Bruttoverdienste 2009 gesunken-Deflation? Noch lange keine Entwarnung!

(Wiesbaden/Bochum) Jetzt haben wir es amtlich statistisch. Die Bruttovrdienste sind um 0-4% gesunken. Das deutete sich schon an. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) hatte ja bereits im Januar ermittelt, dass  auch die tariflichen Bruttoeffektivverdienste exakt um diese 0,4% gesunken sind. Die Statistik des Statistischen Bundesamt ermittelt alle Bruttoverdienste, also nicht nur die Bruttoverdienste, die unter einem Tarifvertrag fallen. Darunter auch Arbeitsgelegenheiten und die Vorstandsgehälter. Somit kann jeder seine eigenen bewertende Rückschlüsse ziehen. Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass gerade die unteren und mittleren Einkünfte stärker gesunken sind, als die höheren und Spitzeneinkommen. Das Konsumklima droht abzustürzen und somit wächst die Deflationsgefahr, die viele Optimisten schon als gebannt sahen.

Hier die gesamte Pressemitteilung Nr.074/2010 2009: Bruttoverdienste sinken erstmals seit Gründung der Bundesrepublik

Nach ersten Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind die durchschnittlichen Bruttoverdienste aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland im Jahr 2009 um – 0,4% auf rund 27 648 Euro gesunken. Dies ist der erste Rückgang der Verdienste in der Geschichte der Bundesrepublik. Verantwortlich für den Rückgang der rechnerischen Pro-Kopf-Verdienste sind hauptsächlich der Ausbau der Kurzarbeit und der Abbau von Überstunden. Die neue Buchung der Beiträge zur privaten Krankenversicherung als Sozialbeitrag wirkte ebenfalls verringernd. Seit dem 1. Januar 2009 besteht für alle Bürgerinnen und Bürger eine Krankenversicherungspflicht. Die Arbeitgeberzuschüsse zur privaten Krankenversicherung, die bisher den Bruttolöhnen zugerechnet wurden, werden jetzt als Arbeitgebersozialbeitrag klassifiziert. Ohne diese Neuklassifikation wären die durchschnittlichen Bruttoverdienste nur um 0,2% gesunken. Im Gegensatz zu den Pro-Kopf-Verdiensten sind die Bruttoverdienste je Stunde insbesondere durch den Abbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten um 3,0% gestiegen. Die Arbeitnehmer erhielten 2009 das Entgelt für die Arbeit, die sie in den Vorjahren bereits erbracht haben. Besonders stark betroffen war das Verarbeitende Gewerbe. Hier sanken die Pro-Kopf-Verdienste um 3,6% während auf Stundenbasis ein Zuwachs von 4,4% zu beobachten war. Auch die Lohnstückkosten, die die Relation von Arbeitskosten und Wertschöpfung darstellen, stiegen in diesem Wirtschaftsbereich besonders stark an (+ 15,3%). Bei der Ermittlung der gesamtwirtschaftlichen Durchschnittsverdienste (Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer) der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden alle Arbeitnehmergruppen einbezogen – auch Beschäftigte in Arbeitsgelegenheiten, geringfügig Beschäftigte ebenso wie leitende Angestellte, Vorstandsmitglieder oder Beamte. Ferner werden alle für geleistete Arbeit empfangenen Entgelte und geldwerte Leistungen, zum Beispiel auch Weihnachts- und Urlaubsgeld, Zulagen oder Prämien, berücksichtigt. Die Sozialbeiträge der Arbeitgeber sind dagegen nicht eingeschlossen. Quelle: Statistisches Bundesamt mit Vergleichsdaten 2000

gefahren sind noch lange nicht gebannt.

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