Günther Jauch! Was soll so eine Art von politischer Berichterstattung im gebührenfinanzierten Fernsehen?

Mit einer aus dem Zusammenhang gerissen Aussage wurde der griechischen Finanzminister Varoufakis aufs Glatteis geführt. Wozu? Um einen Meinungstrend zu verfestigen? Ist diese Art von Politik-Talk im öffentlich rechtlichen Fernsehen wirklich noch zu ertragen?

Am Sonntag hatte der Showmaster Günter Jauch in der ARD den griechischen Finanzminister Varofakis zu seinen politischen Talk geladen.
Wer nun gedacht hatte, die deutschen Fernsehzuschauer bekommen nun eine sach-und inhaltsorientierte Diskussion geboten, wurde leider enttäuscht. Allein schon die Sendungsankündigung auf der ARD Homepage : „Der Euro-Schreck stellt sich“ hätte eigentlich schon vermuten können, dass es um Emotionen, Schuldzuweisungen und das übliche, von der Bild-Zeitung angeheizte, Griechenland Bashing gehen wird. (mehr …)

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Wahlkampfhilfe bei Günther Jauch

Qualitätsjournalismus muss gesucht werden. Im Fernsehen erst recht. Aber was wir gestern bei Günther Jauch sehen müsste, war sicher die schlimmste politische Talk-Sendung seit langen.
Es entstand der Eindruck, dass Jauch mit seiner Sendung pure Wahlkampfhilfe für die beiden Spitzenkandidaten Röttgen und Lindner geleistet hatte. Christian Lindner (FDP)  durfte offenbar sogar einen ganzen Fanclub mitbringen.
Ist das Aufgabe der ARD, eine Woche vor einer Wahl, tot geglaubte Politiker noch einmal solch eine Bühne zur besten Sendezeit zu geben?

Es ist unglaublich wie die FDP die letzten Wochen gepuscht wurde. Es war eigentlich logische Folge, dass die Rechts-Liberalen gestern deutlich in den Kieler Landtag einzogen.
Albrecht Müller von den NachDenkSeiten titelte heute: „FDP haushoch drin und Linke dezimiert draußen – und keiner kommt auf die nahe liegende Erklärung: Meinungsmache“ (hier )

Fortsetzung gestern im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen- bei Günther Jauch
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Erst dreschte Jauch auf die Piraten drauf und mit Norbert Röttgen und Christian Lindner lud er eine Woche vor der Landtagswahl die beiden Liberal-Konservativen Spitzenkandidaten zur besten Sendezeit ein.
Christian Lindner durfte dann auch gleich einen ganzen Fanclub mitbringen.
Nach jedem Redebeitrag fanatischer Beifall. Als Gregor Gysi noch einmal auf die Steuergeschenke für Hoteliers aufmerksam machte – Im Saal Buhrufe des Lindner-Fanclubs.

Und dann machte sich Jauch über Gregor Gysi lustig, der zurecht als Gegenposition zu Lindner darauf aufmerksam machte, dass die hohe Staatsverschuldung der letzten Jahre in erster Linie der Finanzkrise geschuldet ist.

Jauch mit höhnischer Tonlage: „Endlich das mit den Banken–mit den Rentnerinnen und Rentner möchte ich noch von Ihnen hören.“ (ab 0:40 min. hier)

Der Stern sprach von „Schwadronieren, bis der Störer kommt“.

Ich finde:

Die Fehlentscheidung der ARD, die relativ integere Moderatorin Anne Will von diesem Sendeplatz zu vertreiben, wurde gestern Abend mehr als deutlich untermauert.
Das Jauch seine Türsteher zurück pfiff, als diese einen jungen Mann abführten, konnte das Fernsehdesaster von gestern kaum wettmachen.

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