Politabschluss in der Metall und Elektroindustrie

Moderat, wirtschaftlich belastbar und ungerecht normal

von Marty Ludischbo

„“Verantwortlicher Tarifabschluss im Zeitalter der Krise.““ Das ist das Medienecho des heute erzielten Tarifkompromiss in Sindelfingen. Die Arbeitgebervertreter triumphierten heimlich für diesen kleinen Sieg gegen die IG Metall. Sichtlich gequält versuchte Berthold Huber und Jörg Hofmann in der Pressekonferenz den Abschluss als „ordentliches“ Ergebnis zu verkaufen. „Mehr wäre wohl auch mit einem Arbeitskampf nicht erreicht worden. Trotzdem sprechen natürlich auch die Arbeitgeber von schweren Belastungen. Verzichten auf triumphale Rhetorik, wohl aus Rücksicht ihres Tarifpartners, die ja auch noch das „ordendilche“ Ergebnis von den Mitgliedern absegnen lassen will.

Die Fakten: (Übersicht)

In der vierten Verhandlungsrunde haben sich die Tarifparteien der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie auf ein Ergebnis verständigt.Für die Monate November und Dezember 2008 sowie Januar 2009 erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 510 Euro, fällig im Dezember 2008.Die Entgelte der über 850.000 Beschäftigten der Branche werden ab 1. Februar 2009 um 2,1 Prozent vorab erhöht.Von Mai 2009 gilt dann die volle Tabellenerhöhung in Höhe von 4,2 Prozent. Diese zweite Anhebung von 2,1 Prozent kann betrieblich bis zu sieben Monate verschoben werden. Hierzu bedarf es einer freiwilligen Betriebsvereinbarung.
Für Mai bis Dezember 2009 gibt es eine weitere Einmalzahlung von je 0,4 Prozent eines Monatsentgeltes. Die Gesamtlaufzeit der Vereinbarung beträgt 18 Monate, bis April 2010.

IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann zeigte sich trotz schwieriger Verhandlungen mit dem Ergebnis zufrieden. „Es ist uns gelungen einen Arbeitskampf in letzter Sekunde abzuwehren. Die Verhandlungen standen anfangs unter keinem guten Stern. Trotzdem konnten wir den Gordischen Knoten durchtrennen und ein Ergebnis finden. Ohne die massiven Warnstreiks von etwa 172 500 Metallerinnen und Metallern wäre dieser Abschluss nicht zustande gekommen.“Quelle:

Also doch die üblichen Spielchen. Hoch Fordern, niedrig anbieten, Warnstreiks, Presseschlacht, Einigung irgendwo in der Mitte des erträglichen. Heute um eine neue Floskel erweitert. „Ordentliches Ergebnis“ So werden es wohl die Beschäftigten sehen, die sich natürlich mehr erhofft hatten.
Die Ökonomen, Politiker und Wirtschaftsvertreter sprechen von Verantwortlichen Abschluss. Was auf dem ersten Blick unterschiedlich anhört, ist in Wirklichkeit normale Tarifpolitik. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Netzschau zum Thema

News.de: 4,2% mehr Lohn lesen
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Diskussinsthread: Tarifkonflikt Metall: Übliche Spielchens?

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