geld. Sparen ist in aktuellen Zeiten sowieso keine Option, also wird über andere Verbrauchs-Steuern wieder zugeschlagen.

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