Illusionen contra Fakten

Netzwerke aus Politik, Medien und Finanzwirtschaft zaubern Illusionen für das Wahlvolk.  Aber gut recherchierte Fakten sprechen dagegen
zusammengestellt von Marty Ludischbo

Das sollte uns noch einmal vor der Bundestagswahl am Sonntag zum nachdenken bringen. Die gezeichneten Illusionen, dass 1. die Finanzkrise vom Himmel gefallen ist und 2. die Bundesregierung ein spitzen Krisenmanagement betrieben haben soll.


1. Sinnestäuschung.
Die Finanzkrise kam überraschend und aus den USA?
Das, das eine erste Wahrnehmungsillusion ist, haben die Macher der NachDenkSeiten durch akribische Recherchen eindrucksvoll widerlegt. Dass die Zockereien der deutschen Privat und Landesbanken an den Internationalen Spielcasinos nicht alleine die USA verantwortlich gemacht werden kann, ist ja  nun wirklich selbsterklärend. Anscheinend waren die Risiken auch bewusst.  Ein kurzer Blick zurück: Am 16. Februar 2003 trafen sich in Berlin der damalige Bundeskanzler Schröder, sein Wirtschaftsminister Clement und Bundesfinanzminister Eichel mit den Spitzen der Banken und Versicherungen zu einer  Geheimsitzung. Man beschäftigte sich u.a mit den Fragen, wohin mit  den hohen Verluste und Risiken einiger Finanzinstitute. Außerdem wurde ein   Vorschlag erarbeitet, eine Auffanggesellschaft für unsichere, faule Kredite zu gründen. (1)Heute nennt man das Bad Bank (oder auch Zweckgesellschaften genannt). die der Deutsche Bundestag mit dem Gesetz : Gesetz zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung im Frühjahr 2009 auf dem Weg brachte und die Bundesregierung uns schon damals an der Nase herumführte.

2. Sinnestäuschung
Das Krisenmanagement der großen Koalition wird in der allgemeinen Wahrnehmung überwiegend als gut bewertet.

Die einst mal linksliberal gewesene Süddeutsche Zeitung feierte dann auch ausgiebig die Sozialdemokratische Union Deutschlands. (2)
Schließlich wurden ja alle Garantien und Bürgschaften für uns Sparer/Innen und Wirtschaftsteilnehmer/Innen gemacht. Und natürlich ist die Hypo Real Estade (HRE) systemrelevant.   Und damit das nicht so auffällt hat die Bundesregierung die Liste, aus der sich ergibt, dass nicht die Bürger, sondern ein obskurer Strauß von Banken, Versicherungen und Fonds gerettet wurde, für geheim erklärt. (3)
Allerdings, dank Harald Schumann, der im Besitz eines Papiers der Deutschen Bundesbank ist, mit Listen der Gläubiger der Hypo Real Estate (HRE) und ihren Forderungen an dieses von der Bundesregierung über den Rettungsfond gerettete Bankinstitut.

„Für die Sanierung der Pleitebank HRE fließen zweistellige Milliardensummen aus Steuergeldern. Aber die Regierung hält die Namen der Kreditgeber geheim, die auf Staatskosten freigekauft wurden. Die Bürger müssen zahlen, aber für wen, das sollen sie nicht wissen. Wir dokumentieren die Liste der Geretteten ? die bisher keinen Cent zur Rettung beitragen müssen.…“ Einleitung Artikelempfehlung: Berliner Tagesspiegel vom 13.09.2009, Harald Schumann:  Die Geretteten weiterlesen

Die hier zusammengestellten Fakten aus den Nachdenkseiten und den hervorragenden Recherchen von Harald Schuman ist es zu verdanken, dass die von vielen Netzweken aus Politik, Medien und Finanzwirtschaft produzierten Wahrnehmungen, als Illusionen enttarnt wurden. Und in Mitte dieser Illusionen verspricht die Kanzlerin in einer neuen Koalition mit den rechtsliberalen die „Wachstumskräfte besser frei zusetzten“um dann den Wähler/Innen die nächste Illusion zu verkaufen: Steuersenkungen.
Herr Steinbrück sprach von „Komasaufen“ auf den Finanzmärkten und harte bevorstehenden „Verteilungskämpfen“. (4)
Recht hat er. Aber am Sonntag sollten die Wähler/Innen auch wissen für wen wir diese Verteilungskämpfe führen sollen und wem wir das zu verdanken haben.  Eben u.a für geheimgehaltene Gläubiger, die sich am Topf der Steuerzahler bedienen und einer Krise, die ebne nicht aus heiterem Himmel gefallen ist.  Aber was sind schon Fakten gegen echt wirkende gemachte Illusionen.

Quellen:

(1)
Schon 2003 und in Kenntnis der heraufziehenden Finanzkrise hat eine große CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne-Koalition mit der Förderung des Finanzkasinos weitergemacht

http://www.nachdenkseiten.de/?p=4130
Die Verflechtung der Politik mit dem Casino-Betrieb der Finanzwirtschaft ist enger und älter als wir denken – wir zahlen schon seit 2000 für die Wettschulden
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3599
(2)
Sozialdemokratische Union Deutschland

http://www.sueddeutsche.de/politik/366/487769/text/print.html
(3)
Mit Einschnitten und Steuern zahlen wir für die Rettung von Banken und Fonds durch Merkel und Steinbrück

http://www.nachdenkseiten.de/?p=4210
(4)
Die Realität ausgeblendet

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Wahlkampf-TV-Duell-Angela-Merkel-Steinmeier;art141,2899955

2 Kommentare zu “Illusionen contra Fakten

  1. nun ja, die deutschen haben gewählt , wenn schon nicht eine starke cdu, so doch eine starke fdp. merkel hat weiter an stimmen für ihre partei verloren, aber auch das tut ihrem führungsanspruch keinen abbruch. wir haben die regierung, die wir verdienen, so wie es das amerikanische wahlvolk vormachte, als es busch zum ersten male wählte, einen mann, der nichts als das geld und den einfluss der ölindustrie vorweisen konnte und nach seiner 2.amtszeit als der unfähigste präsident in den usa bezeichnet wurde. müssen wir denn alles nachmachen was aus den usa kommt? es hätte doch auch einen aufbruch mit einem tüchtigen jungen politiker geben können- hier war ein vorbild in den usa. doch zu den fakten: entgegen allen lügen der fdp über sofortige und nachhaltige steuersenkungen ist schon jetzt zu sehen, dass die fdp einknickt.die zeche für ein jahrelanges missmanagement auch unserer großbanken werden die steuerzahler zu zahlen haben. die banken so heranzuziehen, dass sie etwa auf 5 jahre jeweils 5% ihrer gewinne in den staatshaushalt einbringen und so ihren beitrag leisten, wäre das mindeste was man verlangen könnte. wer spielt und verliert muß die zeche zahlen.

  2. @judgeman

    danke für ihren Kommentar. Es ist wohl im ganzen nicht gelungen Fakten und Programme in die Öffentlichkeit zu tragen. Illusionen werden gemacht, um zu verschleiern. Wir brauchen jetzt schnell eine starke Gegenöffentlichkeit und müssen die neuen parlamentarischen Mehrheiten kräftig auf die Finger schauen!

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