Warenhauskette Real flüchtet aus dem Tarifvertrag und versteckt sich hinter dem Argument "Wettbewerbsfähigkeit"

Allgemeinverbindlichkeit würde Abhilfe schaffen
von Marty Ludischbo
 

Die Metro Tochter Real steigt aus dem Flächentarifvertrag aus und will mit Verdi über einen Haustarifvertrag verhandeln. Verdi will das nicht akzeptieren. Die große Frage im Einzelhandel ist:  Wie kann der Wettbewerb über niedrigere Lohnstrukturen endlich wirksam bekämpft werden? Das neue Tarifautonomiestärkungsgesetz scheint den Beschäftigten im Handel erst mal nicht weiter zu helfen. Die Arbeitgeber verweigern sich.

Mit einer sog. OT – Mitgliedschaft (ohne Tarifbindung) will sich die Metrotochter Real *1 aus der flächentarifliche Bindung verabschieden. Ziel scheint klar zu sein: Kostensenkungen über die Personalkosten, keine Lohnerhöhungen in der laufende Tarifrunde sowie niedriger Einstiegstarife für Neubeschäftigte. (mehr …)

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Netzschau: Tarifkonflikt Einzelhandel 2013

update:

*****Einigung auch in anderen Bundesländer ******
11.12.2013/taz.de-  Eva Völpel: „Arbeitgeber bannen Streikgefahr… “ (hwn)  

NRW:das Handelsblatt feierte:
11.12.2013/Handelblatt – Keine Streiks vor Weihnachten….  (hwn)  

… auch in Hessen wurde eine Einigung erziehlt (hwn)

*****Einigung in Baden-Würtemberg.****** 
Einigung sieht vor, dass eine Niedrieglohngruppe für Veräümungskräfte(knapp unter 10 Euro) geschaffen wird. Ziel ist es Arbeitnehmer/Innen aus Werkverträgen, die teilweise Tarife aus TV mit christlichen Gewerkschaften unter 7 Euro erhalten, zurück in den einzelhandeltarif zu führen. Außerdem fordert verdi die Allgemeinverbindlichkeit dieses TV. Die Verkäuferiinen und Verkäufer erhalten in zwei Schritten ca 5% mehr Geld. (Quelle verdi PM) dazu auch die PM des HDE (hwn)
dazu:
05.12.2013/Spiegel-Online – Einigung in Baden-Würtemberg.  (hwn)  
Anm DNZS:
In der Print Ausgabe einer Zeitung im Ruhrgebiet stannd, dass die niedriege Entgeltgruppe von den Arbeitgebern nur dann angewendet werden darf, wenn sie auch verbindich auf Werkverträge verzichten. Diese Formulierung findet sich in den Pressemitteilungen der Vertragsparteien allerdings nicht wieder. Leider ist uns die Tarifeinigung im Wortlaut nicht zugespielt worden und im Internet öffentlcih nicht zugänglich.
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19.11.2013/Handelblatt – Einzelhandel sorgt sich ums Weihnachtsgeschäft.  (hwn
Anm. DNZS:
Jetzt können die Arbeitgeberverbände in den einzelnen Bundesländern beweisen, ob sie in der Lage sind ein kompromissfähiges Angebot zu machen. Ja von der Hinahaltetaktik der Einzelhändler haben die Kunden langsam genug.
Moderne Tarifverträge wollen sie. Ja warum nicht. Aber mit modern meinen sie niedrigere Lohngruppen. D.H Lohnsenkung.
Das will keiner. Im gleichen Atemzug macht der Einzelhandel mobil gegen Mindestlöhne. Netzschauen Sie dazu hier die aktuelle Meldung des Hauptverbandes des deutschen Einzelhandel (HDE) – (hwn)

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14.11.2013/tageschau.de- Karstadt zurück zur Tarifbindung? (hwn)  dazu Mitteilung auf der verdi Homepage (hwn)


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(27.04.2013)Der Einzelhandelsverband hat bundesweit alle Tarifverträge gekündigt, auch die Manteltarife, die Regelungen, abgesehen von den Löhnen und Gehältern, festlegen. Beobachter gehen davon, aus, dass die Arbeitgeber neue Niedriglohnstufen in den Tarifverträgen etablieren wollen.
Angeblich sollen zeitgemäße Tätigkeitsmerkmale im Vordergrund stehen. Es hört sich so an, als stehen Kompensationsabsichten im Raum. Lohnerhöhungen könnten z.B durch Streichung von Schichtzuschlägen in den Abendstunden kompensiert werden. Auch die Arbeitszeit könnte dann ein Thema werden.

Letzteres wird von der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels dementiert:
Zitat:

Ziel der Arbeitgeber seien nicht, wie von Gewerkschaftsseite behauptet, Einsparungen bei tariflichen Sonderzahlungen oder Urlaub oder längere tarifliche Wochenarbeitszeiten. Vielmehr gehe es darum, den Tarifvertrag mit den geänderten Anforderungen an die Tätigkeiten im Einzelhandel in Einklang zu bringen. So sollen beispielsweise veraltete Tätigkeitsbeispiele durch neue, aktuelle ersetzt werden.
(Quelle HDE siehe Link unten)

Genau aber hier sehen Gewerkschafter die Vermutung, dass das der Hebel für neue Billiglohngruppen sein könnte.

Es steht also ein Großkonflikt bevor. DNZS beobachtet mit dieser Netzschau die bevorstehenden Tarifverhandlungen.

Links zum Thema:
03.05.2013/Bo-Alternativ –
Streik im Einzelhandel (hwn)

verdi Homepage-Forderungen von verdi (hwn)
– Stimmen Betriebsräte Einzelhandel (hwn)

April 2013 – PM der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandel (HDE) – (hwn)

27.04.2013/taz.de Gretschfrage Billiglohn- von Eva Völpel (hwn)

14.05.2013 – Karstadt will sich der Tarifbindung entledigen. Sie nennen das „Tarifpause“.
hierzu weiter netzschauen: Handelsblat (hwn) – Deutschlandfunk (hwn)
Verdi machte in einem Mitgliederflyer deutlich, dass diese Tarifflucht eine Frechheit ist und kündigte an sich gegen diese Willkür zu wehren. Ca. 20TSD Beschgäftigte sind davon betroffen.

14.05.2013 Bei Amazon, die beklanntermaßen auch nich tarifgebunden sind, kämpfen die Beschäftigten um einen Anerkennungstarifvertrag (hwn)

Anm. DNZS
Die Beispiele Karstadt und Amazon  zeigen, wie zerschlagen die Tariflandschaft im Einzelhandel ist. Lohnwettbewerb nach unten auf dem Rücken der Beschäftigten. Im Einzelhandel sind überwiegend Frauen beschäftigt. Insider berichten, dass das Lohndelta (Lohnabstand) zwischen Tarifbindung und Tariflosigkeit bei ca. 17% liegen soll. Was hier fehlt sind allgemeinverbindliche Tarifreglungen , die auch für Unternehmen gelten müssen, die nicht im Arbeitgeberverband sind.

18.06.2013/stern.de – Mitarbeiter verlängern Amazon-Streik (hwn)

14.06.2013 –
Verdi bestreikte Real Märkte (hwn)

04.06.2013 – Verdi weitet streiks in NRW aus „Tarifpause“ (hwn)

 

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Sehr geehrte Geschäftsleitung von Amazon….

….. dass Sie jetzt die Zusammenarbeit mit der Leiharbeitsfirma und diesen dubiosen Sicherheitsdienst beendet haben, ist ja wohl das mindeste.

Jetzt sorgen Sie endlich für vernünftige Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter….
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Amazon glaubt doch wohl nicht ernsthaft, dass diese Erklärung bei Facebook ausreicht:

Amazon nimmt die Vorwürfe bezüglich der Situation im Seepark Ost während der Weihnachtszeit sehr ernst.

Amazon ist verantwortlich dafür, dass alle Beschäftigten unserer Logistikzentren jederzeit sicher sind und mit Respekt und Würde behandelt werden. Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte bei unseren Zeitarbeitskräften verantwortlich war, zu gewährleisten. Aus diesem Grund beenden wir unsere Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen. Den Einsatz des kritisierten Sicherheitsdienstes hatten wir bereits beendet.

Weitere Informationen zu Amazons Logistikzentren einschließlich Löhnen finden Sie unter www.amazon.de/logistikzentren.

Hier noch mal die ARD Doku, die die ganze Sauerei aufgedeckt hat:

Hier gibt es eine Online-Petition um Amazon weiter unter Druck zu setzten
Amazon Deutschland: Verbessern Sie die Arbeitsbedingungen Ihrer Leiharbeiter – hier geht es weiter

weitere Infos über die Arbeitsbedingungen bei Amazon: hier weiter netzschauen

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Ordnungspolitischer Fehler mit Folgen- Schlecker-Beschäftigte gehen wohl leer aus

Im März sorgte die FDP dafür, dass es keine Transfergesellschaft für die Schlecker-Beschäftigten gegeben hatte. Ein ordnungspolitischer Fehler mit Folgen. Schlecker ist endgültig pleite. Im Juni wurde beschlossen: Schlecker wird abgewickelt.
Die Beschäftigten haben jetzt zwar Ansprüche, gehen aber wohl meist leer aus. Die FDP, damals in Umfragen bei ca. 2%, liegt heute schon wieder fast über 5%.

In einer Pressemitteilung von Verdi hieß es am 06.09.2012:

Die Beschäftigten der Pleite gegangenen Drogeriemarktkette Schlecker bekommen ihre Abfindungen nicht. In der Insolvenzmasse sei nicht ausreichend Vermögen für die Gläubiger und die Beschäftigten, stellte das Ulmer Amtsgericht zum Insolvenzverfahren fest. Der juristische Begriff für diesen Sachverhalt ist „Masseunzulänglichkeit“. „Die Feststellung des Ulmer Amtsgerichts über die Masseunzulänglichkeit hat weitreichende Folgen für die ehemaligen Schlecker-Beschäftigten, denen nun auch die letzte Hoffnung auf eine finanzielle Entschädigung genommen ist“, sagte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel.
Quelle

Eine Transfergesellschaft hätte zwar bewirkt, dass der ALG-Bezug sich verzögert und die Beschäftigten auf Abfindung verzichtet hätten müssen, allerdings wäre die Chance einen Investor zu finden größer gewesen. Nun aber haben wir viele Verlierer, die gekündigten Beschäftigten, die allesamt kaum Chancen auf eine Abfindung haben. Ebenfalls die Beitragszahler/-innen, weil es nun für die Arbeitslosenversicherung noch teurer wird.

weiter PM verdi

In letzter Konsequenz sei nicht nur die Transfergesellschaft an der FDP und deren Politik der sozialen Kälte gescheitert, sondern auch die Einlösung der Ansprüche auf eine Abfindung der ehemaligen Schlecker-Frauen und -Männer. „Ich frage mich, ob Herr Rösler noch guten Gewissens schlafen kann oder sich bereits Gedanken über seine eigene Anschlussverwendung macht“, so Nutzenberger.

Dass die Politik sich weigerte, die Bürgschaft von 70 Millionen Euro für die Einrichtung einer Transfergesellschaft zu bewilligen, dafür zahle jetzt der Beitragszahler: Auf mehr als das Doppelte jener Bürgschaftssumme müssen die Bundesagentur für Arbeit nun verzichten.
Quelle

Das war eine „ordnungspolitische Glanzleistung“ – auf Kosten der Schlecker-Beschäftigten – die die marktgläubige FDP mit zu verantworten hat.  Die Rechts-Liberalen haben, Stand Heute, nach einigen Umfragen wieder über 5%.
(Quelle wahlrecht.de Stand 06.09)

Kommentar überflüssig.

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Blog2BlogWeitere Artikel zum Thema:
FDP schickt Schlecker-Frauen sofort in die Arbeitslosigkeit

PeWi – heut schon gedacht?
So grienst die Grinsekatze
Jens Berger -NachDenkSeiten Die FDP und die Schleckerpleite-Polittaliban außer Kontrolle


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LA NS
Linkempfehlungen zum Thema:

Insolvenz-Schlecker

 


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FDP schickt Schleckerfrauen sofort in die Arbeitslosigkeit

Die FDP – Minister von Niedersachsen, Sachsen und Bayern haben die Kreditbürgschaften für die Auffanggesellschaft für Schlecker platzen lassen. Damit ist das Thema Auffanggesellschaft wohl vom Tisch und die Schleckerfrauen werden wohl nun sofort in die Arbeitslosigkeit entlassen.
Entlassen die Wählerinnen und Wähler die rechts-liberale Marktpartei „FDP“ nun auch endgültig in die politische Bedeutungslosigkeit?

Eines muss man der FDP lassen. Ihrren marktradikalen Prinzipien sind sie diesmal treu geblieben. Zumindest jetzt. „Die finden schnell wieder einen Job“ höhnten einige FDP Männer in die Mikrofone der Fernsehanstalten. 
Wahrscheinlich dachten sie: „Es geht ja nur um Verkäuferinnen und Verkäufer.“
Als es um die Kreditabsicherungen für Banken und Versicherungen  durch Steuergelder ging (Eurohilfen, EFFM,ESM) stehen sie bei der Kanzlerin Gewehr bei Fuß.

„0% ist für diese Partei noch zu viel für die FDP“
, empörten sich Schlecker Betriebsrätinnen in den Medien.

Der Spiegel sagt: FDP ist pleite.(zum Artikel)
Die CDU und die Kanzlerin schweigen.

11000 Schlecker-Mitarbeiterinnen stehen nun auf der Straße (link)
„Das Nein zur Finanzierung der Transfergesellschaft ist für die Schlecker-Frauen eine Katastrophe, denn sie stehen wahrscheinlich schon Ende dieser Woche ohne Job auf der Straße“, sagte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. „Die Frauen haben mit aller Kraft für eine bessere Perspektive, wie sie etwa eine Transfergesellschaft bieten kann, gekämpft. Das ist ein herber Schlag für die Schlecker-Frauen und ein bitteres Armutszeugnis für unser Land“, so Nutzenberger. Und lässt die Schlecker-Frauen verzweifeln. (1)

Natürlich darf man aber an dieser Stelle das Managementversagen der Schlecker-Familie nicht unerwähnt lassen.
Die Auffanggesellschaft wäre aber nicht nur für die nun fast arbeitslosen Mitarbeiter/Innen gut gewesen. Auch die übrig geblieben Beschäftigten hätten deutlich bessere Chancen ein sozialverträgliches Restrukturierungsprogramm des Insolvenzverwalter entgegenzusehen. Außerdem kann es nun durchaus sein, dass doch noch mehr Kündigungen folgen könnten.
Viele Hoffnungen scheiterten.
Die Wählerinnen und Wähler in den bevorstehenden Landtagswahlen können die passende Antwort dazu geben.

(1) verdi: Der FDP sind die Schleckerfrauen völlig egal (link)

Dieser Artikel ist auch auch hier veröffentlicht worden

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Jens Berger -NachDenkSeiten Die FDP und die Schleckerpleite-Polittaliban außer Kontrolle


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Bochum und seine Verkaufsoffenen Sonntage! Ja, Nein oder Wieviele? – DNZS fragt nach

(Bochum) „Jetzt wird solange abgestimmt, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt.“ So könnte man den Eindruck bekommen. Nach dem Nein des Bochumer Rates im Februar, folgte eine heftigen Medienkampagne des Einzelhandels (DNZS berichtete). Nun soll über ein Kompromiss beraten werden, der lt. Ruhr-Nachrichten in 150 min mit den Akteuren gefunden wurde. Demnach sollen an 9 Sonntagen geöffnet werden dürfen.
Am 01.03.2012 könnte schon eine neue Entscheidung herbeigeführt werden.
Wie haben  sich die Fraktionen bzw… Parteien zu diesem Thema aufgestellt. Wir haben nachgefragt.

Wir haben im Vorfeld der Ratssitzung am Donnerstag, den 01.3.2012 die Parteien/Fraktionen SPD,CDU, Linksfraktion, Soziale Liste, Grüne und FDP per eMAil angeschrieben. Auch die Piraten, die nicht im Rat sitzen, haben wir angeschrieben.

Folgende 3 Fragen haben wir gestellt:
Bisher geantwortet haben:
Karsten Ortmann Mitarbeiter der SPD-Ratsfraktion Bochum, Hella Eberhardt, Fraktionsgeschäftsführerin (Die Linke)  Weitere Stimmen werden wir in diesem Beitrag nachträglich modifizieren. (mehr …)

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Aus für Verkaufsoffene Sonntage! Oder doch nicht? Die Vorgänge in Bochum – Teil 2

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Fließen substanzielle Umsätze wirklich in die Nachbarstädte?
Beschäftigte im Einzelhandel, Sportvereine und andere kulturelle Veranstaltungen haben auf der anderen Seite Nachteile, wenn am Sonntag „Shopping“ angesagt ist.
von Marty Ludischbo

(Bochum)  Der Rat der Stadt Bochum hatte Anfang Februar einen Antrag des Bochumer Einzelhandels, an bestimmten Sonntagen die Geschäfte zu öffnen, abgelehnt. Die Medien begleiteten augenscheinlich unkritisch den Sturmlauf des Einzelhandelverbandel ohne die die Position der zuständigen Bo-City PointGewerkschaft verdi (Fachbereich Handel) ausreichend darzustellen……

Sind die Argumente des Einzelhandels eigentlich nachvollziebar? Ist der wirtschaftliche Schaden wirklich so groß, dass Entscheidungsträger die Interessen des Handels über die Interessen von nicht kommerziellen Einrichtungen und Beschäftigten im Einzelhandel stellen dürfen?
Das Beispiel aus Bochum und die Abwägung von Pro und Contra zeigt aber auch:  Das Gesetz zur Regelung der Ladenöffnungszeiten (Ladenöffnungsgesetz – LÖG NRW) wird zurecht von der Landesregierung auf Änderungsbedarf überprüft.

Die Medienrolle habe ich im ersten Teil dokumentiert und im Anhang einige offene Fragen gestellt:

Wieso wird Einschränkungscharakter in den Medien kaum dargestellt?
In §1 des LÖG heißt es:

Das Gesetz dient der Schaffung und Sicherung einer allgemeinen Ladenöffnungszeit für Verkaufsstellen sowie dem Schutz der Sonn- und Feiertagsruhe. (…) „… Quelle

– Wieso machen die Artikel in der WAZ den Eindruck, dass hier eine Kampagne des Einzelhandels unterstützt wird, statt eine saubere Gewichtung von Positionen und Gegenpositionen?

– Haben hier Journalisten bewusst nicht sauber recherchiert oder waren die Betriebsräte und/oder Gewerkschaften zu Stellungnahmen nicht bereit?

Um uns die ersten Fragen zu nähern hat die Redaktion eine Anfrage an die Lokalredaktion der WAZ gestellt. Bisher haben wir keine Antwort erhalten.
Das letztere kann verneint werden. Wie der zuständige  Gewerkschaftsekretär Helmut Süllwold  aus dem Fachbereich Handel in Verdi unserer Redaktion per eMail mitgeteilt hatte, wurde ein Schreiben an das Ordnungsamt (liegt der Redaktion vor) auch an die Lokalredaktion der WAZ geschickt.

Zunächst hat die Gewerkschaft verdi in den uns vorliegenden Schreiben von der bedenklichen Umgehensweise mit dem LÖG NRW aufmerksam gemacht. „Möglichkeiten der Begrenzung wurden nach Umdeutung zur Ausweitung von Sonntagsöffnungen verwendet.“ (mehr …)

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Aus für Verkaufsoffene Sonntage! Oder doch nicht? Die Vorgänge in Bochum – Teil 1

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Nach Kampagne des Einzelhandel –
Wird jetzt solange abgestimmt bis das gewünschte Ergebnis feststeht?

Merkwürdige Rolle der Lokalzeitung WAZ
von Marty Ludischbo

(Bochum) Der Rat der Stadt Bochum hatte Anfang Februar einen Antrag des Bochumer Einzelhandels, an bestimmten Sonntagen die Geschäfte zu öffnen, abgelehnt. Die Vertreter des Handels liefen sofort Sturm. Momentan entsteht der Eindruck, dass die Lokal auflagenstärkste Zeitung WAZ den Willen der Arbeitgeber im Einzelhandel (pro Verkaufsoffene Sonntag) einseitig hervorheben. Es wid hier „mal wieder“ der „Eindruck erweckt“, dass gegen eine demokratische Entscheidung mit Hilfe von Medien massiv interveniert wird.
Mit Erfolg! Viele Ratsherren befürworten offenbar eine Änderung des Ratsbeschlusses.

Bo-City PointEin mutiger Ratsbeschluss. Kein Sonntagsverkauf mehr in Bochum. Die Ratsmitglieder haben in ihrem Abstimmungsverhalten verantwortungsvoll gehandelt.

Einerseits
mussten sie abwegen zwischen dem Bedürfnis einiger Kunden, auch an Sonntagen einkaufen zu dürfen, und den lokalwirtschaftlichen Interessen des Handels.

Auf der anderen Seite
stehen die Bedürfnisse der betroffenen Arbeitnehmer/Innen den Sonntag als Familientag ganzjährig zu nutzen. Man sollte bedenken, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer durch die ohnehin schon langen Öffnungszeiten an Werktagen von ihren Arbeitgebern teilweise ständig wechselnde Arbeitsschichten abverlangt werden

Ratsbeschluss wieder in Frage gestellt.
Beschäftigte im Einzelhandel können sich noch nicht auf ganzjähriges Sonntagsfrei freuen

Für die Beschäftigten im Einzelhandel war das auf jeden Fall erstmals ein guter Tag. Für sie sollte nach diesem Ratsbeschluss dieses Jahr der Sonntag arbeitsfrei bleiben. Also könnten sie nun an allen Sonntagen am sozialen und kulturellen Leben teilhaben. Auch die Landesregierung diskutiert, ob die überflexibilisierten Ladenöffnungszeiten wieder eingeschränkt werden sollen.

Was den Bochumer Beschluss angeht, müssen wir aber nach den jetzigen Erkenntnissen im Konjunktiv sprechen. Denn der Beschluss wurde bereits kurz nach dem Beschluss schon wieder in Frage gestellt. (mehr …)

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Boykottieren…..

fragt SusiZintl in ihrem Blog. Gemeint sind solche Läden, die z.B ihre Mitarbeiter/Innen kündigen und durch Leiharbeiterfirmen, die Dumpinglöhne mit Mitglieder des Christlichen Gewerkschaftsbundes abschließen, wieder einstellen oder neu einstellen. Blogeintrag

Ich meide solche Läden schon seit längeren.

Dieser Preiskampf auf Kosten der Einzelhandelsbeschäftigten muss irgendwann ein Ende finden. Klar..geht es bei den Discounter bergab werden die Beschäftigten zunächst klagen, dass sie keinen Job mehr haben oder sie werden zu noch mehr Zugeständnissen bereit sein. Aber die Beschäftigten bei den Betrieben, die Tariflohn bezahlen, leiden eben auch unter den Discountern. Die Betriebsräte bekommen immer um die Ohren geknallt, wie gering die Personalkosten vom Umsatz bei den Schlecker´s Lidel`ss und Co sind und wie hoch die Personalkosten bei „uns“ sind. Das hemmt insgesamt Verteilungsspielräume nach oben und fördert den Wettbewerb über die „geringsten Lohnkosten“
Meine Kommentare zu Susi Blogeitrag

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Mal ganz ehrlich. Wat soll ich um Mitternacht bei REWE?

Der Oeffinger Freidenker thematisierte heute die beabsichtigten längeren Ladenöffnungszeiten von REWE und EDEKA. Einkaufen bis Mitternacht?

Zitat: Oeffinger Freidenker:
Von mir aus könnten die Läden 24/7 geöffnet haben. An dieser Stelle mache ich eine Pause, damit ihr mich mit Eiern bewerfen könnt.
Dann bringe ich das große „Aber“: diese Liberalisierung der Öffnungszeiten muss – und hier ist die Arbeitnehmerkritik berechtigt – ohne Zumutungen für die Belegschaft von sich gehen….

Mein Kommentar (mit vielen Rechtschreibfehler, dehalb hier einwenig korregiert)

Also im Prinzip ist das ersteinmal ganz einfach. Längere Ladenöffnungszeiten, höhere Kosten (Energiekosten,Personalkosten , Spätzuschläge etc)
Letzteres haben die Arbeitgeber bereits 2007 versucht in ihrem Sinne zu regulieren. Sie wollten nämlich die Spätzuschläge kürzen. siehe hier

Das ist nach einem langen Tarifkampf von verdi (geringer Organisationsgrad im EH)fast überall in den Ländern verteidigt worden.
Quelle
Und nun? Wer zahlt nun die längeren Öffnungszeiten? Entweder die Preise steigen (was OK wäre. Wenn ich länger shoppen will muss ich auch mehr bezahlen) oder die Arbeitgeber werden den selbst geschaffenen Kostendruck, den Gewerkschaften bei den nächsten Tarifverhandlungen präsentieren. Sie werden sagen. „Wir haben mehr Kosten uns so können wir euch leider keine Erhöhung gewähren.“ Viellicht thematisieren sie aber auch noch mal die Spätzuschläge.
Mehr Einnahmen wird es wohl kaum geben. Der Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Und es wird kein einziger neuer Arbeitsplatz geschaffen, außer noch mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse….

Ich ergänze: Mal ganz ehrlich. Wat soll ich um Mitternacht bei REWE?

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