Kann eine links progressive Denkfabrik konzeptionelle Antworten geben?

yigglogonewvote: In der TAZ (1) und in der SZ (2) war Ende Januar zu lesen, dass mehrere progressive Ge staltungslinke ein Institut für eine Solidarische Moderne gegründet haben.  Zu den Gründern gehören neben Hermann Scheer die frühere SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti aus Hessen, der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold, Mitgründer von Attac, und die linke Bundestagsabgeordnete Katja Kipping. Es geht darum, einen gesellschaftlichen Gegenentwurf zum herrschenden liberal-konservativen Mainstream zu entwickeln.

Institut Solidarische Moderne“ (ISM) heißt das neue Institut. Wobei über die Abkürzung noch nichts offizielles zu lesen gibt. Die Springer-Presse, das Institut hatte seine Arbeit noch gar nicht aufgenommen, ziehte das Projekt schon lästernd durch den Kakao . Ein BSP ist die Berliner Morgenpost. (Natürlich muss man zwischen den Zeilen lesen. ) (3)

Soziale Moderne contra INSM ?
ISM- Nicht zu verwechseln mit der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft). Das ist eine wirtschaftsliberale  Denkfabrik, die die Metallarbeitgeber ins Leben gerufen haben und es geschafft haben ,mit ihren Botschaften viele politische Konzepte in allen Parteien hinein zu rekrutieren. Maßgeblich sind deren Konzepte mit angeblichen „wissenschaftlichen Anglitz“, gerne auch von Medien als „zuverlässige“ Quelle gebraucht worden. Egal, ob es zum Thema „Arbeitsmarktreformen“, „Demographischer Wandel“, „Privatvorsorge“ etc ging. Immer wieder wurde in Tageszeitungen die INSM als unabhängige wissenschaftliche Quelle genannt und wurde somit neben der Thinktank der Bertelsmannstiftung eine der führenden Meinungsbildnerin der Republik.
Heute sieht man die Initiative allerdings sehr viel kritischer..
Dank Albrecht Müller und Wolfgang Lieb (NachDenkSeiten), LobbyControl oder INSM-Watchblog ist es gelungen diesen Lobbyverein genauso zu enttarnen, wie die neoliberale „Krake Bertelsmann
Denn alle Konzepte dieser Initative dienen in erster Linie den Interessen des unternehmerischen Mittelstandes. 

Welchen Sinn macht nun eine links-progressive Denkfabrik? 
Es macht sehr großen Sinn, eine Alternative zur INSM und anderen Denkfabriken des aktuellen Mainstream zu entwickeln! Was den Gestaltungslinken über den Parteigrenzen hinweg fehlt ist ein ganzheitliches politisches Gegenkonzept. Wenn das Institut Konzepte, Ideen anbietet und diese auch wissenschaftlich hinterlegt, ist das für einen Gegenentwurf genau das Richtige. Es könnte für die progressiven Kräfte Orientierung anbieten. Denkansätze für neue Mehrheiten formulieren.
Medienschaffenden und Journalisten können vergleichen und gegenüberstellen. Ob sie es machen ist  aber eine andere Frage.

Keine Illusionen. Medienschaffende tun sich schwer mit Rot-Rot-Grünen Gedankenspielen
Das Institut Soziale Moderne wird irgendwann Konzepte veröffentlichen, gute Pressemitteilungen verfassen. Aber sie wird dann von den selbst ernannten „Qualitätsmedien“ wahrscheinlich nicht, wie jahrelang die INSM, zitiert. . Die unabhängige … hat gesagt. .. Das ist richtig so, denn Denkfabriken sind nicht unabhängig. Sie wollen lediglich unabhängig wirken.  Nein es wird heißen: Die rot rot grüne Denkfabrik hat gesagt… usw usw. Allein dadurch wird das ganze schon abgeschwächt. Denn das mehrmals wiederholt, wird schnell das Rot-Rot-Grüne Schreckgespenst an die Wand gemalt. Denn davor scheint das verängstigte Bürgertum von rechts bis in Teilen der linken Mitte hinein am meisten Angst zu haben. 
Das wäre alles nicht so schlimm, wenn in den meinungsbildenden Medien, Denkfabriken wie die Bertelsmann-Stiftung oder die oben beschriebene wirtschaftsliberale INSM, ebenfalls in Text-Formulierungen klar gemacht würde, welche Richtung sie vertreten bzw welche Verquickungen zwischen Institut (oder Stiftung) ,Medien und Politik existieren.  Genau das passierte in den letzten Jahren nicht.
Das Bewusstsein einiger wenigen Journalisten kehrt  jetzt grundsätzlich zurück, indem man Pressemitteilungen von Instituten nicht einfach unrecherchiert verbreiten sollte.  Das sie es trotzdem oft tun, hängt dann oft von den Verlagsinteressen ihrer Chefs ab. Kostendruck ist das Stichwort. Da ist es einfacher , mal auf vorbereitete Pressemitteilungen zurückzugreifen. Wir Blogger dürfen das ja machen, um einen Hinweis zu geben. Aber für  einem Qualitätsjournalisten gelten andere Maßstäbe.

Einen Versuch ist es wert.
Die Fehler und Risiken der heutigen herrschenden Politik sind in qualifizierten politischen und gesellschaftlichen Kreisen weitestgehend aufgeklärt. Jetzt müssen Antworten gefunden werden, neue Mehrheiten organisiert und neue Wege aufgezeigt werden.  Mit Hilfe einer Denkfabrik?
Letztes Jahr  fragte der Gelsenkirchener Grüne, Robert Zion, im Freitag:
Wo ist eigentlich die Linke ? Er zeichnete einen Wunsch nach einer konzeptionellen Alternative zur bürgerlichen Sozialen Marktwirtschaft.
Die Internetseite des neuen Institut ist bereits im Netz. Auch Robert Zion ist dabei. Das ist konsequent.
Vielleicht kann das Institut Soziale Moderne (Das Crossover-Institut)  bald Antworten anbieten.  Und warum dann nicht einen öffentlichen Diskurs führen?

Quellen:

http://www.solidarische-moderne.de/

(1) http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/vorbild-norwegen/
(2) http://www.sueddeutsche.de/politik/485/501738/text/
(3) http://www.morgenpost.de/politik/article1246939/Jetzt-wollen-Linke-und-SPD-systematisch-denken.html

 

Ein Kommentar zu “Kann eine links progressive Denkfabrik konzeptionelle Antworten geben?

  1. Warum sollte es ein solche Institut geben? Ich finde wir habne für jeden Dünnschiss irgendwo eins.Ob im geballten Stadtraum oder draußen auf der grünen Wiese.

    Ich gucke erstmal.wie sich das so anlässt .Und ob da auch sowas wie denkerische Leistungen produziert werden.Die einen AHA – Effekt zustande bringen.Oder eben nur ein müdes Lächlen nach außen tragen. Auf der anderen Art, wird ja jemand nicht so unvollendet daher kommen und für Dönekes Geld in die Prärie schleudern !

    Viele Grüße und gut das man dieses Thema hier findet ! 😀

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