Netzeitung sagt Adé- komplette Redaktion wird gekündigt.

(Berlin) Erst verkauft, dann gekündigt. Schade. 14 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Die Schließung der Netzeitung ist ein Irrweg, findet auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Das Ende des Angebotes werden auch viele Blog Betreiber/Innen, Forist/Innen und Bookmarker/Innen merken. Viele Links und Verweise zu dem Online-Angebot, die stets ihre meisten Inhalte für alle ihrer Leser/Innen kostenlos im Netz gelassen hatten, könnten schon bald ungültig sein.
Die überraschend von Oliver Rohloff (Geschäftsführer Berliner Verlag) am Freitag Abend bekannt gegebene Schließung der Netzeitung führt zur Kündigung von 14 festangestellten Mitarbeitern. Die kurze aber bewegte Geschichte der ersten echten Onlinezeitung Deutschlands wird damit beendet.
Es ist bemerkenswert, dass diese Entscheidung in einer Zeit fällt, in der die Onlinezeitung zum Kölner Medienkonzern M. DuMont Schauberg gehört. Dessen Vorstand für Unternehmensstrategie, Konstantin Neven DuMont, erklärt sich derzeit öffentlich zum Ausbau und der Entwicklung seiner Onlinemedien und will zu den Vorreitern von bezahlten Onlineveröffentlichungen („Paid Content“) gehören.
Gleichzeitig wird im Konzern über die sogenannte Syndication von journalistischen Beiträgen aus Print-Redaktionen wie dem Berliner Verlag in andere Zeitungen und in die Onlineveröffentlichungen stark diskutiert. Bisher will der Berliner Verlag dafür lediglich eine minimale Sydication-Flatrate an die Inhalte-Produzenten, die Redakteurinnen und Redakteure in den Verlagen und die freien Journalistinnen und Journalisten zahlen. Die bestehenden Tarifregelungen würden dabei von M. DuMont Schauberg ausgehebelt. „

DuMont agiert zwiespältig. Gerade Onlinemedien leben von starken Marken wie der Netzeitung. Wer die Netzeitung entkernt, die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen entlässt und gleichzeitig neue Onlineangebote aufbaut, befindet sich auf einem Irrweg. Onlineinhalte und –angebote, die ihr Geld wert sein sollen, wird es nicht nebenbei und ohne angemessene Vergütung geben. Dann auch noch erfahrene Onliner zu entlassen, ist ein schwerer Fehler“, erklärte ver.di-Sekretär Matthias von Fintel Für 2010 soll es nach ver.di-Informationen für alle Online-Auftritte in Berlin und Hamburg einen Relaunch geben, für den qualifiziertes Personal benötigt wird. Zudem sind die finanziellen Mittel zur Aufrechterhaltung der Netzeitung durch das Beteiligungsunternehmen BerlinOnline vorhanden. Fast 1 Mio. Euro war der Jahresüberschuss laut der letzten veröffentlichten Bilanz. (Quelle)

Folgen auch fü Netzaktivist/Innen und Mediennutzer/Innen
Die Schließung des Angebotes hat auch Folgen für uns und viele Mediennutzer/Innen. Keiner weiß, ob die jetzigen Inhalte im Netz bleiben. Viele Verweise, Links und Bookmarks könnten schon bald ihre Gültigkeit verlieren. Schade. Experiment gescheitert. Die Leittragenden sind wie immer die Mitarbeiter/Innen.

3 Kommentare zu “Netzeitung sagt Adé- komplette Redaktion wird gekündigt.

  1. Als ……………………….. übernahm, war klar, dass die Chosoe den Bach runter geht; …………………………………………..Ich denke eher man erhoffte sich Lenkbarkeit.

    ___________MOD! Schutz der Privatsphäre-Sorry bitte keine Namen, auch nicht angedeutet, nicht-öffentlicher Personen hier benennen.________________

  2. So kurz war die Geschichte nicht, es waren beinahe 10 Jahre. Bezieh das mal auf das Alter des WWW, wie wir es kennen.

    Eine Internetzeitung als Anhängsel eines Print-Hauses kann – vor allem in der heutigen Zeit – nicht funktionieren. Aber: Die Netzeitung hat sich seit ihrem Start auch nicht weiterentwickelt, neue Möglichkeiten des Netzes nicht genutzt, usw. Sie blieb da stehen wo sie begonnen hat und von da an ging es bergab.

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