Welternährungskrise!

Empfehlung: Dieses Newsletter wurde am 23.04.08 an mich gesendet.

Dieses Schlachtwort geht um die deutschen Medien Land auf Land ab.

In Blogs, kommerziellen Medien ist das Thema heiß diskutiert. Das finden auch die Essens-Verbesserer. Deshalb veröffentliche ich hier das aktuelle Newsletter von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch.

Hallo und guten Tag,
die Frage der Welternährung ist derzeit eines der meistdiskutierten Themen. Steigende Lebensmittelpreise führen zu Unruhen, einige Staaten haben den Export von Reis und Getreide gestoppt, der Hunger in den ärmsten Ländern nimmt noch weiter zu. Nahrungsmittel wie Weizen, Mais und Zuckerrohr werden, vor allem weil sie zu Biosprit verwandelt werden, zu lukrativen Spekulationsgütern an den internationalen Börsen. In der aktuellen Diskussion um gestiegene Lebensmittelpreise und deren globale wie auch nationale Auswirkungen müssen aus Sicht von foodwatch folgende Fakten berücksichtigt werden:

 1. Rücksichtsloses Ethanolprogramm in den USA

 Die akuten Preissteigerungen sind im Wesentlichen auf das laut dem angesehenen Wirtschaftsmagazin „The Economist“ „rücksichtslose“ Treibstoffrogramm der USA zurückzuführen. Da 2007 mehr als ein Drittel der US-Maisernte für die Herstellung von Biosprit verwendet wurde, haben sich die Getreidevorräte weltweit verknappt. Andere Faktoren sind der gestiegene Rohölpreis, wodurch Biosprit für den Markt interessant wird, sowie Enteausfälle. Die steigende Lebensmittelnachfrage aus China und Indien ist in der aktuellen Situation weniger bedeutsam, sie wirkt sich eher langfristig auf die Preisentwicklung aus. Lesen Sie den vollständigen Economist-Artikel (auf englisch) hier:

http://www.economist.com/opinion/displaystory.cfm?story_id=10252015

Das Hungerproblem in der Dritten Welt wird durch diese Entwicklung verschärft. Schon seit Jahrzehnten hungert weltweit knapp eine Milliarde Menschen.

 
2. Das EU-Agrarsystem subventioniert den Hunger

Das EU-Agrarsystem ist für den heutigen Hunger in vielen Entwicklungsländern mitverantwortlich. Steuersubventionierte Nahrungsmittelexporte aus der EU zerstören kleinbäuerliche Existenzen in der Dritten Welt. Zugleich wehren hohe Handelsbarrieren bei uns Importe (insbesondere von verarbeiteten Produkten) aus den Entwicklungsländern ab. Mit verheerenden Folgen: Die Entwicklung der Landwirtschaft, eine unabdingbare Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung und die Überwindung des Hungers, wird in den Entwicklungsländern dadurch massiv behindert. Mehr zu diesem Thema auf der foodwatch-Internetseite unter:

http://foodwatch.de/kampagnen__themen/welternaehrungskrise/

Auch die Biospritpläne der EU (10 Prozent Beimischung im KFZ-Treibstoff) werden die Preise für Nahrungsmittel weltweit anheizen. Die Nachfrage etwa nach Palmöl, einem wichtigen Grundstoff der Nahrungsmittelindustrie, wird das Angebot für die Nahrungsmittelindustrie verknappen und zu weiteren Preissteigerungen führen.

3. EU-Agrarsystem abschaffen, fairen Handel und Wettbewerb einführen

In Deutschland können die meisten Bürger die Preissteigerungen verkraften. Gleichzeitig gibt es auch hier eine Schicht der Bevölkerung, die unter der aktuellen Entwicklung leidet. Das jedes Jahr mit fast 50 Milliarden Euro an Steuergeldern subventionierte EU-Agrarsystem verteuert auch die Nahrungsmittelpreise bei uns. Weitere Informationen gibt es auf der foodwatch-Internetseite unter:

http://foodwatch.de/kampagnen__themen/welternaehrungskrise/hintergrund_eu_subventionen/

Sowohl aus Sicht der Verbraucher in Deutschland und Europa als auch aus Sicht der Bauern und Verbraucher in der Dritten Welt ist es überfällig, das EU-Agrarsystem mit seinen Zöllen und Subventionen abzuschaffen. Es muss einen fairen Handel mit der Dritten Welt geben.

Wenn Landwirte Aufgaben im Bereich der Landschaftspflege oder im Naturschutz übernehmen sollen, müssen sie dafür speziell entlohnt werden, nicht aber über die Subventionierung ihrer Produkte. foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode äußerte sich hierzu im Radiointerview mit dem Deutschlandfunk. Im Internet zum Nachlesen und Reinhören unter:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/774476/

Die Agrarpolitik der Europäischen Union führt dazu, dass Menschen verhungern. Arme Länder werden in ihrer Entwicklung behindert, wodurch sich Korruption und undemokratische Zustände verschärfen können – mit Sicherheitsrisiken auch für uns. foodwatch fordert von der Bundesregierung und der EU-Kommission die Aufgabe der Biospritpläne, die Abschaffung des EU-Subventionssystems und die Beseitigung der unfairen Handelsbarrieren gegenüber der Dritten Welt.

 Klicken Sie sich rein,

das foodwatch-Team

www.foodwatch.de

 

Herausgeber:
foodwatch e. v., henrik düker (v.i.s.d.m.), brunnenstr. 181, 10119 berlin, germany

 foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 Nz, AG Charlottenburg, Geschäftsführer ist Dr. Thilo Bode.

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Hinweis DNZS-Redaktion. Die Veröffentlichung von Newslettern hat uns Foodwatch heute per eMail bis auf Widerruf genehmigt. Bochum,29.04.2008 Marty Ludischbo, Herausgeber „Die Netzschau“

3 Kommentare zu “Welternährungskrise!

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