Griechenland: Verhandlungen vorerst gescheitert – Ungeheuerliche Propaganda der Leitmedien. Lesen Sie alternativ die NachDenkSeiten

neue Linkempfehlungen zum Thema:
Albrecht Müller: „Der Umgang mit Griechenland zeigt: Die Bürgerlich-Rechtskonservativen haben Europa voll im Griff. Alternativen gibt’s nicht mehr … „ (hwn)

freitag.de/Interview mit Gesine Schwan: Die Politologin Gesine Schwan warnt in der Griechenland-Debatte vor einer Renationalisierung Europas (hwn)

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von Marty Ludischbo

(30.06.2015) Die Verhandlungen über das auslaufende Hilfsprogramm war in der vergangenen Woche vorerst gescheitert. Griechenland hatte angekündigt die offene IWF Rate nicht zu überweisen. hat die offene IWF Rate nicht gezahlt. Am Sonntag lässt das griechische Parlament nach Vorschlag des Premier Alexis Tsipras das Volk über die „Vorschläge“ der „Institutionen“ abstimmen. Die deutschen Leitmedien machen ausschließlich Griechenland für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Das ist sachlich falsch und macht mich wütend. Und deshalb müssen die Leitmedien sich den Vorwurf der „Propaganda“ gefallen lassen. Meine Empfehlung. Informieren Sie sich alternativ. Z.B auf den NachDenkSeiten.

Die Kanzlerin kümmerte sich, statt Europa zu retten, erstmal um die 70 Jahre Feier ihre eigene Partei (CDU). Vielleicht hätte sie mal genau hinhören sollen. Eine jungen Frau aus der jungen Union sagte folgendes: „Demokratie ist Dialog und Kompromiss“

Wer ist hier eigentlich kompromisslos?
Ja genau. Demokratie ist u.a auch Kompromiss. Und das Gegenteil ist Kompromisslosigkeit.  Allerdings drehen die Koalitionsspitzen mit Hilfe der Willigen aus den Leitmedien die aktuelle Debatte mit Griechenland um und werfen der linken griechischen Regierung „Kompromisslosigkeitt“ vor.
Schauen Sie sich aber mal die Fakten genau an. Sie werden feststellen, dass es die EU Spitzen sind, allen voran die Bundesregierung, die kompromisslos gegenüber Griechenland auftreten.
Sven Giegold bezeichnete das sog. großzügige Angebot der Gläubiger als „Augenwischerei„. Er veröffentlicht ein Papier von Arne Baumann, dass deutlich macht, dass die Gläubiger Griechenlands zu keinerlei Kompromissen bereit sind. Und das obwohl Tsipras prinzipiell bereit war einige Wahlversprechen „zurückzustellen„. Giegold ist darüber enttäuscht: „Ich bin von der Syriza-Regierung enttäuscht. Sie hat in den fünf Monaten faktisch nichts auf die Reihe bekommen, was die Bekämpfung von Steuerflucht und Korruption angeht…
(hwn … Dazu hier ein paar Anmerkungen in meinem persönlichen Blog)

Ja, Dialog und Verhandlungsergebnisse in der Demokratie sollten immer tragfähige Kompromisse folgen. Was wir hier aber erleben ist doch in Wahrheit ein kompromissloses Diktat der Gläubigerseite, die nicht darauf achten, dass die andere Verhandlungspartei (Griechenland) ihr Gesicht wahren kann.
Und die Leitmedien spielen mit. Bis heute war der Großteil der Leitmedien kaum bereit eine ausgewogene Berichterstattung zu transportieren.
Auch wir haben hier oft darüber berichtet.

Netzschauen Sie dazu auch:
Grexit/No Grexit…. (hwn)

Eine richtige Offenbarung war der Kommentar von Rolf-Dieter Krause. Er spricht das aus, was wohl auch die EU Spitzen und die Bundesregierung wohl denken, aber (noch) nicht wagen offen auszusprechen. „Die Jungs von Syriza”, seien „so was von verantwortungslos”, dass man sie „zum Teufel jagen” müsse. (Quelle)
Übersetzt: Also weg mit der linken Griechen Regierung, die es gewagt hat nicht nur die Austeritätspolitik, sondern insgesamt den Neoliberlaismus in der EU in Frage zu stellen.
So machen sich Leitjournalisten mit einer Sache eins und beerdigen ihre sog. Unabhängigkeit.  Ich bin eigentlich immer sehr zurückhaltend. Aber diesmal werfe ich den sog. Leitmedien in der Bundesrepublik Propaganda gegen ein befreundetes Volk vor. Ein Schande für ganz Europa.

Netzschauen Sie folgende Artikel aus den NachDenkSeiten.
Jens Berger:
Schulz Märchenstunde – ein neues Angebot an Griechenland, das weder neu noch ein Angebot ist (hwn)
Operation geglückt, Europa tot (hwn)

Nils Kadritze:
Das griechische Referendum als Akt der Verzweiflung (hwn)

Albrecht Müller:
Das arme Griechenland und die Armseligkeit unserer Medien. Eine Dokumentation und einiges mehr zur totalen Meinungsmache. (hwn)

Lesen Sie bitte unbedingt mehr auf Seiten wie den NachDenkSeiten und lassen Sie sich nicht einseitig von den Leitmedien informieren. Sie werden z.Z zum Thema Griechenland selten eine ausgewogene Berichterstattung finden. Mit Hilfe der NachDenkSeiten können Sie sich aber ein ausgewogene Meinung bilden.

Sie meinen ich mache jetzt so eine Art Gegenpropaganda für die NachDenkSeiten? Von mir aus: JA, nennen sie es so! Ich bin kein Journalist, sondern Blogger und Medienbeobachter.  Und deshalb darf ich das auch. Und ich meine, dass solche Empfehlungen wichtiger denn je sind. Ich kann die Leser/Innen dieses Blogs mit den Leitmedien nicht alleine lassen.

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weitere Links: (auch hier)

Auch die Taz setzte sich mit einigen Behauptungen aus der EU auseinander und kam zu dem Schluss: „Rotzfrech gelogen“  (hwn)

3 Kommentare zu “Griechenland: Verhandlungen vorerst gescheitert – Ungeheuerliche Propaganda der Leitmedien. Lesen Sie alternativ die NachDenkSeiten

  1. Der FAKTENCHECK von Gustav A. Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, hat folgendes ergeben:

    Unsere Überprüfung der uns vorliegende Dokumente zu den Verhandlungen zwischen und den Institutionen sowie der Eurogruppe haben folgende Bild ergeben.

    1. Es gab den offiziellen Vorschlag das zweite Hilfsprogramm bis November zu verlängern.

    2. Der Wert wird mit rund 15 Mrd.beziffert ,was falsch ist ,da es sich um teilweise problematische Umschichtungen handelt, bei dem Geld, das eigentlich für die Bankenrekapitalisierung vorgesehen war, zum Abtrag der Schulden beim IMF benutzt werden sollte.

    3. Es hat nie ein offizielles Angebot über ein 35 Mrd. Investitionsprogramm gegeben. Man hat Griechenland informell nur einen erleichterte Nutzung bestehender Programme zugesagt. Die Erleichterung besteht in einem geringeren Kofinanzierungsbeitrag ,den Griechenland aber auch nicht leisten kann.

    4. Es gab nie eine offizielles Angebot einer Umstrukturierung der Schulden. Es gab informelle Bemühungszusagen, sich um solche Gespräche in Zukunft zu bemühen.

    Fazit : Hier werden Legenden gestrickt. Aber wenn diese Angebote tatsächlich ernst gemeint waren, kann man sie am Montag ja wiederholen.

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