Austerität und Lohnkonkurrenz – Was tun 2013?

update:18.01.2032: aktuelle Links (Fundstücke) zum Thema:

18.01.2013 NachDenkSeiten –
Leidet W. Schäuble unter Realitätsverlust? Diese Frage stellt Jens Berger. Hintergrund dieser Frage ist die Behauptung des Finanzminister, dass der schlimmste Teil der Eurokrise überwunden sei. (hwn)

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(11.01.2013)Deutschland empfiehlt und diktiert Europa strikte Sparmaßnahmen. Dieser Satz kennzeichnet die Eurokrise. Austeritätspolitik wird das genannt. Und schuld sind natürlich immer die anderen. In Deutschland selber kommen die Löhne immer noch nicht mit.

Auch wenn ab 2008 die Löhne in der Bundesrepublik in einigen Branchen mehr gestiegen sind, als vor der Krise, ist das lange noch nicht ausreichend.
Allerdings ist eine expansive Lohnpolitik auch fast unmöglich, weil die Lohnkonkurrenz weiter auf dem Vormarsch ist. (hier netzschauen)
Ein Dilemma: Denn die Löhne müssen noch stärker steigen:
1. Damit die innerdeutschen Innennachfrage endlich massiv gestärkt. Das hilft gerade den Klein und Mittelständischen Betrieben
2. -Das hört sich krass an- Damit Deutschland Wettbewerbsfähigkeit an die Südländer abgibt.
Die Wettbewerbsfähigkeit des einen, geht immer auf Kosten der Wettweberbfähigkeit des anderen.
Dann gehen Arbeitsplätze verloren krähen die liberl-konservativen Medien und Wirtschaftsinstitute. Falsch: Gerade die exportorientierten Unternehmen können
– durch moderate Teilhabererwartungen auf Arbeitgeberseite.
– durch Arbeitszeitverkürzung anderseits
auffangen.
Außerdem nützt es unterm Strich der gesamten Volkswirtschaft. Halten wir den bisherigen Kurs schlägt die Krise nach Deutschland auch auf den Realmärkten durch. die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie stark.

Insgesamt brauchen wir statt Austerität mehr Wachstum. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) (hier weiter netzschauen)

Das sind die Herausforderungen für das Jahr 2013.
Aber kann ein Kurswechsel überhaupt gelingen? Dazu brauchen wir Gewerkschaften. Und bleibt die Frage: Ist es da strategisch sinnvoll auf eine Klausurtagung nur hohe Repräsetanten aus Union, SPD und Grüne einzuladen? Wolfgang Lieb fragt zurecht: „Warum aber wird die Linkspartei, mit deren politischen Positionen die Gewerkschaften – jedenfalls nach Beschlusslage und öffentlichen Erklärungen – viel mehr übereinstimmen als mit den Repräsentanten der eingeladenen Parteien, nun auch noch vom Deutschen Gewerkschaftsbund ausgegrenzt?“ (hwn)

Vielleicht ist es eine realistische Überlegung. Eine rot-rot-grüne Koaltion ist sicher für 2013 nicht zu erwarten. Das hat der beinfreie Kanzlerkandidat Steinbrück bereits ausgeschlossen. Also treffen die Herren vom DGB mit denen, die wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren im Bundesrat und Bundesrat die Administrative besetzten werden.

So richtig nachvollziehen kann ich das allerdings auch nicht.
Bleiben sie mutig, irgendwie

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logo kleinNetzschauen Sie auch hier:
Rückblick 2012– Austeritätspolitik bis geschönte Arbeitsmarktzahlen
(hwn)
Ausblick 2013- Lohnkunkurrenz weiter auf dem Vormarsch (hwn)


Weiter interessante Links zum Thema

08.01,2013- Telepolis: Die Bundesregierung muss einräumen-Sparen ist teuer (hwn)

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Kurswechsel von Austerität zu Wachstum überfällig

Wirtschaftspolitische Herausforderungen 2013
(IMK)Substanzielle Fortschritte bei der Bewältigung der Krise im Euroraum sind nur möglich, wenn die Wirtschaftspolitik der EU-Staaten 2013 von einem wachstumshemmenden auf einen wachstumsfördernden Kurs umsteuert, so das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Voraussetzung dafür ist ein Ende der überharten Sparprogramme in den Euro-Krisenländern, weil diese dort die staatlichen Schuldenstände mittlerweile sogar eher erhöhen als reduzieren. Diesen Schluss legen aktuelle ökonomische Studien und neue Berechnungen des IMK nahe.

Parallel dazu empfehlen die Forscher in ihrem wirtschaftspolitischen Jahresausblick, dass Staaten mit entsprechenden Spielräumen durch fiskal- und lohnpolitische Impulse die Konjunktur unterstützen. Hier ist aus Sicht des IMK insbesondere die deutsche Politik gefragt. Durch eine Ausweitung der öffentlichen Investitionen kann sie zwei Ziele erreichen: Erstens käme die Modernisierung von Infrastruktur und Bildungssystem in Deutschland voran. Zweitens würde die höhere Binnennachfrage den Handelspartnern im Euroraum größere Exportmöglichkeiten eröffnen. Zur Stabilisierung der Binnennachfrage durch eine stärkere, produktivitätsorientierte Lohnentwicklung würden auch Reformen am Arbeitsmarkt beitragen, etwa ein allgemeiner Mindestlohn und einfachere Verfahren zur Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen. Der Jahresausblick erscheint heute als IMK Report Nr. 79 und wird auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

weiter Pressemitteilung IMK vom 07.01.2013

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(hwn)
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Eurokrise! Schuld sind die anderen? Austeritätspolitik bis geschönte Arbeitsmarktzahlen

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Und trotzdem ist die Eurokrise bei den meisten im Bewusstsein noch nicht angekommen, wohl aber wer angeblich Schuld sein soll. Die von SPON bis Springer produzierte Wahrnehmung lautet: Die Verschuldung der anderen ist an allem Schuld (Staatsschuldenkrise). Dass die evt. überdimensionierte Exportausrichtung über niedrige Lohnstückkosten sowie die Austeritätspolitik (Sparmaßnahmen, um einen ausgeglichen Haushalt zu erreichen) der Regierung Merkel die Krise mitverursacht und verschärft haben, ist in den großen Überschriften der meinungsbildenden Medien kaum eine Erwähnung wert.

In diesem Post weisen wir noch einmal auf ein paar Artikel aus dem letztem Jahr hin. Außerdem gehen die geschönten Arbeitsmarkt-Meldungen im neuen Jahr nahtlos weiter. (mehr …)

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Mein Senf zur Stabilität des Euro

Das Debattenmagazin Gegenblende hatte am 301.07.2012 einen Beitrag von  Dr. Hans-Ulrich Bieler und Dietmar Muscheid veröffentlicht. Titel:  Stabilität für den Euro.
Leser Michael Wendl kritisierte u.a Sarah Wagenknecht wegen ihrer Zweifel, dass die EZB Staatsanleihen ankauft.

Vor meinen Urlaub habe ich unter diesem Artikel meinen Senf dazu gegeben. Alleridings konnte ich das zitieren dort nur sehr schwer sichtlich layouten. Die Software gabe es da nicht her.
Deshalb hier das ganze etwas übersichtlicher: (mehr …)

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Harald Schumann: Merkels Euro-Politik ist unverantwortlich und zynisch …

Die Griechenland-Politik, das Spardiktat der EU und insbesondere die Politik Merkel ist„kurzsichtig, ökonomisch falsch und politisch zynisch „ das sagt der Wirtschaftsjournalist Harald Schumann bei Kontext-TV

Die anderen Nachrichten „Kontext“ wollen ohne Werbung auskommen! Helfen Sie Kontext und werden Sie Fördermitglied oder spenden Sie ………..

Durch das Spardiktat hat sich die griechische Krise weiter verschärft. Der Schuldenstand ist seit 2010 von 143 % auf 153 % des BIP gewachsen statt zu sinken. Krankenhäuser und Schulen schließen, immer mehr Menschen sind auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Erstmals seit 1945 kehrt der Hunger ins Land zurück. …. weiterlesen Kontext( die anderen Nachrichten)

weiteres Kontext Interview mit Ulrike Herrmann zur Euro-Krise hier klicke

 

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Die Griechen zahlen für ein Gläubigerschutzprogramm…

… zu dieser richtigen Erkenntnis kommt der Netzschauleser Andreas. S.
Dabei hat er seine Kapitallebensversicherung als Spannungsbogen genommen und das ganz etwas ironisch untermalt.

Ein gelungener Leserbeitrag. Danke Andreas.weiterlesen
Danke Bertram für die Einstellung und Layout des Beitrages

update: 23.02.2012 – 14:12 – Anfrage an Autor wegen möglichen Zahlendreher bei den Zahlenbeispielen per eAMail getätigt.. Der Blogger Einhard hat uns darauf aufmerksam gemacht.

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Hurra, die Griechen retten die Gläubiger!

Gastbeitrag von Andreas S.
Seid gestern ist es nun  amtlich. Griechenland bekommt für die Rückzahlung seiner  Schulden Hilfskredite. Die Euro Gruppe 1-mitmach bannerhatte gestern nach gespielten Tauziehen die Gelder freigegeben.
Die Griechische Bevölkerung muss das bezahlen. Die Gläubiger- Banken, Versicherungen und Fondgesellschaften atmen auf. So brauchen sie Ihre Forderungen nicht komplett abschreiben.

Hurra! Danke ihr lieben Griechen, dass ihr die Gläubiger rettet.
Respekt.

– eingeschränkter Kündigungsschutz
– Lohnkürzungen
– Rentenkürzungen
– schlechte Sozialleistungen
– Höhere Verbrauchsteuern
– und ein Sperrkonto für den Schuldendienst obenauf

Ich weiß gar nicht. Beteiligen sich die reichen Griechen auch an diesem Gläubigerschutzprogramm? (mehr …)

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Lohnpolitik im Schatten der Eurokrise – Eine große Herausforderung für die Gewerkschaften

Was haben die nächsten Tarifrunden mit der Eurokrise zu tun? Sehr viel. …….!

Teil1

Vor dem Hintergrund des in Deutschland nicht ausgeschöpften Verteilungsspielraumes und der auseinanderlaufenden Lohnentwicklung in Europa haben u.a wir den Vorschlag  einen europäischen Lohnkoordinierungsplan von der der Ökonomin Friederike Spieker, vorgestellt.

Das halten such wir für wichtig, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte im Euroraum entgeweiterlesengenzuwirken.

Teil 1 – veröffentlicht im Wirtschafts-Blog

Teil 2

Die neue wirtschaftliche Vernunft!

Warum der Arbeitsmark ordnungspolitisch verändert werden muss!
Warum die Gewerkschaften unterstützt werden sollten und warum nicht alles über die Tarifpolitik korrigiert werden kann.
Warum wir Wettbewerb über Qualität, statt Wettbewerb um die geringsten Lohnkosten brauchen.
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Teil 2 veröffentlicht im Politik-Blog

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Lohnpolitik im Schatten der Eurokrise – Eine große Herausforderung für die Gewerkschaften – Teil 2

Was haben die nächsten Tarifrunden mit der Eurokrise zu tun? Sehr viel. Denn die unterschiedlichen Lohnentwicklungen/Lohnstückkosten ist eines der Hauptgründe für die sog. „Eurokrise“.
Die Tarifpolitk kann allerdings nicht alles retten. Ordnungspoltische Korrekturen sind notwendig. Außerdem brauchen wir endlich eine andere Definition für „wirtschaftliche Vernunft“.

In Teil 1 haben wir u.vor dem Hintergrund des in Deutschland nicht ausgeschöpften Verteilungsspielraumes und der auseinanderlaufenden Lohnentwicklung in Europa, einen europäischen Lohnkoordinierungsplan von der der Ökonomin Friederike Spieker, vorgestellt. Das halten wir für wichtig, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte im Euroraum entgegenzuwirken.

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft verdi Frank Bsirskie findet das ebenfalls „plausibel“.

Der Lohndruck von unten muss ordnungspolitisch korrigiert werden.
Funktionieren kann das aber nur, wenn die Medien und die Politik die Arbeitnehmer/Innen und ihre Gewerkschaften bei diesen Herausforderungen unterstützen.
Alleine über die Tarifpolitik können es die Gewerkschaften allerdings auch nicht schaffen.

Denn das Tarifdelta, also der Abstand zwischen den representativen Tarifverträgen und den konkurierenden materiellen schlechteren Tarifverträgen, und das Lohndelta, also der Abstand zwischen tarifgedeckten Löhnen und nicht tarifgedeckten Löhnen, führt zu einem Lohndruck von unten nach oben. Unterm Strich eine ordnungspolitische Angelegenheit.
Durch die Agenda-Politik der Allparteien-Koaltion sind die Gewerkschaften bewusst weiter geschwächt worden.

Dummes Zeug?  Klima dür kräftige Lohnerhöhungen? Rückblick und Ausblick!
Berthold Huber (IG Metall Vorsitzender) findet dass viel „dummes Zeug erzählt wird und das deutsche tarifliche Lohnniveau eigentlich nichts mit der Eurokrise zu tun haben.
Tariflöhne
Gustav Horn relativierte das zwar in einem Interview auf den NachDenkseiten und sprach davon, dass „tarifgedeckte Löhne“ keine große Story, sondern die „nicht tarifgedeckten Löhne“ eine Katastrophe sind. Es ist richtig, Tariflöhne kommen durchschnittlich besser weg, wie auch die Grafik links gut abbildet.
(Quelle Hans Böckler Stiftung)
Dr. Reinhard Bispinck machte in einem tarifpolitischen Aufsatz für das Institut WSI aber auf Seite 9 aber klar deutlich,, dass die verteilungsneutralen Spielräume in den letzten 10 Jahren nur in der Chemischen und Metall-Industrie annähernd genutzt werden konnten (und zwar nur zum Ende Dekade).

Der Niedriglohnsektor hat natürlich einen disziplinierenden Charakter auch auf die Tariflöhne. Ohne Zweifel. Ein Klima, um kräftige Lohnzuwächse durchzusetzen, ist nicht vorhanden. Diese Realität müssen wir leider wahrnehmen. Nur muss diese Realität geändert werden.

Die Gewerkschaften alleine können wir nicht dafür verantwortlich machen. Sie versuchen einzuschätzen, was durchzusetzen ist und was nicht. Nicht zuletzt spielt der Organisationsgrad und die Arbeitskampfbereitschaft der Mitglieder eine große Rolle.

Dieses ordnungspolitische Problem kann nur die Politik angehen-mit:

– Mindestlohn,
– Begrenzung der Leiharbeit mit Equal Pay
– Stärkung der Flächentarifverträge.
– Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen
– Tariftreuegesetzte etc.

Mit anderen Worten, Wettbewerb über billigste Löhne muss beendet werden. Vorrang für Qualität muss endlich das Wettbewerbsdenken der Zukunft sein.

Fazit: Wirtschaftliche Vernunft geht heute anders
Ein Auseinanderbrechen der Eurozone kann nicht das Interesse der deutschen Arbeitnehmer- und Unternehmerschaft sein. Und: Wirtschaftliche Vernunft muss anders definiert werden.
Die Deutung: „Lohnzurückhaltung“ um noch wettbewerbsfähiger zu werden, sei vernünftig, ist in Anbetracht der Situation eben nicht vernünftig. Offensive koordinierte europäische Lohnpolitik ist wirtschaftlich vernünftig. Sparpartys und die Verfestigung der wirtschaftlichen Ungleichgewichte führen dazu, dass es bald keine Käufer mehr gibt, die bezahlen können. Zweidrittel der deutschen Exporte gehen in die Eurozone. Dämmert es? Es soll ja Unternehmen geben, ja da hat es bereits „Klick“ gemacht. Jetzt müssen nach der Erleuchtung, Taten folgen um u.a den Binnenmarkt als festes Bein zu stärken.
Höhere Löhne sind eigentlich „alternativlos“ (ich benutze einfach mal dieses schlimme Wort). Das findet ebenfalls auch Verdi-Vorsitzender Frank Bsirske. Hoffentlich folgen nach solch großen Worten auch große Taten.

Der Staat als Tarifpartner kann mit guten Beispiel vorangehen. Im März 2012 beginnen die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst. Ein wenig guten Willen lässt sich freilich mit guten Willen sogar herauslesen.

Ok. Fantasie ist da angesagt. Aber zum Jahresanfang gehört auch immer die Hoffnung auf Besserung und den Willen zum Optimismus.

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Fußnote:

Entwicklung der Reallöhne DIW Studie hin: (als pdf)

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LA NS
Linkempfehlungen zum Thema:
wirtschaftliche Ungleichgewichte

Tarifrunde 2012

werden fortlaufend im Linkblog
der Netzschau gesetzt.

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Lohnpolitik im Schatten der Eurokrise – Eine große Herausforderung für die Gewerkschaften / Teil 1

Eurokrise meistern mit einer europäisch abgestimmten Lohnpolitik

von Marty Ludischbo Was haben die nächsten Tarifrunden mit der Eurokrise zu tun? Sehr viel. Denn die unterschiedlichen Lohnentwicklungen/Lohnstückkosten ist eines der Hauptgründe für die sog. „Eurokrise“. Die Gewerkschaften in Deutschland haben nun eine große Verantwortung zu tragen. Sie müssen für die abhängig Beschäftigten die Verteilungsspielräume konsequent nutzen. Sie haben nicht die Wahl zwischen zurückhaltende, an sog. wirtschaftlicher Vernunft orientierter Lohnpolitik oder expansiver Lohnpolitik, sondern die Wahl zwischen Offensive Lohnpolitik und Auseinanderbrechen der Eurozone. Schwierig, solche komplexen Zusammenhänge auch ihren Mitgliedern zu vermitteln.

Die IG Metall machte für die Stahlbranche den ersten Schritt. Mit ca. 3,8% haben sie in NRW und im Saarland abgeschlossen. Ob in der Stahlbranche damit die verteilungsneutralen Spielräume optimal genutzt wurden, kann ich jetzt nicht abschließend beurteilen, weil ja noch nicht alle Zahlen vorliegen. Fakt ist, dass nach der zu erwartenden Preiseinentwicklung ein minimale reale Kaufkrafterhöhung zu erwarten ist.

Aber was hat das alles mit der Eurokrise zu tun?
Sehr viel, wenn nicht so ganz viel.
Die deutsche Volkswirtschaft hat sich mit niedrigen Lohnstückkosten gegenüber ihren Handelspartnern wettbewerbsfähiger gemacht. Dadurch konnte sie in den letzten 10 Jahren gigantische Handelsbilanzüberschüsse erzielen. D. h. unsere Volkswirtschaft hat mehr produziert, als das wir selber zum Leben verbraucht haben. Oder anders formuliert, dadurch konnten mehr Waren und Dienstleistungen verkauft werden, als wir gekauft haben. In den sog. Schuldenländern in Europa war es genau umgekehrt. Die Lohnstückkosten stiegen und diese Volkswirtschaften haben, quasi über Schulden, mehr gekauft als verkauft. (Notiz zum Absatz)

Heiner Flassbeck und andere Ökonomen haben schon seit mehreren Jahren die wirtschaftlichen Ungleichgewichte als heftiges Problem beschrieben. Auch wenn das manager-magazin im Februar 2010 mal ausnahmsweise drauf hinwies, betrachten viele Wirtschaftsjournalisten die Ungleichgewichtskrise als Randproblem. (mehr …)

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