Tarifeinigung im Erziehungsdienst- Streiks werden beendet

DNZS Logo20 Zusammengestellt und kommentiert von Marty Ludischbo
Frankfurt am Main. (dnzs/verdi/vka/gew) Die DGB Gewerkschaften verdi und GEW und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) haben sich in der achten Verhandlungsrunde auf eine bessere Bezahlung und einen Gesundheitsschutztarifvertrag für die kommunalen Sozial- und Erziehungsdienste geeinigt. Von der am Montagmorgen in Frankfurt/Main nach einem fünftägigen Verhandlungsmarathon erzielten Einigung profitieren rund 220.000 Beschäftigte.

So sehen es die Verhandlungsführer/Innen
„Der Einstieg in die Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe ist gelungen. Und damit wird deutlich gemacht, was
Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen leisten“, betonte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. „Die kommunalen Arbeitgeber haben zugleich dem Druck, dem sie von vielen Seiten ausgesetzt waren, widerstanden und eine Tarifeinigung getroffen, die die schwierige Haushaltslage der Kommunen aufgrund der Finanzkrise berücksichtigt. Die kommunalen Arbeitgeber haben damit zugleich das ihre getan, um die Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst zu beenden, vor allem im Interesse der betroffenen Eltern und Kinder.“kommentierte der Verhandlungsführer Dr. Thomas Böhle(SPD) dieses ErgebnisBanner tapo blog tr 09

Der Abschluss kostet die Kommunen zwischen 500 und 700 Millionen Euro jährlich. „Die finanzielle Mehrbelastung ist für die Kommunen eine harte Nuss. Der monetären Vorleistung muss nun auch eine qualitative Aufwertung des Erzieherinnenberufes folgen“, so Böhle.
„Frühkindliche Bildung und Erziehung sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, an denen sich Bund und Länder in erheblich größerem Umfang als bisher finanziell beteiligen müssen – vor allem nach den ständigen öffentlichkeitswirksamen Sympathiebekundungen für eine finanzielle Aufwertung des Erzieherinnenberufs von SpitzenpolitikerInnen jeglicher Couleur.“ so Böhle weiter.

Das Tarifergebnis im groben Überblick:
Wichtig sei, dass der betriebliche Gesundheitsschutz, dessen Regelungen weit über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen würden, tarifvertraglich verankert wurde. „Dafür haben die Beschäftigten wochenlang gekämpft und sie haben es geschafft, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern: durch die Einsetzung von betrieblichen Gesundheitskommissionen, Gesundheitszirkel und Gefährdungsanalysen“, erklärte Bsirske.
So sieht es auch GEW-Verhandlungsfüherin Ilse Schaad „Der harte Kampf und die anstrengenden Verhandlungen haben sich gelohnt!“ so. „Trotz der Wirtschaftskrise ist uns ein respektables Ergebnis gelungen. Dies sei insbesondere der hohen Kampfkraft der gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, die viel Energie in die Streiks gesteckt hätten „, so Schaad weiter.
Gleichzeitig sind neue Regelungen zur Bezahlung vereinbart worden. Damit sei eine neue Entgelttabelle für die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes geschaffen worden, durch die sie besser gestellt würden. „Neueingestellte haben ab 1. November 2009 deutlich mehr Geld. Die Benachteiligung der vergangenen Jahre ist damit endlich Geschichte“, sagte der ver.di-Chef.
– Eine Neueingestellte Erzieherin erhielt bislang 2.130 Euro brutto, jetzt bekomme sie 2.240 Euro, das heißt 110 Euro mehr. Nach vier Jahren erhalte sie anstelle von 2.240 Euro künftig 2.400 Euro.
– Eine Erzieherin mit 18 Jahren Berufserfahrung erhalte nun 2.864 Euro, das seien 390 Euro mehr, als sie früher nach 20 Jahren erhalten habe.
– Ein Sozialarbeiter im Allgemeinen Sozialen Dienst habe bisher als Berufsanfänger 2.237 Euro verdient, künftig seien es 2.500 Euro.

Der Tarifabschluss steht noch unter Erklärungsfrist der Gewerkschaften bis zum 21. August 2009. Er soll zum 1. November 2009 in Kraft treten.
Auch die Tarifunion des deutschen Beamtenbundes wird den Kompromiss mitunterschreiben, um das ausgehandelte Ergebnis auf ihre Mitglieder zu übertragen.

„Dass man sich dennoch in der Wirtschaftskrise auf diesen Abschluss einigen konnte, ist vielleicht ein erstes Zeichen dafür, dass Politik und Gesellschaft langsam die Bedeutung dieses Berufes anerkennen – und bereit sind, mehr dafür zu bezahlen.“ kommentierte das Boulevard-Internet-Magazin der westen.de

Gute Arbeit, gutes Geld!
Die Tarifpartner/Innen waren zur Einigung gezwungen. Ein Streik hätte die Arbeitgeber kaum noch schädigen können, da die Eltern die Kosten kaum oder nur geringfügig gegen die Gemeinden geltend machen können. Somit wäre durch einen Streik, die kommunalen Kassen entlastet und die Gewerkschaftskassen belastet worden. Das hätte die Medien wohl schnell aufgegriffen und der Druck wäre sicherlich von den Arbeitgebern auf die Beschäftigten übergegangen.
Heuer einen Abschluss zu finden ar eine gute Entscheidung. Die Gemeinschaft , Bund,Länder und Kommunen müssen die Mehrkosten tragen.
Das ist gut so. Böhle hat Recht, wenn er sagt, dass alle sich an den Mehrkosten beteiligen müssen. Gute Erziehungsarbeit kostet Geld. Bund und Länder dürfen die Kommunen nicht alleine lassen.Gewinner sind die Kinder, Eltern und Beschäftigten und die Wirtschaft. Gute Tarifabschlüsse regen den Konsum an und helfen in der Wirtschaftskrise.

Quellen:

https://presse.verdi.de/aktuelle-themen/kampagne_sozial-_und_erziehungsdienst
http://www.gew.de/EGO_Einigung_im_Tarifstreit.html

http://www.tarifunion.dbb.de/nachrichten/archiv_2009/270709_kita.htm
http://www.vka.de/site/1037287236109022/april_2008/presse/presseinformationen/news-129.htm

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