NSA: Bild kritisiert Spiegel – Und welche Kampagne fährt die Bild zum Thema NSA und Geheimdienste?

Die Bild und der Spiegel beharren sich mal wieder. Bild wirft dem Spiegel vor, dass in der neuesten NSA Story von den neun Autoren „nur drei unabhängige Spiegel-Journalisten“ seien, es sich bei sechs weiteren jedoch um „Aktivisten“ handele. Aber welche Ziele verfolgt denn die Bild? Und warum wird Edward Snowden vom Bild-Leitartikler und Bild.de Chef Julian Reichelt ausgerechnet jetzt kritisiert?

Gemeint sind Greenwald, Müller-Maguhn, Poitras, Appelbaum und Gibson.
Sie sind u.a , so der Vorwurf Internet-Aktivisten und irgendwie Lobbyisten für Datenschutz bzw. arbeiten für die die IT Sicherheit.

Dazu ein Artikel von Alexander Becker auf Meedia.de

(…)In dem aktuellen Spiegel-Stück geht es um neue Snowden-Dokumente, die das Nachrichtenmagazin exklusiv einsehen konnte und aus denen hervorgehen soll, dass Geheimdienste wie die NSA „die Herrschaft im Internet wollen” und „einen digitalen Krieg vorbereiten” (..) (hwn)

Das ist natürlich schon komödiantisch, dass ausgerechnet die Bild, anderen wirtschaftliche Interessenkonflikte vorwirft und SPON indirekt eine Kampagne für Datenschutz,  insbesondere für den Sicherheitsbrowser TOR, unterstellt.

Ja vielleicht ist es sogar eine Kampagnen: Aber dass Appelbaum und CO NSA Kritiker sind und deshalb konsequenterweise auch für mehr Daten und Kommunikationsschutz im Netz einstehen, ist allgemein bekannt und ist im Spiegel sicherlich auch immer wieder betont worden. Somit können die Leserinnen sehr wohl die Berichterstattung mit Mitwirkung , z.B von Jacob Appelbaum, einwerten.
Dem Spiegel kann man sicherlich viele Kampagnen vorwerfen. Aber in Sachen NSA-Skandal hat der Spiegel m.E durchaus zur Aufklärung beigetragen.
Der aktuelle Artikel von Appelbaum und CO: „Die NSA rüstet zum Cyber-Feldzug“ ist sicherlich einer davon.

Bild dagegen fährt ständig Kampagnen. Beispiel Griechenland Hetze oder denken wir nur an Kampagnen gegen die gesetzliche Rente.

Was führt bild.de mit der Attacke gegen die NSA Autoren im Schilde?
Bild.de Chef Reichelt fährt in einem Leitartikel vom 09.01, als kurz nach den Morden in Paris, schwere Geschütze gegen Edward Snowden auf und erklärt den Bild-Lesern, warum „wir die Überwachung der NSA gegen den Terror brauchen„.
Dort zitiert er einen angeblichen Geheimdienstler:
(…) „Wir konnten förmlich dabei zusehen, wie uns bekannte Terroristen nach jeder neuen Snowden-Enthüllung weitere Kommunikationskanäle abschalteten.“(..)
Das Argument ist fast schon abenteuerlich. Als ob Terroristen vor Snowden keine sicheren Kommunikationskanäle kannten und ihre Anschläge via Festnetz planten.

Da kommt mir schon irgendwie der Gedanke auf, dass die Bild die Enthüllungen um die NSA Überwachung diskreditieren will, um  die Kampagne einiger Sicherheitspolitiker für die Vorratsdatenspeicherung  und mehr Rechte für Geheimdienste unterstützend zu begleiten.
Da scheint mir die Attacke gegen den Spiegel doch sehr berechnend zu sein.

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"Bild-Zeitung 2012" – Die neuen Aufklärer mit Medienpreis? Ein Rückblick!

Mit Krieg gegen Wulff, Griechenland-Kampagne und „Bild für alle“ versuchte sich das Springer-Blatt 2012 als Aufklärer.

„Bild“ ist ein Boulevardmedium, das täglich großes Geschrei und viel Gedöns um sich selbst macht, aber kaum Journalismus. Zu dieser Wertung kommt die Otto-Brenner-Stiftung in einer „Bild“-Studie. (2011) (1) Aber Bild verliert an Einfluss. Gezielte Aufklärung und Kampagnen im Internet unterstützen diesen schwindenden Einfluss!?
Dachten zumindest viele. Nun hatte das Blatt im Mai 2012 einen Preis für Ihren „Krieg gegen Wulff“  bekommen. Dabei war die Jagt auf Wulf wahrscheinlich ein banaler Racheakt. Die Bild-Zeitung will sich aber wohl als Aufklärerblatt tarnen! Rückblick und Netzschau zum Thema „“Bild“ 2012

Rückblick 2011: Trotz massiver Unterstützer-Kampagne der Bildzeitung für den Freiherr von Guttenberg in der Plagiatsaffäre ist es der Netzöffentlichkeit gelungen den Monarch zu Fall zu bringen. Ich schrieb damals vom Netzfall Guttenberg.

Das war im Jahre 2011. Dann, im letzten Jahr, gab sich die Bild als Aufklärer in der Wulf Affäre. Dafür haben sie, die „Journalisten“ von Bild,  tatsächlich den Herni-Nannen- Preis erhalten. (mehr …)

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Drucksache "Bild" – Fehlanzeige Journalismus

Studie der Otto Brenner Stiftung analysiert Machart und Erfolg der „Bild“-Zeitung

„Bild“ ist ein Boulevardmedium, das täglich großes Geschrei und viel Gedöns um sich selbst macht, aber kaum Journalismus. Deshalb kann derjenige, der „Bild“ nur anhand journalistischer Kriterien untersucht, weder ihre Machart verstehen, noch ihren Erfolg erklären. An die Stelle des Journalismus, der mit seiner Arbeit der Information, der Orientierung und Kommentierung von gesellschaftlich Bedeutsamen sein Publikum erreichen will, setzt „Bild“ Methoden der Werbung, der Unterhaltung, der Kampagnenkommunikation und des Marketings. So lautet das zentrale Ergebnis einer neuen „Bild“-Studie, die bei der Otto Brenner Stiftung erschienen ist. 

„Bild“ folgt einer Logik, die darauf zielt, ein Catch-all-Medium herzustellen, das möglichst viel Publikum fängt und fesselt – von diesem Ziel leiten sich Themenwahl und Machart ab.
Dieses Leitbild verfolgen Verlag, Herausgeber und Chefredaktion mit aller Konsequenz. Das fängt bei dem immer noch niedrigen Preis an, geht mit einem ausgefeilten Vertriebssystem weiter und gipfelt darin, dass Themen, Sprache, Bilder und Layout rücksichtslos als Stimulationsmittel und Reizwerte eingesetzt werden.

Am Beispiel der „Bild“-Berichterstattung über die Griechenland- und Eurokrise des Jahres 2010 zeigen die beiden Autoren Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz mit einer empirischen Untersuchung im Detail auf, wie die „Bild“-Mannschaft Themen und Ereignisse als eine Knetmasse behandelt für ihre publizistischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke. (mehr …)

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Der Reiche als der Ausgebeutete und der Arme als Schmarotzer

von Wolfgang Lieb

NachDenkSeiten - Die kritische WebsiteUnter der Überschrift ?7 Wahrheiten über Milliarden-Spender? singt die Bild-Zeitung das hohe Lied über die Großzügigkeit und will unser Mitgefühl für die Steuerlast der Reichen wecken. Es heißt da:
?REICHE ZAHLEN: Weil die Steuerbelastung in Deutschland mit steigendem Einkommen stark zunimmt, finanzieren die Reichen bei uns den Sozialstaat über Steuern und Abgaben. Das oberste Zehntel der Einkommensbezieher zahlt 55 % des gesamten Steueraufkommens, das letzte Prozent der Superreichen finanziert alleine 22,2 %.?

Das ist mal wieder eine halbe Wahrheit, die eine ganze Lüge ist. (mehr …)

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