EZB Kurs befördert Rekord Dax – Bringt uns das neue EZB Anleihenprogramm wirklich weiter?

Seit gut einer Woche läuft das EZB Anleihenprogramm . Das machen sie um eine Deflation im Euroraum zu verhindern. Aber wirkt das? Der DAX knackt derweilen immer weiterer Rekorde.

Die letzte Verzweiflungstat der EZB läuft an. „Quantitative Easing“ (?) heißt das umstrittene Programm. Es soll eine mögliche Deflation im Euroraum entgegenwirken. Im Jahre 2014 lag die Inflationstrate in der Eurozone nur bei 0,4% (hwn) .
Im Prinzip ist das Programm ein gut gemeinter Vorstoß.  Aber ist gut gemeint auch gut gemacht?

1. Nachfrageimpulse bleiben weiterhin aus, weil ja jetzt schon die die billigen Kredite oftmals in Spekulationen versickern, statt in der Realwirtschaft anzukommen.
Was logisch ist. Wo keine ausreichende Nachfrage ist (wegen der Sparpolitik) bleiben Investitionen in Unternehmen und neuen Ideen aus.
Stattdessen geht die Party an der Börse erst so richtig los.
Der DAX knackte seine 12000 Punkte Marke.

2. Der Euro schmiert gegenüber den Dollar ab. Es geht Richtung einem Dollar.
   – Importe werden Teurer. Z.B der Sprit. Das treibt die importierte Inflation nach oben
   – Exporte aus dem Euroraum z.B im Dollarraum werden dadurch billiger. Die Exporte könnten ansteigen.

Letzteres könnte sich positiv auswirken. Aber durch höhere importierte Energiepreise bleibt wiederum weniger Geld um in der europäischen Binnenwirtschaft zu konsumieren. Linke Tasche, rechte Tasche? Wir werden sehen.

Fazit: Die Politik müsste die EZB Maßnahmen mit einer Investitionsoffensive begleiten. Und zwar da, wo die Deflation sich ausbreitet. In Südeuropa. Außerdem müssten die Löhne in den Überschussländern stark, in den Defizitländern moderat steigen.
Das hatte die EZB im Kern ja bereits im letzten Jahr zurecht angemahnt.

Es ist aber leider zu befürchten das beides ausbleibt, die Austeritätspolitik fortgesetzt wird und somit Quantitative Easing genauso in Spekulationen verpufft, wie die Niedrigpreispolitik. (Anm m.l).
Immerhin. Der letzte Tarifabschluss in der Metallindustrie lässt ein wenig Hoffnung aufblühen.

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Bundesbank für höhere Löhne – Was ist da los?

Ausgerechnet die Bundesbank, das Bollwerk angebotsorientierter Wirtschaftspolitik, setzt sich, jetztauch offiziell unterstützt von der EZB, für höhere Löhne ein. Was ist denn da los? Vollzieht die Bundesbank eine ideologische Kehrtwende? Wohl eher nicht!

Immer wieder ist es die Bundesbank mit ihren Chefideologen an der Spitze gewesen, die allen Bundesregierungen der jüngsten Zeit zu einer moderate Lohnpolitik geraten hat. Immer wieder wurde in erster Linie die Inflationsangst an die Wand gemalt.

Jetzt aber sind sie für höhere Löhne. (mehr …)

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Ergänzungen zum Artikel….

Bundesbank für höhere Löhne-Was ist denn da los? (hwn)

Ergänzung 1. Höhere Löhne/Lohnpolitik. Viel werden einwenden, dass Lohnpolitik Aufgabe der Tarifparteien ist. Mag sein, aber den ordnungspolitischen Rahmen setzt der demokratische Staat und nimmt somit sogar unmittelbar Einfluss auf die Verhandlungsspielräume der Tarifpartner. Durch die Hartz-Gesetzgebungen ist es möglich geworden in Deutschland einen Niedriglohnsektor einzuführen, der die Gewerkschaften diszipliniert hatte, um „moderate“ Tarifabschlüsse zu akzeptieren.

Die Bundesbank hätte also lieber ihre Forderung nach höhere Löhne in der Mindestlohndebatte einbringen sollen. Denn der Mindestlohn ist zwar richtig und wichtig, aber zu niedrieg. Ein höherer Mindestlohn hätte :
1. zur mehr Nachfrage
und
2. zu mehr Verhandlungsspielräume für die Gewerkschaften geführt –
geführt.

Ergänzung 2.
Die Forderung der Bundesbank und der EZB zeigen vorallem, dass die Geldpolitik am Ende ist. Die Zinsen sind niedrig wie nie. Nachfrageimpulse bleiben aber aus, weil die billigen Kredite oftmals in Spekulationen versickern, statt in der Realwirtschaft anzukommen.
Was logisch ist. Wo keine ausreichende Nachfrage ist bleiben Investitionen in Unternehmen und neuen Ideen aus.
Es bleibt nur noch die Fiskal -und die Lohnpolitik. Das wissen natürlich auch die Zentralbanken.

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Deflation in Spanien. Überraschend? Wohl kaum!

Die Preise in Spanien sanken um 0,2%. Die FAZ und auch andere Medien sprechen von einer „Überraschung.“ Aber überraschend kommt das alles nicht.

Die gesamte Eurozone schlendert so um die 0,7% Inflation. Das ist der Durchschnittswert. Die Zielinflation beträgt 2%. Auch in Deutschland geht die Preissteigerungsrate zurück. Während sie im Dezember 2013 noch 1,4% betrug, sank sie im März auf 1,0%.
Neben Spanien befinden sich auch Italien und Griechenland in einer deflationären Abwärtsspirale.
Das bedeutet, dass immer weniger in diesen Ländern investiert wird. Die Haushaltseinkommen in Spanien sind um 10% gesunken. (hwn) (mehr …)

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Ohne Politikwechsel geht für den Euro bald das Licht aus (Teil 4)

Da helfen dann auch niedrige EZB Zinsen nichts! Wir haben zu wenig Nachfrage!  

von Marty LudischboIn Teil 3 unserer Serie um die sog. Eurokrise  haben wir erlebt wie vernichtend die Finanzmärkte mit Staatsanleihen spekulieren. Im heutigen Teil stellen wir fest, dass nun viel Geld in den Aktienmärkten fließt. Die niedrigen EZB Zinsen versickern in Spekulationen oder zu Deckelung maroder Banken. Die realen Märkte haben fast nichts davon. Warum ist das so?

Sparen sparen sparen. Das ist die Devise. Was bedeutet aber, wenn wir alle,nur noch sparen? Produzierte Waren und Dienstleistungen finden weniger Abnehmer. In Folge werden die Unternehmen auch weniger produzieren und werden dann ihre Arbeitskräfte frei setzten. Also zum Arbeitsamt schicken. Das bedeutet noch weniger Nachfrage… Trotzdem ist die schwäbische Hausfrau immer noch das Vorbild vieler Deutscher. Für den privaten Haushalt ist das auch ok-aber volkswirtschaftlich geht das nicht. In einem Beitrag vom 10.03 erklärt Heiner Flassbeck zum wiederholten Male, dass wir volkswirtschaftlich nicht sparen können.

Jens Berger hatte das auf einer Attac Veranstaltung in Wuppertal in einer Präsentation noch mal dargestellt.. (hwn)

Und somit haben wir eigentlich schon fast erklärt warum die Anleger mit den EZB Niedrig Zinsen  lieber den Aktienmarkt füttern und das Geld nicht auf die Realwirtschaft trifft. Was aber nicht heißt, dass die niedrigen Leitzinsen nicht sinnvoll sind.

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Mein Senf zur Stabilität des Euro

Das Debattenmagazin Gegenblende hatte am 301.07.2012 einen Beitrag von  Dr. Hans-Ulrich Bieler und Dietmar Muscheid veröffentlicht. Titel:  Stabilität für den Euro.
Leser Michael Wendl kritisierte u.a Sarah Wagenknecht wegen ihrer Zweifel, dass die EZB Staatsanleihen ankauft.

Vor meinen Urlaub habe ich unter diesem Artikel meinen Senf dazu gegeben. Alleridings konnte ich das zitieren dort nur sehr schwer sichtlich layouten. Die Software gabe es da nicht her.
Deshalb hier das ganze etwas übersichtlicher: (mehr …)

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Anmerkungen zu einem Interview mit Ulrike Herrmann – Eurobonds und EZB

Ulrike Herrmann, Ökonomin,Journalistin und Buchautorin, warnt in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Kontext_tv vor einem Eurocrash, dass wir mit freundlicher Genehmigung von Kontext MA Fabian Scheidler veröffentlichen durften.
Interview mit Ulrike Herrmann
Hierzu ein paar eigene Anmerkungen.

Ich bin mit Ulrike Herrmann in der Analyse sehr oft einer Meinung. Ich bin mir aber nicht so ganz sicher, ob die, wahrscheinlich eher rhetorische Formulierung, Furcht vor einem morgigen Eurocrash nicht etwas übertrieben ist.

Sicher die Zeit rennt und die Notwendigkeit, kurzfristige Maßnahmen sind leider nicht wegzudiskutieren.
Trotzdem noch mal so ein, zwei,drei  Anmerkungen:

1. Eurobonds sind durch die Verteuflung der Wirtschaftspresse dämonisiert worden
Eine gemeinsame Währung mit 17 regionalen Staatsanleihen ist in der Tat blödsinnig. Das gibt es in der Tat nirgendwo auf der Welt. Ein Konstruktionsfehler, der uns immer wieder einholt. Auch ich habe die Frage bereits hier thematisiert.
Ob das sofort wirkt steht aber leider auf einem anderen Papier. Vielleicht ist es selbst dafür schon zu spät. Langfristig ist das aber notwendig.
Leider haben wir eine noch ganz andere Problematik. Die Mainstream Presse, allen voran die Springer Presse, das Handelblatt und andere Wirtschaftsmagazine haben Eurobonde als „Teufelszeug“ gebrandmarkt.
Ich denke mal aus Angst, dass Deutschland nicht mehr diese niedrigen Zinsen bezahlen muss. Dabei ist das aber überhaupt nicht erwiesen. Die angebotsorientierte Glaubensgemeinschaft hat es über Meinungsmache allerdings geschafft, dass wahrscheinlich jede Partei Prozente verlieren wird, wenn sie Eurobonds fordern. Dabei kann alles andere teurer werden.

Netzschauen Sie auch diesen Artikel hier auf den NachDenkSeiten  

2. Ankauf von Staatsanleihen/ Risiken und Notwendigkeit
Durch den Ankauf von Anleihen durch die EZB sehe ich folgende Gefahr, dass mit neuem liquidem Geld erneut die Finanzmarktblase gefüttert wird.
Der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB sollte mit einer strengen Finanzmarktregulierung gekoppelt sein. Dazu gehört das Verbot von CDS Bomben und Wetten auf undurchsichtige Derivaten.
Außerdem muss die Bankensubventionierung zurückgefahren werden. Es kann doch nicht sein, das die Geschäftsbanken sich quasi monopolistisch billiges Zentralbankgeld leihen dürfen, um dann teuer Kredite an Staaten zu vergeben. Die Staaten müssen die Möglichkeiten bekommen, sich direkt bei der EZB zu finanzieren.
Die Eurostaaten müssen dann dafür sorgen, dass die liquiden Mittel auf die Realwirtschaft durchschlagen…..

Inflation ist das geringere Übel. Vermögende müssen sich an den Krisenkosten beteiligen.
Würden die neuen liquiden Mitteln durch solch einer Maßnahme auf die Realwirtschaft durchschlagen, was nicht zu erwarten ist, dann, und nur dann würde diese Maßnahme inflationäre Wirkungen haben. Aber das ist das kleinste Übel von allen. Denn: Wenn es dann gelingt, die Arbeitnehmerentgelte real zu steigern, hätten wir sogar Umverteilungseffekte. Und wenn dadurch Vermögen entwertet wird, ist das auch nur gerecht, denn die Vermögenden sind bisher am besten durch die Krise gekommen. Während die Unterschicht kaum noch Perspektiven hat, die Mittelschicht den Großteil der finanziellen Lasten aufgedrückt bekommt und unser Gemeinwesen, insbesondere in den strukturschwachen Regionen, dahinvegetiert.

Nochmal zur Erinnerung.
Die Staatsschulden sind in den letzten 3 Jahren deshalb so rasant angestiegen, weil die Staaten Banken gerettet haben und Konjunkturprogramme finanzieren mussten.
Das Geld haben die Staaten sich dann wiederum bei den Geretteten geliehen. Und weil die so dankbar waren, nehmen sie dafür noch teure Zinsen.
Deswegen ist die Forderung, die Vermögenden sollen sich an den Krisenkosten beteiligen, eigentlich doch sehr bescheiden. Oder?

Fazit:
Eurobonds müssen langfristig, eingebettet in einer ganzheitlichen Staatsfinanzierungs-Konstruktion,
etabliert werden.
Der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB , eingebettet in andere politische Rahmenbedingungen, darf in der Tat nur das Ultima Ratio (das letzte Mittel sein).  Wenn nichts anderes mehr geht. Meiner Meinung nach bleibt aber noch ein wenig Zeit, Ist es dann aber 5 vor 12  hat Ulrike Herrmann absolut recht.
Was soll dann noch helfen, außer der Zusammenbruch des Euroraums?
Die EZB muss dann eingreifen. Ob die Kanzlerin das will oder nicht.
Die Sparunion von Merkozy ist kaum die Lösung. Bin gespannt, wann sie das merkeln ähh merken.

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LA NS
Linkempfehlungen zur Person/Autorin
Ulrike Herrmann

werden fortlaufend im Linkblog
der Netzschau gesetzt.

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Der rosarote Hintermann geht zur EZB

Jürgen Strack legt angeblich aus  „persönlichen Gründen“ sein Amt bei der EZB nieder.  Jörg Asmussen (SPD) ), als Staatssekretär jahrelanger Strippenzieher hinter Finanzminister Eichel ,Steinbrück und Schäuble, wird vom letzteren zur EZB gelobt. Die Euroländer werden ihn wohl mittragen.

Nachdem der monetaristische Glaubenbruder Jürgen Strack, wohl aus Gewissensgründen, letzte Woche Freitag abdankte, schlug Schäuble Jörg Asmussen, den rosaroten Hintermann, als neuen Chef-Volkswirt der EZB vor.Gegenwehr der EU-Partner wird es wohl nicht geben.

Wer ist Jörg Asmussen?

Der Sozialdemokrat hat als Strippenzieher u.a :
1. …die Finanzmärkte in Deutschland dereguliert
2. .. die Rettungsschirme rund um die Hypo-Real-Estade (HRE) mitorganisiert und zusammen mit Steinbrück hat er den SOFFIN gespindelt.
Harald Schumann findet, dass der Soffin, der im Prinzip keiner parlamentarischen Einflussnahme unterliegt, „so demokratisch ist, wie der Volkskongress von Nordkorea“.
..und außerdem:
Als die Bank IKB sich bei riskanten Immobiliengeschäften verspekulierte, saß Asmussen im Aufsichtsrat des staatlichen Eigentümers, der Förderbank KfW. Kritiker warfen ihm vor, von den Transaktionen gewusst, sie aber nicht verhindert zu haben. Schließlich musste der Bund die IKB mit Steuergeld in Milliardenhöhe retten. (1)

Kritik Staatsanleihen-Ankauf
Asmussen gilt als linientreuer Bankenliebling. Ein Keynsianer ist er sicherlich nicht. Und natürlich ist die aktuelle Bundesregierung und alle anderen monetaristischen Glaubensbrüder, klar gegen den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB. Ein Grund, (offiziell aus „persönlichen Gründen„), warum Strack auch wohl zurücktrat.
Egal ob Asmussen dagegen ist oder nicht. Verhindern wird er die neue EZB-Linie wohl kaum. Diese Entscheidung  ist im EZB-Rat lt der taz mit klarer Mehrheit gefallen (2)

Asmussen wird sich bald positionieren müssen. Wir werden beobachten welche Empfehlungen er seinem neuen Arbeitgeber geben wird.

Quellen:
(1) Taz.deDer neoliberale Genosse
(2) taz.de – Lob in allerhöchsten Tönen

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