Artikelempfehlung: "G20: Der globale Kindergarten

Artikelempfehlung- Harald Schumann, Berliner Tagespiegel: G20 – Der globale Kindergarten
Im Herbst 2008 implodierte das deregulierte Finanzsystem. Soeben noch in der gemeinsamen Weltenrettung vereint, spielen die G 20 nun Kindergarten. Harald Schumann erläutert im Berliner Tagespiegel  diese kindliche Trotzphase.

Genau zwei Jahre ist es her, da machten die Regierenden der reichen Industrieländer eine ganz neue Erfahrung. Drei Jahrzehnte lang hatten sie und ihre Vorgänger die globale Verflechtung ihrer Volkswirtschaften ausschließlich mit den Mitteln der Liberalisierung und Deregulierung vorangetrieben. So globalisierte sich die Wirtschaft, aber gleichzeitig blieb die Politik im nationalen Korsett gefangen. Und leicht, allzu leicht, ließen sich damit die jeweiligen nationalen Zampanos wunderbar gegeneinander ausspielen, sodass die Gemeinschaft der transnationalen Konzern- und Bankenfürsten am Ende stets bekam, was sie für ihre Geschäfte wünschte. Über weite Strecken verkam das Regieren zur bloßen Anpassung an vermeintliche globale Sachzwänge, die irgendwie immer darauf hinausliefen, dass die Kapitaleigner begünstigt und ihre Beschäftigten belastet wurden….. weiterlesen

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G20: Fortsetzung der Standortkonkurrenz mit anderen Mitteln

Merkel rechtfertigt selbstgerecht Exportwahn / Fehlanzeige bei Finanztransaktionssteuer

(Seoul / Frankfurt am Main, 12.11.2010) „Mit dem Gipfel in Seoul haben sich die G20 als die Fortsetzung der Standortkonkurrenz mit anderen Mitteln entpuppt.“ Dieses Fazit zog Peter Wahl, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von Attac, nach dem Gipfel, den er für das globalisierungskritische Netzwerk vor Ort beobachtet hat. Überschattet von tiefgehenden Konflikten um die Handelsungleichgewichte und die Währungsprobleme habe die Abschlusserklärung von Seoul in den strittigen Punkten nur einen matten Formelkompromiss finden können. (mehr …)

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G20 Gipfel- Die Netzschau

„Weltfinanzgipfel entwirft neue Finanzarchitektur“ liest man auf Regierung online. Eine brillante Vorlage für unsere Mainstream Medien . Fast stereotypisch feierten sie die Kanzlerin und den Finanzminister  für ihren tollen Erfolg beim G 20 Gipfel. Die Bild fand dann auch gleich in der Samstagsausgabe die herzliche Umarmung Obama/Merkel wichtiger, als kritische Fragen zu stellen….

Eine Netzschau zum G20 Gipfel in London, zusammengestellt von Marty Ludischbo…. 
zur Netzschau im Politik-Blog

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G20 Gipfel-Mein Fazit

Mein Fazit von London schwangt zwischen Enttäuschung und Hoffnung!
Ich habe im Ruhrpottforum dem Skeptiker Wise Clown und dem Marktradikalen Chnösel das ganze mal kurz und ohne großartig zu überlegen und zu recherchieren folgendes geantwortet: link

In unserem politik-Blog habe ich danach folgende Netzschau zusammengestellt und kommentiert: link

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G20 Gipfel – War das alles?…

…oder war das der Aufbruch zur globalen Kooperation?
Die Netzschau zum G20 Gipfel
(zusammengestllt und kommentiert von Marty Ludischbo)

„Weltfinanzgipfel entwirft neue Finanzarchitektur“ liest man auf Regierung online. Eine brillante Vorlage für unsere Mainstream Medien . Fast stereotypisch feierten sie die Kanzlerin und den Finanzminister  für ihren tollen Erfolg beim G 20 Gipfel. Die Bild fand dann auch gleich in der Samstagsausgabe die herzliche Umarmung Obama/Merkel wichtiger, als kritische Fragen zu stellen.
Kritische Stimmen
Während der Mainstream feiert,  fragen sich die kritischen Geister, was eigentlich erreicht wurde. Das Globalisierungskritische Netzwerk Attac versuchte sogar das minimale positive erreichte in den den Focus zu stellen. Das dieses nicht gelingen konnte war den politischen Größen zu verdanken. Denen scheint die Finanzierung der Krisenkosten durch die Steuerzahler wohl nicht so richtig zu stören. Es ist zwar positiv, dass anders als in der „großen Depression“ viel Geld in die Hand genommen wird. Die Profiteure des deregulierten Kapitalismus bleiben jedoch weitgehend ungeschoren, die Verluste werden hingegen sozialisiert. Quelle Attac
Es gab aber auch Medien, die ebenfalls ihre Enttäuschung zum Ausdruck gebracht haben. Die Financial Times Deutschland, sicher nicht verdächtig irgendwelche linken Parolen hinterherrennen , fragte schon im Vorfeld des G20 Gipfel, welche Milchmädchenrechnung da im Kanzleramt aufgeschrieben wurde.

„Die deutsche Position, dass künftig alle Welt bescheidener werden soll, während man selbst darauf warten will, dass die internationale Nachfrage wieder kraftvoll anspringt, wirft die Frage auf, welche Milchmädchen eigentlich im Kanzleramt werkeln. Wird tatsächlich überall gespart, dann ist es mit dem deutschen Exportboom auf längere Zeit vorbei. Ein Aufschwung, den die Deutschen nur als stille Nutznießer eines neuen gigantischen Deficit-Spending der Angelsachsen schaffen, wäre zwar bequem, aber sehr gefährlich. „ Quelle FTD

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Der Gipfel der Versprechungen aus Sicht der FTD
Ergebnisse ,genau hingesehen, FR
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Aber was fehlt?
Heiner Flassbeck, UN-Experte, hält den Finanzgipfel in Washington für gescheitert, weil  die zentralen Probleme der Spekulation mit Wechselkursen und Rohstoffen gar nicht angesprochen wurden.  (Interview in Fr-Online)
Ebenso nicht gesprochen wurde über eine grundsätzliche Reform des Weltwährungssystems. Bei diesem G20-Gipfel war noch nicht einmal die Besteuerung von Währungstransaktionen, wie die so genannte Tobin-Steuer, Thema. Auch das große Ungleichgewicht zwischen Überschuss- und Defizitländern im Welthandel stand nicht auf der Tagesordnung der G20. Dabei ist die vollkommen schiefe Verteilung des immer größer werdenden gesellschaftlichen Reichtums in und zwischen den Ländern die Hauptursache für die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie für die immer größer werdende Armut in der Welt. 
Was damit konkret gemeint ist kann man vom  Nobelpreisträger Joseph Stiglitz lernen. Im Spon Interview machte er folgenden Vorschlag:

„Mein Vorschlag lautet, dass Länder mit einem positiven Leistungsbilanz-Saldo einen Teil ihrer Überschüsse an den Weltwährungsfonds abführen sollten. Dieser kann dann damit die Konjunktur in Entwicklungsländern ankurbeln oder verhindern, dass in Osteuropa die Wirtschaft kollabiert. „ Quelle Spon

Wie geht es nun weiter?
Harald Schumann vom Berliner Tagesspiegel  will den G20 Gipfel in London  nicht  so einfach  als bloße Show-Veranstaltung abtun.

„(….)Doch so unbefriedigend das Ergebnis auch sein mag, der Londoner Gipfel markiert gleichwohl eine epochale Wende in der Weltpolitik. Denn unübersehbar demonstrierten die versammelten Staatschefs, dass sie die wichtigste Lehre aus der laufenden Weltkrise verstanden haben: Es gibt keine nationalen oder auch nur regionalen Auswege mehr. (…) Was wirklich zählt, ist vielmehr die Einsicht, dass die globale Interdependenz, die gegenseitige Abhängigkeit der Völker und Nationen voneinander, das prägende Merkmal unserer Zeit ist. (…) „  Quelle

Globale Kooperation
In diesem
Zusammenhang und mit der Erkenntnis, dass auf jeden Schuldner ein Gläubiger kommt (und das global verzweigt), bleibt die Hoffnung, dass,  globale Kooperation den globalen egoistischen Wettbewerb ablösen wird. Irgendwann!

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