So haben organisierte Arbeitnehmer/Innen in NRW (2012) gewählt

NRW Wahl 2012 – DNZS Wahlanalyse Teil 4 (die letzte)
Piraten bei den Arbeitnehmer/Innen hoch im Kurs
von Marty Ludischbo

Regelmäßig veröffentlicht das DGB-Magazin „Einblick“ das Wahlverhalten der organisierten Arbeitnehmerinnen  und Arbeitnehmer (u.a DGB Gewerkschaften und Beamtenbund), die von der Forschungsgruppe Wahlen regelmäßig durchführt werden. In NRW stimmten mehr als 63% der organisierten Arbeitnehmer/Innen für Rot-Grün.

Hier die Ergebnisse im Einzelnen (in Klammer Gewinn/Verlust gegenüber 2012) (mehr …)

Weiterlesen

Das sagen die Gewerkschaften zur Neuwahl in NRW

Ohne Zweifel. Die rot-grüne Minderheitsregierung hat einige Arbeitnehmerfreundliche Entscheidungen in Gesetzestexten gemeißelt. Mehr Mitbestimmung und Tariftreue. Außerdem können Kinder wieder ohne Gebühren studieren. Das ist nicht viel, aber mehr als erwartet.

Die Gewerkschaft verdi/NRW dank aber nicht nur Rot-Grün, sondern auch die Linke, die die wichtigsten Entscheidungen für die Arbeitnbehmer/Innen mitgetragen haben. (Quelle)

Die IG Metall begrüßt die Neuwahlen und lobte auch ausdrücklich die Novellierung des Landespersonalvertretungsgesetz und das Tariftreuegesetz.
(mehr …)

Weiterlesen

Lohnpolitik im Schatten der Eurokrise – Eine große Herausforderung für die Gewerkschaften

Was haben die nächsten Tarifrunden mit der Eurokrise zu tun? Sehr viel. …….!

Teil1

Vor dem Hintergrund des in Deutschland nicht ausgeschöpften Verteilungsspielraumes und der auseinanderlaufenden Lohnentwicklung in Europa haben u.a wir den Vorschlag  einen europäischen Lohnkoordinierungsplan von der der Ökonomin Friederike Spieker, vorgestellt.

Das halten such wir für wichtig, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte im Euroraum entgeweiterlesengenzuwirken.

Teil 1 – veröffentlicht im Wirtschafts-Blog

Teil 2

Die neue wirtschaftliche Vernunft!

Warum der Arbeitsmark ordnungspolitisch verändert werden muss!
Warum die Gewerkschaften unterstützt werden sollten und warum nicht alles über die Tarifpolitik korrigiert werden kann.
Warum wir Wettbewerb über Qualität, statt Wettbewerb um die geringsten Lohnkosten brauchen.
weiterlesen

Teil 2 veröffentlicht im Politik-Blog

Weiterlesen

Lohnpolitik im Schatten der Eurokrise – Eine große Herausforderung für die Gewerkschaften – Teil 2

Was haben die nächsten Tarifrunden mit der Eurokrise zu tun? Sehr viel. Denn die unterschiedlichen Lohnentwicklungen/Lohnstückkosten ist eines der Hauptgründe für die sog. „Eurokrise“.
Die Tarifpolitk kann allerdings nicht alles retten. Ordnungspoltische Korrekturen sind notwendig. Außerdem brauchen wir endlich eine andere Definition für „wirtschaftliche Vernunft“.

In Teil 1 haben wir u.vor dem Hintergrund des in Deutschland nicht ausgeschöpften Verteilungsspielraumes und der auseinanderlaufenden Lohnentwicklung in Europa, einen europäischen Lohnkoordinierungsplan von der der Ökonomin Friederike Spieker, vorgestellt. Das halten wir für wichtig, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte im Euroraum entgegenzuwirken.

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft verdi Frank Bsirskie findet das ebenfalls „plausibel“.

Der Lohndruck von unten muss ordnungspolitisch korrigiert werden.
Funktionieren kann das aber nur, wenn die Medien und die Politik die Arbeitnehmer/Innen und ihre Gewerkschaften bei diesen Herausforderungen unterstützen.
Alleine über die Tarifpolitik können es die Gewerkschaften allerdings auch nicht schaffen.

Denn das Tarifdelta, also der Abstand zwischen den representativen Tarifverträgen und den konkurierenden materiellen schlechteren Tarifverträgen, und das Lohndelta, also der Abstand zwischen tarifgedeckten Löhnen und nicht tarifgedeckten Löhnen, führt zu einem Lohndruck von unten nach oben. Unterm Strich eine ordnungspolitische Angelegenheit.
Durch die Agenda-Politik der Allparteien-Koaltion sind die Gewerkschaften bewusst weiter geschwächt worden.

Dummes Zeug?  Klima dür kräftige Lohnerhöhungen? Rückblick und Ausblick!
Berthold Huber (IG Metall Vorsitzender) findet dass viel „dummes Zeug erzählt wird und das deutsche tarifliche Lohnniveau eigentlich nichts mit der Eurokrise zu tun haben.
Tariflöhne
Gustav Horn relativierte das zwar in einem Interview auf den NachDenkseiten und sprach davon, dass „tarifgedeckte Löhne“ keine große Story, sondern die „nicht tarifgedeckten Löhne“ eine Katastrophe sind. Es ist richtig, Tariflöhne kommen durchschnittlich besser weg, wie auch die Grafik links gut abbildet.
(Quelle Hans Böckler Stiftung)
Dr. Reinhard Bispinck machte in einem tarifpolitischen Aufsatz für das Institut WSI aber auf Seite 9 aber klar deutlich,, dass die verteilungsneutralen Spielräume in den letzten 10 Jahren nur in der Chemischen und Metall-Industrie annähernd genutzt werden konnten (und zwar nur zum Ende Dekade).

Der Niedriglohnsektor hat natürlich einen disziplinierenden Charakter auch auf die Tariflöhne. Ohne Zweifel. Ein Klima, um kräftige Lohnzuwächse durchzusetzen, ist nicht vorhanden. Diese Realität müssen wir leider wahrnehmen. Nur muss diese Realität geändert werden.

Die Gewerkschaften alleine können wir nicht dafür verantwortlich machen. Sie versuchen einzuschätzen, was durchzusetzen ist und was nicht. Nicht zuletzt spielt der Organisationsgrad und die Arbeitskampfbereitschaft der Mitglieder eine große Rolle.

Dieses ordnungspolitische Problem kann nur die Politik angehen-mit:

– Mindestlohn,
– Begrenzung der Leiharbeit mit Equal Pay
– Stärkung der Flächentarifverträge.
– Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen
– Tariftreuegesetzte etc.

Mit anderen Worten, Wettbewerb über billigste Löhne muss beendet werden. Vorrang für Qualität muss endlich das Wettbewerbsdenken der Zukunft sein.

Fazit: Wirtschaftliche Vernunft geht heute anders
Ein Auseinanderbrechen der Eurozone kann nicht das Interesse der deutschen Arbeitnehmer- und Unternehmerschaft sein. Und: Wirtschaftliche Vernunft muss anders definiert werden.
Die Deutung: „Lohnzurückhaltung“ um noch wettbewerbsfähiger zu werden, sei vernünftig, ist in Anbetracht der Situation eben nicht vernünftig. Offensive koordinierte europäische Lohnpolitik ist wirtschaftlich vernünftig. Sparpartys und die Verfestigung der wirtschaftlichen Ungleichgewichte führen dazu, dass es bald keine Käufer mehr gibt, die bezahlen können. Zweidrittel der deutschen Exporte gehen in die Eurozone. Dämmert es? Es soll ja Unternehmen geben, ja da hat es bereits „Klick“ gemacht. Jetzt müssen nach der Erleuchtung, Taten folgen um u.a den Binnenmarkt als festes Bein zu stärken.
Höhere Löhne sind eigentlich „alternativlos“ (ich benutze einfach mal dieses schlimme Wort). Das findet ebenfalls auch Verdi-Vorsitzender Frank Bsirske. Hoffentlich folgen nach solch großen Worten auch große Taten.

Der Staat als Tarifpartner kann mit guten Beispiel vorangehen. Im März 2012 beginnen die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst. Ein wenig guten Willen lässt sich freilich mit guten Willen sogar herauslesen.

Ok. Fantasie ist da angesagt. Aber zum Jahresanfang gehört auch immer die Hoffnung auf Besserung und den Willen zum Optimismus.

————————-
Fußnote:

Entwicklung der Reallöhne DIW Studie hin: (als pdf)

—————————————————————————————-

LA NS
Linkempfehlungen zum Thema:
wirtschaftliche Ungleichgewichte

Tarifrunde 2012

werden fortlaufend im Linkblog
der Netzschau gesetzt.

——————————————

 

Weiterlesen

Lohnpolitik im Schatten der Eurokrise – Eine große Herausforderung für die Gewerkschaften / Teil 1

Eurokrise meistern mit einer europäisch abgestimmten Lohnpolitik

von Marty Ludischbo Was haben die nächsten Tarifrunden mit der Eurokrise zu tun? Sehr viel. Denn die unterschiedlichen Lohnentwicklungen/Lohnstückkosten ist eines der Hauptgründe für die sog. „Eurokrise“. Die Gewerkschaften in Deutschland haben nun eine große Verantwortung zu tragen. Sie müssen für die abhängig Beschäftigten die Verteilungsspielräume konsequent nutzen. Sie haben nicht die Wahl zwischen zurückhaltende, an sog. wirtschaftlicher Vernunft orientierter Lohnpolitik oder expansiver Lohnpolitik, sondern die Wahl zwischen Offensive Lohnpolitik und Auseinanderbrechen der Eurozone. Schwierig, solche komplexen Zusammenhänge auch ihren Mitgliedern zu vermitteln.

Die IG Metall machte für die Stahlbranche den ersten Schritt. Mit ca. 3,8% haben sie in NRW und im Saarland abgeschlossen. Ob in der Stahlbranche damit die verteilungsneutralen Spielräume optimal genutzt wurden, kann ich jetzt nicht abschließend beurteilen, weil ja noch nicht alle Zahlen vorliegen. Fakt ist, dass nach der zu erwartenden Preiseinentwicklung ein minimale reale Kaufkrafterhöhung zu erwarten ist.

Aber was hat das alles mit der Eurokrise zu tun?
Sehr viel, wenn nicht so ganz viel.
Die deutsche Volkswirtschaft hat sich mit niedrigen Lohnstückkosten gegenüber ihren Handelspartnern wettbewerbsfähiger gemacht. Dadurch konnte sie in den letzten 10 Jahren gigantische Handelsbilanzüberschüsse erzielen. D. h. unsere Volkswirtschaft hat mehr produziert, als das wir selber zum Leben verbraucht haben. Oder anders formuliert, dadurch konnten mehr Waren und Dienstleistungen verkauft werden, als wir gekauft haben. In den sog. Schuldenländern in Europa war es genau umgekehrt. Die Lohnstückkosten stiegen und diese Volkswirtschaften haben, quasi über Schulden, mehr gekauft als verkauft. (Notiz zum Absatz)

Heiner Flassbeck und andere Ökonomen haben schon seit mehreren Jahren die wirtschaftlichen Ungleichgewichte als heftiges Problem beschrieben. Auch wenn das manager-magazin im Februar 2010 mal ausnahmsweise drauf hinwies, betrachten viele Wirtschaftsjournalisten die Ungleichgewichtskrise als Randproblem. (mehr …)

Weiterlesen

Tarifeinheit und Tarifautonomie

von Ursula Engelen-Kefer
Für die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen gibt es eine weitere Hängepartie: Den gemeinsamen Vorstoß von BDA und DGB zur gesetzlichen Regelung der Tarifeinheit. Das
Bundesarbeitsgericht (BAG) hat mit seinem Urteil zur Aufhebung der Tarifeinheit am 23. Juni 2010 erheblichen Wirbel verursacht. Danach wurde mit dem bisher geltenden Grundsatz gebrochen: Ein Betrieb- eine Gewerkschaft. Damit ist das bisherige Prinzip nicht mehr gültig, dass in einem Betrieb für vergleichbare Arbeitsverhältnisse nur einheitliche Tarifverträge angewendet werden.
Politik und Gesetzgeber ist anzuraten, den konkurrierenden Spartengewerkschaften nicht die Luft abzudrehen. Ohne die Möglichkeit zu Tarifverträgen mit den erforderlichen Arbeitskampfmaßnahmen wären die im Grundgesetz verankerte Vereinigungsfreiheit und Tarifautonomie als Eckpfeiler unseres Sozialstaates und unserer Demokratie nicht durchzusetzen.   (mehr …)

Weiterlesen

gekippte Tarifeinheit -Zwischen Euphorie und Skepsis

 „Viele kleine Gewerkschaften werden es nun richten.“
Das höre ich fast täglich Ruhr rein, Rhein raus. Nachdem das BAG im Juni die Tarifeinheit gekippt hatte, ist nun bei vielen eine Art Euphorie ausgebrochen. Ich bin da nicht ganz so euphorisch, eher skeptisch. Eine expansive Lohnpolitik kommt nicht aus heiterem Himmel. Egal ob durch viele Einzelgewerkschaften, viele Spartengewerkschaften oder durch  einen anderes aufgestellten DGB. Das muss so oder so erstritten werden und die Menschen müssen ihrer ängstlichen Lauerstellung aufgeben. Und es geht nur mit Solidarität. Menschen, die nur noch für ihre eigenen Interessen kämpfen werden unterm Strich keinen Beitrag für eine bessere Verteilungspolitik leisten. Ich teile deshalb die Bewertung, dass von unten Druck auf die standortorientierten Tarifpolitiker/Innen (meist Betriebsratsfürsten von marktdominierenden Unternehmen) gemacht werden muss. Ich bin aber doch eher skeptisch, ob das mit vielen für sich werkelnden Einzelgewerkschaften möglich ist. Punktuell sicher ja.
Aber werden die Arbeitnehmer/Innen gesamtwirtschaftlich deshalb den Kapitaleignern mehr Verteilungsmasse abknöpfen können? (mehr …)

Weiterlesen

Marburger Bund will mehr….

Also mit den Spartengewerkschaften habe ich mich ja bereits im Februar auseinander gesetzt.

Aktuell erlebt man die Spartengewerkschaft „Marburger Bund“ in Aktion. Sie geben sich nicht mit den sicherlich spärlichen Abschluss für ihre Kolleginnen im Pflegebereich nicht zufrieden.
Und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbänden hat nun einiges zu tun. Nach ihrer Ansicht sollen die Ärztegehälter nicht höher steigen. Quelle:

Weiterlesen

Was sind Spartengewerkschaften?

Die Berufsvereinigung Cockpit legte gestern die Lufthansa lahm. Grund der Arbeitskampfmaßnahmen: Sie wollen die Lufthansa dazu zwingen wollen sich die Billigtöchter vom Hals zu halten. Passagierinfo

Gefürchtet sind sie  mittlerweile! Sie, die sog. Spartengewerkschaften mit hohem Organisationsgrad. Marburger Bund, GDL, Vereinigung Cockpit.

Wir reden viel von den starken, es gibt aber auch die Masse der kleinen Spartengewerkschaften, die Gefälligkeitstarifverträge abschließen, nur um die Löhne zu drücken. Diese Praktiken machen den Gewerkschaften im DGB viel mehr zu schaffen, als die starken Spartengewerkschaften ala Cockpit und Marburger Bund.Ein BSP ist der Christliche Gewerkschaftsbund, den verdi Boss Frank Bsirske als Lohndrückerverein bezeichnet.

Also:
Wer sind die diese Spartengewerkschaften?

Wie gehen die Arbeitgeber damit um?

blognetz-onlineWas bedeuten sie für den DGB? Und welchen Einfluss haben sie auf die Tarifpolitik?

Was ist eure Meinung?

In unserem Forum habe ich einen Diskussionstrang eröffnet. Der Einfluss der Spartengewerkschaften!

 

Ich habe dazu einen Eintrag in unser Umschau Lexika gemacht um mal ein paar Antworten zu geben.

Banner Blogmitma lekl

Was sind Spartengewerkschaften?

Weiterlesen