Tarifstreit Berliner Verkehrsbetriebe – Zwischen Geduld und GDL

von Marty Ludischbo 

Berlin: Seid dem 05.03.2008 geht in Berlin nur noch wenig. Der eskalierte Tarifstreit bei den Berliner Verkehrsbetrieben droht weiter zugehen. Gestern sind die Tarifparteien ergebnislos auseinander gegangen.

Verdi Berlin richtet sich heute noch einmal ausdrücklich an die Öffentlichkeit. Sie bitte um Verständnis für den Arbeitskampf, der sich nicht gegen die Bürger/Innen richtet, obwohl diese die Leittragenden sind.
Quelle: https://berlin.verdi.de/data/fahrgastinfo01a-08.pdf

 

Das Verständnis für die Streikenden nimmt  subjektiv wahr genommen  etwas ab. Das zeigen die Kommentare im Berliner Tagesspiegel ganz deutlich.
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/BVG-Streik-Verdi;art270,2493937
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Landespolitik-BVG-Streik;art124,2493998

Trotzdem ist auch zu sehen, dass die Geduld der Bevölkerung noch lange nicht zu Ende ist.
Eine kleine Verschnaufpause würde sicherlich allen gut tun. Mal nachdenken und überlegen, wie es weiter gehen soll.
Das schafft Luft zum atmen, sowie für die Streikenden, als auch für die Streik-Betroffenen. Eine schwierige Gradwanderung muss die Verhandlungsführende Gewerkschaft verdi da gehen. Auf der einen Seite öffentlichen Druck aufbauen um die Arbeitgeber zu beidrucken und zum Handeln zu zwingen. Dazu brauchen sie den Unmut der Streik-Betroffenen.

Und auf der anderen Seite brachen sie die Geduld der Streik-Betroffenen. Wird die Versschnaufpause, also die Streikpause zu lang, haben zwar wieder mehr Streik –Betroffene Verständnis, aber der Druck auf die Arbeitgeber wird auch geringer.

Sinkt die Geduld der Streik Betroffenen  auf null wird auch der Druck auf verdi immer größer einen Tarifvertrag zu unterschreiben, der nicht mal in die Nähe der Erwartungen der streikenden Mitglieder kommen. 

Schwindet die Solidarität der Streik-Betroffenen sinkt auch der Streikwille. Ein Jojo-Effekt, der zu einem, aus gewerkschaftlicher Sicht, tarifpolitischen Amagedon führen kann

Die GDL wartet schon

Die GDL wartet schon. Bis zu 1000 Mitglieder sollen bei der BVG und bei der BT bis Jahres Ende geworben werden.

Quelle: welt-online http://www.welt.de/berlin/article1786295/Berlins_SPD-Chef_attackiert_Gewerkschaften.html

Die GDL will mitmischen im Nahverkehr.
Und das wird ihr gelingen, je schlechter die Erwartungen erfüllt werden. Ob es aber ein Machtkampf unter den Gewerkschaften ist, wie Her Müller von der SPD behauptet sei mal dahin gestellt.
Es ist die Erwartungshaltung der Mitarbeiter,  die die Gewerkschaft verdi dazu zu zwingt diesen schwierigen Arbeitskampf zu führen.

Um was geht es im Berliner Tarifkonflikt  (TV-N Nahverkehr)

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>