9 Mio. Menschen würden gerne arbeiten oder mehr arbeiten

Rund ca.  9 Millionen Menschen wünschen sich (mehr) Arbeit. Dem stehen lt. IAB  gerade einmal 659 Tausend offene Stellen gegenüber.

Insgesamt 8,6 Millionen Menschen in Deutschland würden gerne mehr arbeiten, als sie es derzeit tun. Für die Betroffenen bedeutet der unerfüllte Wunsch nach Arbeit oder Mehrarbeit mit unter starke Einbußen in der Lebensqualität. Für die Volkswirtschaft ist es ungenutzte Arbeitskraft. Die Zahl der Menschen mit unerfülltem Arbeitswunsch setzt sich aus unterschiedlichen Personengruppen zusammen. Neben den Erwerbslosen spielen bei der Diskussion um ungenutzte Arbeitskapazitäten noch unterbeschäftigte Erwerbstätige und Personen in der sogenannten Stillen Reserve eine Rolle.
Im Jahr 2009 lebten in Deutschland insgesamt 63,6 Mill. Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren. Darunter waren 38,7 Mill. Erwerbstätige, 3,2 Mill. Erwerbslose und 21,7 Mill. Nichterwerbspersonen. Die Erwerbslosenquote der 15 bis 74-Jährigen, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen, lag bei 7,7%.
Die Erwerbslosenquote allein betrachtet bildet das mögliche Arbeitskräfteangebot jedoch nur unvollständig ab. Zum einen gibt es unter den Erwerbstätigen die Unterbeschäftigten, die den Wunsch nach mehr Arbeit haben und für diese auch verfügbar sind. Das sind beispielsweise Teilzeitkräfte, die gerne ihre Stundenzahl erhöhen würden oder Vollzeitkräfte, die bereit wären mehr zu arbeiten, um zusätzliches Geld zu verdienen. Insgesamt gab es 2009 rund 4,2 Mill. Unterbeschäftigte.
Zum anderen gibt es Personen, die sich in Stiller Reserve (1,2 Mill.) befinden. Darunter fallen Menschen, die weder erwerbstätig noch erwerbslos sind, aber dennoch eine hohe Nähe zum Arbeitsmarkt aufweisen. Dies sind beispielsweise Menschen, die keine Arbeit suchen, weil sie keine Chance auf Erfolg sehen. Grundsätzlich würden sie aber gerne arbeiten und stünden für eine Arbeitsaufnahme zur Verfügung. Oder Personen, die Arbeit suchen, jedoch im Moment erkrankt sind und deshalb kurzfristig nicht verfügbar sind.
Alle drei Personengruppen (Erwerbslose, Unterbeschäftigte und Stille Reserve) zusammen ergeben –bezogen auf die Gesamtheit aus Erwerbspersonen und Stiller Reserve im Alter von 15 bis 74 Jahren– ein ungenutztes Arbeitskräftepotenzial von 20,1%.

Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial 2010

Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial 2009

Quelle: Statistisches Bundesamt

Fundstelle: NachDenkSeiten
————————————————————————————————————————–

Anmerkung!
Diese Zahl muss natürlich noch um die Menschen, die in Weiterbildungsmaßnahmen stecken, erhöht werden. (ca. 500TDT)

Nach jüngsten Angaben des IAB lag das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot für den ersten Arbeitsmarkt im ersten Quartal 2010 bei  659.000 Stellen. Das waren 25.000 oder 4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Von den  Stellen für den ersten Arbeitsmarkt waren der  Bundesagentur für Arbeit 45 Prozent gemeldet. Quelle: Bundesargentur für Arbeit (BA)

 

3 Kommentare zu “9 Mio. Menschen würden gerne arbeiten oder mehr arbeiten

  1. vielleicht sollte auch mal jemand die erwerbstätigen fragen, wer denn gerne weniger arbeiten würde. aber da könnte ja rauskommen, dass es sogar aufgeht – dann wäre das wunderschöne droh- und disziplinierungsinstrument h4 am ende noch in gefahr.

    1. Ich dachte schon, es kommt keiner drauf. Habe es bewusst weggelassen, weil ich dachte, es kommen wütende Proteste.

      Das Thema AZV sollte, nicht nur bei stagnierende Auftragsbücher ein Thema sein. So sollten die Arbeitnehmer viel mehr Freiheit über ihre eigene Arbeitszeit bekommen. Es gibt da ja schon sehr erhellende Konzepte, wo die AN entscheiden, ob sie sich ihre Leistungen in Zeit oder Geld abgelten lassen. So könnten sich auch neue gangbare Wege in der Tarifpolitik etablieren. Z:B die Tarifpartner handeln z.B 4% Lohnerhöhung aus und die/der einzelne AN-In entscheidet, ob sie/er das Vollima in Zeit oder Geld auszahlen lässt.

      a.j-f danke für die richtige und wichtige Ergänzung.;)

  2. Es gibt schon diverse Projekte, bei denen der AN Zeit sammeln kann. Kaufhof hat das mal gemacht. Der Hausmeister hat soviele Stunden über vier Jahre mehr gearbeitet, dass er ein Jahr Pause machen konnte. Allerdings stellt sich dann die Frage, wie man das handhaben soll. Jemand neu einstellen? Sein Kollege fand das jedenfalls nicht so toll.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>