Effektiv-Verdienste trotz tarifliche Reallohnsteigerungen gesunken

Der Schein trügt. Auf dem Papier sind die monatlichen Tarifverdienste der Arbeitnehmer/Innen Lt Statistischen Bundesamt, Pressemitteilung Nr.038 vom 29.01.2010, real um ca. 2,4 %gestiegen. Was kaum in Statistiken auftaucht, ist der sog. Effektivlohn . Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) ging in ihrer Pressemitteilung vom 21.01. da etwas redaktioneller ein. Die tarifliche Reallohnsteigerung beträgt demnach im Durchschnitt 2,2 &. Der Effektivlohn, also der tatsächlich gezahlter Verdienst, fiel sehr viel geringer auf.
Zitat:

„Bei den effektiven Bruttoeinkommen sieht die Entwicklung dagegen völlig anders aus: Je Arbeitnehmer/in sind sie im vergangenen Jahr nominal um 0,4 Prozent gesunken, preisbereinigt sogar um 0,8 Prozent. Das Jahr 2009 war damit das sechste Jahr in Folge, in dem die Beschäftigten effektive Reallohnverluste hinnehmen mussten. Die wichtigste Ursache dafür ist die Kurzarbeit, aber auch Abstriche beim Entgelt, zum Beispiel durch die Nutzung von tariflichen Öffnungsklauseln, spielten eine Rolle.“

Quelle: Tarifliche Reallohnsteigerungen, aber sinkende Effektivverdienste, Tariflöhne und -gehälter: 2009 ein Plus von 2,6 Prozent. PM WSI vom 201.01.2010

Der neue Innenminister Thomas de Maizière behauptete am Rande der Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst, dass das Realeinkommen 2009 1,9 Prozent gesunken. Damit meint er wohl die Einkommen aller Arbeitnehmer/Innen, die nach und nicht nach Tarifvertrag entlohnt werden. Stellt am diese Behauptung mit der Statistik des WSI und des St. Bundesamtes gegenüber muss man feststellen, dass Beschäftigte, die nach einem Tarifvertrag bezahlt werden, besser gestellt sind.

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