Medienkritik: Wie Satire uns zum nachdenken bringt

Varoufakis und der Stinkefinger – Jauch und Böhmermann – Was macht die Macht der bewegten Bilder mit uns.

Medienkritik der Woche
Am Mittwoch sollte es so weit sein. Die Kampagnen Talkshow von Günther Jauch gegen Griechenland vom letzten Sonntag endet mit einer Blamage für Günther Jauch. Eine „gebührenfinanzierte Losershow“ hat den Stinkefinger von Griechenlands Finanzminister Varoufakis gefälscht. Dachten wir, glaubten wir, wünschten wir uns….
War dann wohl doch nicht so. Das Video war eine Medienkritik der besonderen Art:  Durch diese Coup löste der Satiriker Jan Böhmermann eine richtige Debatte aus und brachte einige Medienschaffende zum nachdenken. Zumindest die Progressiven. Selbstkritische Töne aus dem konservativen Lager von Bild, FAZ und CO waren nicht unbedingt zu hören.
Uns alle sollte das folgendes Lehren: Bewegte Bilder, egal ob im TV oder im Internet, haben den größten manipulativen Einfluss auf unserer Wahrnehmung:

Stefan Plöchinger: Mitglied der Chefredaktion der Süddeutchen Zeitung:

„Böhmermann ist der derzeit beste Satiriker des deutschen Fernsehens, weil er die Wirkungsweisen öffentlicher Debatten in diesem Land entlarvt wie kein anderer“ (hwn)

Jens Berger: Böhmermann „hat uns eine Lektion erteilt“ (hwn)

Michael Spreng Einlassungen klingen dagegen aber wie üblich ziemlich Oberlehrerhaft und wenig einsichtig:

(…) Weil ein paar tausend Zuschauer zur ZDF-Geisterstunde nicht begriffen, dass es sich um Satire handelte, entstand eine Medienhysterie, wie es sie lange nicht mehr gegeben hat. (…) Die TV-Beiträge steigerten natürlich die allgemeine Volksverwirrung, weil die Sender, man muss ja etwas Eigenes haben, Experten interviewten, die erklärten, dass man Videos tatsächlich fälschen kann. Also, so fragt sich der verwirrte Zuschauer, heißt das, dass das ursprüngliche Video doch gefälscht war? Glückwunsch, Herr Böhmermann. Selten hat jemand Medien so sehr als Null-Medien entlarvt wie Sie. (hwn)

Ja, Herr Spreng. Man sollte eigentlich wissen,, dass bewegte Bilder höchst manipulativ sein können. Ich gehöhre zu denen, die schon wussten, dass es Satire war. Aber ich wünschte mir wohl, dass Böhmermann seine Mittelfingerfälschung satirisch präsentieren wollte.  Aber das ist nicht alles. Und es ist auch egal ob der Stinkefinger echt oder unecht ist. Aus dem Kontext gerissen ist es erwiesenermaßen sowieso. Es ist doch die Frage was so eine pseudo Journalistische Darstellung alá Jauch mit den Zuschauern macht. Böhmermann hat aber eben nicht nur Herrn Jauch den Spiegel vorgehalten. Wir alle sollten etwas mehr selbstkritisch sein. Das kann auch Herrn Spreng nicht schaden.
Ich finde das war Medienkritik aller bester Sahne!
Für diesen Coup sollte Böhmermann einen Medienpreis bekommen:

Hier meine Einlasungen dazu:
Jan Böhmermann hat uns allen den Spiegel vorgehalten Eine Selbstkritik:  weiterlesen

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