USA machen ernst gegen Steueroasen

Artikelbeschprechung: Berliner Tagesspiegel vom 19.01.2009 von Harald Schumann:

Titel: Wie Kapitalflucht künftig verhindert werden soll:

Die Amerikaner scheinen es ernst zu meinen. Sie haben ihren Steuerflüchtlingen offenbar den Kampf angesagt.

Harald Schumann schreibt:

„Auf Forderung der US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) wird die Bank in Kürze gut 19 000 US-Bürgern ihre außerhalb der USA geführten Konten einfach kündigen. Gleichzeitig werden auch die Beamten der zuständigen Steuerbehörde von der Existenz der – zumeist heimlichen – Auslandsvermögen erfahren. „Es gibt keine Chance mehr, das zu verstecken“, klagte einer der Betroffenen der „New York Times“. Tausenden droht eine Anklage wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche.“

Da bin ich ja mal gespannt. In den Staaten, einml verurteilt, ist es ja bekanntlicherweise nicht so einfach mit einer Strafmilderung davon zu kommen. Allerdings wird sich noh herausstellen, ob die eigentlichen Drahtzieher des Finanzschreckens verurteilt werden. Die Amerikaner suhen aber auch nach Einnahmen. Die ganzen Rettungsaktionen kosten ja auch schließlich Milliarden.

Dazu Harald Schumann weiter:

„Und wenn der neue Präsident sein Wahlkampfversprechen wahrmacht, dann werden US-Steuerfahnder mit gleicher Härte künftig auch gegen alle anderen Staaten von Hongkong bis zu den Cayman Islands vorgehen, die von der organisierten Steuerflucht leben. Dem US-Fiskus winken damit nach Ermittlungen des Senats Mehreinnahmen von weit über 100 Milliarden Dollar jährlich.“

Das Geld werden sie auch brauchen.
Und was macht Deutschland?
Steinbrück ist da offensichtlich vorne dabei.

 Harald Schumann:

„Mit einem „Gesetz zur Bekämpfung schädlicher Steuerpraktiken“ will er das Steuerrecht so verschärfen, dass im Extremfall der gesamte Geschäftsverkehr mit Staaten lahmgelegt wird, die nicht die von der OECD aufgestellten Kriterien der behördlichen Zusammenarbeit erfüllen. Der in dieser Woche fertiggestellte Gesetzentwurf, der dem Tagesspiegel vorliegt, sieht unter anderem vor, dass alle Zahlungen an Firmen in nicht-kooperativen Staaten nicht mehr als Betriebsausgaben anerkannt werden sollen, sofern die Bundesregierung das für nötig hält. Das würde nicht nur die verbreiteten Umwegzahlungen über Steueroasen unterbinden, mit denen viele Firmen ihre Gewinne dorthin verlagern. Zugleich würden auch die Dienstleistungen der Banken aus den Offshore-Zentren unverkäuflich.

Auf jeden Fall ein löblicher Ansatz, wie ich finde:
Sofern die Bundesregierung das für nötig hält?
Deutschland sollte Druck machen. Sie muss den Banken und Versicherungen auferlegen, dass sie weder selber noch für Kunden in Steueroasen Geld anlegen dürfen.
Und Deutschland sollte da mit Frankreich federführend voran gehen. Wir brauchen da eine EU-weite Lösung! Und Widerstand wird es sicher von England, Österreich geben. Schließlich ist die Londener City die größte Steueroase überhaupt.

Fazit:
Ein sehr interessanter Artikel. Wir sind gespannt ob die politische Klasse es ernst mein sich aus den Fängen der Finanzindustrie zu befreien.
Wie heißt es so schön. Die Steuern für die Arbeitnehmer regelt das Lohnbüro...Die Steuereinnahmen für die Freiberufler und Mittelständler regelt das Finanzamt und die Steuern für die Geld und Finanzeliten regeln die Steueroasen.

Harald Schumann ist Mitautor des Bestseller „Der Globale Countdown“
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Welche Regeln brauchen nun die Finanzmärkte?
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Rettungsaktion oder Selbstbedienung

Ein Kommentar zu “USA machen ernst gegen Steueroasen

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