Ärzte haben gewonnen.

Die goßen Gewinner der Tarifrunde 2010 sind die Ärzte und Ärztinnen. Mit einem Kraftakt endet die Tarifauseinandersetzung für die
Ärzte an kommunalen Krankenhäusern. In den frühen Morgenstunden des 9. Juni 2010 haben sich VKA und Marburger Bund auf einen Tarifabschluss geeinigt. Die Ärzte erhalten ab dem 1. Mai 2010 ein lineares Gehaltsplus von zwei Prozent sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro. Zusätzlich steigt die Bezahlung von Bereitschaftsdienst und Nachtarbeit um 20 bis 26 Prozent. (1)

Die Arbeitgeber finden den Abschluss grenzwertig. Der Marburger Bund „ist ganz zufrieden“

Der Konflikt zeigt aber die Macht der gut organisierten Spartengewerkschaften. Sie sind in der Lage auch bei schwieriger Haushaltslage für ihr Klientel gute Abschlüsse zu erzielen. Es reichten dafür nur wenige Streiktage aus. Man muss es aber sagen. Auf Kosten der anderen Beschäftigungsgruppen.

Die wichtigsten Punkte der Tarifeinigung VKA:

Der Tarifabschluss hat eine Mindestlaufzeit bis zum 31. August 2011.

Gehaltserhöhung
Die Gehälter der Ärztinnen und Ärzte werden rückwirkend zum 1. Mai 2010 um 2,0 Prozent erhöht. Zusätzlich wird eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro gewährt.

Verkürzung von Stufenlaufzeiten
Die Verweildauer in den Stufen 3 und 4 der Entgeltgruppe I (Assistenzärzte) wird jeweils von 18 auf 12 Monate verkürzt. In der Konsequenz steigen dadurch junge Ärztinnen und Ärzte schneller in höhere Gehaltsstufen auf. Für erfahrene Fachärzte wurde eine zusätzliche Stufe 6 mit deutlichen Einkommensverbesserungen eingeführt.

Erhöhung der Bereitschaftsdienstvergütung
Die Stundenentgelte für den Bereitschaftsdienst werden rückwirkend zum 1. Mai 2010 deutlich erhöht:
Entgeltgruppe I (Arzt): 25,00 Euro (bislang 22,30 Euro) → +12%
Entgeltgruppe II (Facharzt): 29,00 Euro (bislang 27,10 Euro) → +7%
Entgeltgruppe III (Oberarzt): 31,50 € (bislang 30,00 Euro) → +5%
Entgeltgruppe IV (Leitender Oberarzt): 33,50 € (bislang 32,00 Euro) → +4,7%

Zeitzuschlag für Nachtstunden im Bereitschaftsdienst
Zusätzlich zu dem Bereitschaftsdienstentgelt erhalten die Ärzte in den Nachtstunden (21 Uhr bis 6 Uhr) pro Stunde einen Zeitzuschlag in Höhe von 15 Prozent des Bereitschaftsdienstentgelts.

Zusatzurlaub bei nächtlichem Bereitschaftsdienst
Für die Zeit des Bereitschaftsdienstes in den Nachtstunden erhalten Ärzte einen Zusatzurlaub von zwei Arbeitstagen pro Kalenderjahr, sofern mindestens 288 Stunden der Bereitschaftsdienste kalenderjährlich in die Zeit zwischen 21 Uhr und 6 Uhr fallen.

Inanspruchnahme in der Rufbereitschaft
Die telefonische Inanspruchnahme in der Rufbereitschaft wird besser bezahlt.

Zeitzuschlag für Nachtarbeit im Volldienst
Für die Vollarbeit während der Nacht erhalten die Ärzte erstmalig statt der bisherigen 1,28 Euro pro Stunde einen 15-prozentigen Zuschlag. Dieser wird auf Grundlage der Stufe 3 der jeweiligen Entgeltgruppe berechnet. Damit wird für Assistenzärzte der Zuschlag nahezu verdreifacht und bei Fachärzten fast vervierfacht.

Erweiterung des Tarifbereichs
Die Tarifvertragsparteien vereinbaren, im Anschluss an diese Tarifrunde, spätestens jedoch bis zum 30. September 2010, Tarifverhandlungen über die Arbeitsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst aufzunehmen.

Leistungs- und erfolgsorientierte Entgelte (Vario-Ä)
Durch die Tarifeinigung wird ein zusätzliches variables Vergütungssystem auf freiwilliger Basis für Ärztinnen und Ärzte eingeführt. Dabei können insbesondere in Bezug auf abteilungs- oder klinikspezifische Fort- oder Weiterbildungen Zielvereinbarungen abgeschlossen werden, die neben der Kostenübernahme auch zusätzliche Freistellungen unter Fortzahlung der Bezüge vorsehen sollen.  (2)

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Quellen:
(1) http://www.vka.de/site/9948703171157627/april_2008/presse/presseinformationen/news-168.htm

(2) http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/presse/pressemitteilungen/pm2010/presseinfo_100609.php

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