Aufklären statt austreten!

In einem Positionspapier fordert der Bundesvorstand von verdi, Internetnutzer per „Warnhinweis“ davon abzuhalten, Urheberrechte zu verletzen, und ein Ordnungsgeld zu verhängen, sollten sie es dennoch tun. (1)

Das ist natürlich ein wirklich lächerlicher Vorschlag. Im Prinzip müsste dazu die Internetnutzung aller Bürger/Innen überwacht werden. Da haben die Leute vom Bundesvorstand anscheinend nicht so wirklich nachgedacht. Ich glaube nicht, dass so eine Position in verdi mehrheitsfähig ist.  Das weiß wohl auch der Bundesvorstand, denn das Positionspapier wurde,  lt. Kommentar von  Andrea Kamphuis(2) im verdi Mitgliedernetz irgendwo  gut versteckt.

Markus Beckedahl von netzpolitik kommentierte das u.a so.

Noch Mitglied bei ver.di? Vor dem Austreten kann man sich auch nochmal beschweren!

Also das finde ich dann, von dem mir geschätzten netzpolitik-Macher, allerdings völlig übertrieben.
Ich habe das in seinem Blog so kommentiert: (kleine Textfehler hier berichtigt)

……Deswegen austreten oder gar dazu aufzurufen, bei allem Respekt, halte ich für etwas überzogen. Das ist ja ein Positionspapier des BV, wo noch gar nicht feststeht, ob soetwas überhaupt zum Gewerkschaftstag gelangt. Außerdem ist der Fachbereich Medien in Verdi Interessenvertretung und Tarifpartei. Deswegen hat der entsprechende Fachreich vielleicht auch eine andere Sichtweise. Es zeigt aber in der Tat, dass viele, auch dort, das Internet immer noch nicht verstanden haben . Das zeigt auch dieses Positionspapier. Es zeigt aber auch die Hilflosigkeit vieler Journalisten/Innen und andere Beschäftigungsgruppen in verdi , die wahrscheinlich aus Existenzangst das Internet irgendwie als Bedrohung sehen.
Hier sollten wir lieber aufklären, statt zum Austritt aufzurufen. ….


Natürlich ist die subjektive Angst vieler Journalist/Innen ja auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Schließlich konfrontieren die Zeitungsverleger die Beschäftigten damit:- quasi Lohnverzicht zu üben und – länger arbeiten.
netzschaut mal hier!

Allerdings, um noch mal darauf zurückzukommen,  ist mit so einem zweifelhaften Positionspapier und irgendwelchen Stoppschildern das Problem natürlich nicht zu lösen. Denn zusätzliche Verteilungsspielräume eröffnen sich dadurch bestimmt nicht.

Es sollte vielmehr darüber diskutiert werden, wie Qualitätsjournalismus grundsätzlich auch vernünftig bezahlt werden kann. Mit ausgedünnten Redaktionen lässt sich keine gute Zeitung machen. Das wissen wir ja nun leider alle. Wir beobachten doch jeden Tag die Boulevardisierung unserer Tageszeitungen. Und einen guten Qualitätsjournalismus brauchen auch wir Blogger/Innen und Blogger. Wir haben eine gewisse Kontrollfunktion und Korrekturfunktion. Aber kostspielige und zeitaufwendige  Recherchen können wir uns natürlich auch nicht leisteten. Deswewegen brauchen auch wir einen qualitativen Referenzjournalismus. Und der ist natürlich nicht für umsonst zu bekommen.
In meinem Artikel „Zweifeln mit Hilfe eines echten Qualitätsjournalismus“ habe ich u.a auf die Problematik der PR – Industrie aufmerksam gemacht. Dort lässt sich nämlich viel viel Geld verdienen. Mehr als Pauschallisten oder auch Redakteure bei einer Zeitung verdienen können. Für „Öffentlichkeitsarbeit“ geben die Unternehmen richtig viel Geld aus!

Quellen:

(1)
Netzpolitik

(2) Kommentar No 4 unter Artikel Quelle zu 1

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