Noch ein Job für Koch. Drehtür 2010. Auffälliger geht es nicht mehr.

Neben seinem Amt als Chef des Baukonzerns Bilfinger Berger soll Hessens Ex-Ministerpräsident künftig auch den Aufsichtsrat der Schweizer Großbank UBS in Deutschland leiten. Koch habe sich in seiner Zeit als Ministerpräsident für den Finanzplatz Frankfurt eingesetzt, hieß es unter anderem zur Begründung. (1) UBS wurde von Korruptionsexperte/Innen vorgeworfen, in Deutschland Kunden zur Steuerflucht in die Schweiz bewegt zu haben. (2)

Der Blogger André Tautenhahn brachte es in seinem Blogartikel auf dem Punkt.Mit Lobby und Arsch hat das meiner Meinung nach nichts mehr zu tun, sondern viel mit krimineller Energie und Korruption(3)

Zu Erinnerung. In Kochs Amtszeit fiel folgendes dubioses Ereignis:
Mehrere Beamten gehörten zu einer Spezialgruppe der Frankfurter Steuerfahndung, die gegen Besitzer verdeckter Auslandskonten ermittelt hatten. Sie werteten akribisch Akten aus, die bei mehreren Banken beschlagnahmt worden waren – und leiteten, teilweise mit Hilfe der Staatsanwaltschaft, mehrere tausend Verfahren ein. Plötzlich wurden einige abgezogen, beschwerten sich bei Vorgesetzten und einige mussten sogar gerichtlich gegen einen Psychiater vorgehen, der ein dubiosen Gutachten über die Fahnder erstellte. (4)
Das parlamentarische Untersuchungsverfahren hat Koch und das zuständige Ministerium politisch überstanden. Die Mitschuld an dem Vorgehen wurde natürlich abgestritten.

Vermutung: Das Koch in der Lage ist, medialen Druck auszuhalten und  ua. die politische Verantwortung ausblieb, hat Kochs neuen Arbeitgebern eventuell auch gefallen. Ob das ausschlaggebend war wissen natürlich nur die Beteiligten. Aber es liegt schon nahe, dass hier „politische Kontakte und die Durchsetzungsfähigkeit“ eingekauft wurden.
Drehtür 2010. Auffälliger geht es nicht mehr.

Quellen 1-4
http://www.handelsblatt.com/politik/_b=2689498,_p=6,_t=ftprint,doc_page=0;printpage

WAZ,10.11.10, Seite 22

http://tautenhahn.blog.de/2010/11/10/roland-kotz-koch-bekommt-neuen-job-9950792/

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,661891,00.html

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