Die Griechen zahlen für ein Gläubigerschutzprogramm…

… zu dieser richtigen Erkenntnis kommt der Netzschauleser Andreas. S.
Dabei hat er seine Kapitallebensversicherung als Spannungsbogen genommen und das ganz etwas ironisch untermalt.

Ein gelungener Leserbeitrag. Danke Andreas.weiterlesen
Danke Bertram für die Einstellung und Layout des Beitrages

update: 23.02.2012 – 14:12 – Anfrage an Autor wegen möglichen Zahlendreher bei den Zahlenbeispielen per eAMail getätigt.. Der Blogger Einhard hat uns darauf aufmerksam gemacht.

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Hurra, die Griechen retten die Gläubiger!

Gastbeitrag von Andreas S.
Seid gestern ist es nun  amtlich. Griechenland bekommt für die Rückzahlung seiner  Schulden Hilfskredite. Die Euro Gruppe 1-mitmach bannerhatte gestern nach gespielten Tauziehen die Gelder freigegeben.
Die Griechische Bevölkerung muss das bezahlen. Die Gläubiger- Banken, Versicherungen und Fondgesellschaften atmen auf. So brauchen sie Ihre Forderungen nicht komplett abschreiben.

Hurra! Danke ihr lieben Griechen, dass ihr die Gläubiger rettet.
Respekt.

– eingeschränkter Kündigungsschutz
– Lohnkürzungen
– Rentenkürzungen
– schlechte Sozialleistungen
– Höhere Verbrauchsteuern
– und ein Sperrkonto für den Schuldendienst obenauf

Ich weiß gar nicht. Beteiligen sich die reichen Griechen auch an diesem Gläubigerschutzprogramm? (mehr …)

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Wann begreift die Politik endlich, dass sie und nicht die Märkte die Spielregeln bestimmen müssen?

„Die Märkte kollabieren“ – „DAX rutschte wieder ins Minus“ – „Euro Kurs bricht ein“… und und und.
Das waren die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse nach der Ankündigung des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou ein Referendum über seine Politik abzuhalten, (update 03.11.17:13) dass heute nach Medieninfos wiederrufen wurde.
Wann begreift die Politik endlich, dass sie, nicht die Märkte, die Spielregeln bestimmen müssen?

Ich verzichte auf einer ausführlichen Netzschau. Nicht nur die Wirtschaftspresse, sondern auch die Tagesschau widmete sich vornehmlich auf die Reaktion der Märkte. (update 03.11.17:13) Ich will auch das bevorstehende Referendum gar nicht kommentieren, denn wir ja noch alle gar nicht wissen, welche Frage die griechische Administration stellen wird.

Typische Reaktion – Die Märkte, die Wettbewerbsfähigkeit sind relevant
Aber die Reaktion ist doch typisch für das Europa der liberalen Märkte. Es ist wichtig wie „der Markt“ denkt, nicht wie die Bürgerinnen und Bürger in Europa.
Europa muss begreifen, dass die demokratisch gewählten Politiker/Innen nicht der Spielball der Märkte sein dürfen.
Das Primat der Demokratie und der Politik über die Märkte muss endlich wieder hergestellt werden. Dem Dogma der Wettbewerbsfähigkeit muss ein Dogma der transparenten Kooperation folgen.
Das muss uns Europäerinnen uns Europäer gelingen.

Natürlich muss es pragmatische Notfalloperationen geben. Aber ohne nachvollziehbaren Perspektiven und erst recht ohne die Legitimation durch die Bürgerinnen und Bürger wird Europa und auch unsere gemeinsame Währung zerbrechen.

Die Märkte übrigens sind gerade dabei die Italienischen Staatsanleihen in die Höhe zu treiben. Zehnjährige Papiere rentierten am Dienstagmorgen bei 6,26 Prozent.(1)

Was muss eigentlich noch passieren, dass die Politik begreift?

Quellen:
(1) Die Krise ist längst nicht vorbei – von Ulrike Herrmann-taz.de

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Mein Senf zur sog Eurokrise…

… die eigentlich eine Bankenkrise und Politikkrise ist…

Ich habe im Forum Muskelkater meinen Senf zu Griechenland und beim Blog Gerecht 2010 zum Thema: Enteignung Europas abgeben.

Im Prinzip geht es in beiden Kommentaren um die sog Eurokrise, die eigentliche eine Banken und Politikkrise ist.

Und oh Wunder – Maybrit Illner hat jetzt auch erkannt, dass es „solangsam zu einer Bankenkrise wird“ (Sendung vom Donnerstag)

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Kürzungspolitik wird Griechenland kaum retten- Ratingagenturen müssen unabhängig werden.

Attac Deutschland erklärt sich solidarisch mit Widerstand gegen Kürzungspolitik. Ulrike Herrmann von der taz thematisierte heute noch einmal die  „fast unbegrenzte Macht“ der Ratingagenturen.

In einer Pressemitteilung von Attac heißt es: Zu dem am : „Der Streit der Euro-Finanzminister um die Art und Weise der Beteiligung von Banken und Versicherungen an einem neuen Finanzpaket für Griechenland kann nicht darüber hinweg täuschen, dass Griechenland mit den geplanten Maßnahmen nicht gerettet, sondern in den Abgrund gestoßen wird. Die harten Bedingungen für Finanzhilfen – noch mehr zu sparen und in großem Maßstab zu privatisieren – bedeuten für Griechenland den ökonomischen und politischen Ruin“, sagte Detlev von Larcher, Mitglied des Koordinierungskreises von Attac. Max Bank, ebenfalls Mitglied des Attac-Koordinierungskreises, sagte: „Die Empörung der Griechen und Spanier über die Strukturanpassungsprogramme der Troika aus IWF, EZB und EU ist mehr als verständlich. Mit dem Widerstand gegen eine sinnlose und unsoziale Kürzungs- und Privatisierungspolitik erklären wir uns solidarisch.“

In einer weiteren Pressereklärung von Attac heißt es weiter:
„…(…)
Vielmehr müsse man der Spekulation gegen Schuldenstaaten wie Griechenland und Spanien den Nährboden entziehen. Dazu gehört eine effektive Regulierung der Finanzmärkte. Das bedeutet u.a. die Credit Default Swaps (CDS) – also Wetten auf die Verschlechterung der Bonität eines Staates oder Unternehmens -zu verbieten, damit nicht weiterhin eine kleine Anzahl von Großbanken — unter anderem Goldman Sachs und die Deutsche Bank – an der Krise verdienen. Das bedeutet auch, endlich eine unabhängige europäische Ratingagentur zu schaffen, die nicht – wie Standard & Poor’s – Ping Pong mit den CDS-Banken spielt und systematisch auf Staatsbankrotte hinarbeitet. „Wenn die Politik endlich aufhören will, Spielball von privaten Rating-Agenturen und Großbanken zu sein, dann muss sie aufhören die Märkte mit Rettungspaketen zu besänftigen und sie stattdessen mal richtig an die Leine nehmen“, so Max Bank, ebenfalls Mitglied im Attac Koordinierungskreis.(..)

Ulrike Herrmann von der taz hinterfragte heute bei der taz den ernormen Einfluss der Ratingagenturen.

Fazit: Die Politik lässt sich von den Finanzmärkten weiter treiben. Ordnungspoltische Maßnahmen, um die macht der Finanzakteure und dessen Ratingagenturen sind nicht in Sicht. Dabei wäre eine von den Großakteuren unabhängige Ratingagentur sinnvoll und klug. Durch die interessensgesteuerte Kurzsichtigkeit ökonomischer Politikberater können wir allerdings kaum auf kluge Maßnahmen hoffen.

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Analyse: Besser als Schuldenschnitt wären Eurobonds und einen europäischer Währungsfonds

Analyse von IMK, OFCE und WIFO
Schuldenschnitt bringt Euro-Staaten mehr Risiken als Vorteile

Weniger riskant als ein Schuldenschnitt für Schuldenländer mit hohen Leistungsbilanzdefiziten und letztlich wirkungsvoller wäre eine Niedrigzinsstrategie, die auf Eurobonds und weiterhin niedrigen Leitzinsen basiert. Zu diesem Ergebnis kommen das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung, das französische centre de recherche en économie de sciences po (OFCE) und das österreichische WIFO in einer aktuellen Analyse.

Die Ökonomen regen  einen Europäischen Währungsfonds an. Dieser hätte die Aufgabe zu verhindern, dass die Leistungsbilanzen der Euroländer wie in den vergangenen Jahren auseinander laufen, was auch dämpfend auf die Staatsschulden wirken würde. Zudem kann der Währungsfonds so genannte Eurobonds ausgeben, Staatsanleihen, für die die Euro-Staaten gemeinsam bürgen und die deshalb zu einem vergleichsweise niedrigen Zinssatz verkauft werden könnten

ganze Mitteilung des Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) – hier lesen

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Themennetzschau:

Wirtschaftliche Ungleichgewichte in Europa  (Linkblog)

Blog2Blog


Blog: Gerecht 2010-von Netwerkpartnerin Martha Brauch:
Steckt der Euro wirklich in der Krise?
Artikel zum Thema bei: * blog.de * yigg.de

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Griechenland – den Abgrund fest im Visier

von Steffen Bogs, Blog Querschüsse
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Gestern berichtete das griechische Statistikamt ELSTAT in der 2. Schätzung zum 3. Quartal 2010, von einem noch schwächeren realen BIP-Wachstum, als in der 1. Schätzung. Um -1,3% (ursprünglich -1,1%) zum Vorquartal sank die Wirtschaftsleistung. Zum Vorjahresquartal fiel das reale BIP sogar um -4,6%! Damit wird immer deutlicher, was vorher schon klar war. Die den Griechen durch IWF und EU aufgezwungenen Austeritätsmaßnahmen führen in die Sackgasse. Statt die Wirtschaft mit strangulierenden Sparorgien abzuwürgen, muss man Wachstum organisieren, denn ohne Wachstum kann Griechenland seine Schuldenpyramiden nicht tragen und schon gar nicht abtragen. So wird die Pleite Griechenlands zum selbsterfüllenden Ereignis einer verfehlten europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik werden.


Die Entwicklung des realen griechischen BIPs im Vergleich zum Vorjahresquartal.


Die Summe aller nominalen Arbeitnehmerentgelte je Quartal seit Q1 2000. In Q3 2010 sanken die nominalen Arbeitnehmerentgelte um -6,07% zum Vorjahresquartal auf 20,520 Mrd. Euro.

Die Arbeitnehmerentgelte spiegeln die Gesamtbruttosumme aller Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer, Angestellten, Beamten, inkl. aller in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis stehenden, inklusive der Sozialbeiträge der Arbeitgeber wider.



Im Vergleich die Entwicklung der nominalen (blau) und der realen (verbraucherpreisbereinigten – (rot)) Arbeitnehmerentgelte je Quartal seit Q1 2000 in Griechenland. Seit dem 1. Quartal 2000 bis Q3 2010 stiegen die nominalen Arbeitnehmerentgelte jenseits des Produktivitätsfortschritts um +85,6%, in der Spitze zu Q3 2009 sogar um +97,6%. Auch real ging es noch komfortabel voran, um +31,17% bis Q3 2010 und in der Spitze zu Q1 2009 sogar um +48,1%.

Nachdem man dieser Fehlentwicklung, die nicht mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit gedeckt war, jahrelang untätig zugesehen hatte, versucht man dies nun mit brachialer Gewalt zu korrigieren, ökonomische betrachtet kommt dies dem Todesstoß, einer unterentwickelten und auf Konsum basierenden Wirtschaft gleich. Denn schlimmer noch als mit nominalen -6,07% bei den Arbeitnehmerentgelten im 3. Quartal 2010 ging es bei den realen (verbraucherpreisbereinigten) Arbeitnehmerentgelten abwärts, um beispiellose -11,02%!


Die Entwicklung der realen (verbraucherpreisbereinigten) Arbeitnehmerentgelte im Vergleich zum Vorjahresquartal von Q1 2001 bis Q3 2010. Um brachiale -11,02% sanken die realen Arbeitnehmerentgelte in Q3 2010. Es wäre das erste Mal in der Geschichte der Wirtschaft, wenn solch ein fulminanter Realeinkommensverlust in eine prosperierende Wirtschaft münden würde.

Die -11,02% übertreffen sogar noch die Negativschätzung der griechischen Zentralbank, welche in dem Zwischenbericht zur Geldpolitik vom 26.10.2010 mit einem Reallohneinbruch in der Gesamtwirtschaft von “nur” -8% ausging.

Daran gemessen sanken die Konsumausgaben der privaten Haushalte sogar noch “moderat” um -5,8% zum Vorjahresquartal:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Entwicklung der realen privaten Konsumausgaben seit Q1 2000 bis Q3 2010. Auch in den nächsten Quartalen dürfte sich der Niedergang bei den privaten Konsumausgaben weiter beschleunigen, denn trotz des bisherigen Einbruchs betrugen die realen privaten Konsumausgaben in Q3 2010 immer noch unhaltbare 73,6% des realen BIPs.

Außerdem dürften die Einkommenseinbußen der privaten Haushalte erst mit einem gewissen Zeitverzug auch bei den Konsumausgaben noch deutlicher zuschlagen, denn meist wird solange es das Ersparte und der potentielle Kreditzugang noch hergeben, versucht den Status Quo beim Konsum zu halten.

Wärmstens empfehle ich noch mal den Querschussartikel: Griechenland wird in die Depression gespart, mit seinen zahlreichen Grafiken durchzuscrollen, welche die hoffnungslose Lage der Griechen, selbst an Hand offizieller Wirtschaftdaten unbestechlich dokumentieren.

Quelle Daten: Statistics.gr/PDF 2. Schätzung zum BIP Q3 2010, Statistics.gr/ELStat-Statisikportal

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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Erst-Veröffentlichung Blog Querschüsse am 10.12.2010
Mit freundlicher Genehmigung von Steffen Bogs, Artikel und Grafiken in der Netzchau zu übernehmen.
Es gelten die Lizensbedingungen vom Blog Querschüsse

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