Wir halten an der Protestaktion fest

Einige User/Innen halten die Aktion „Wir verlassen blog.de“ am 01-und 02.02.2013 für überholt, weil einige subjektiv den Eindruck haben, dass sich die Ladezeiten verbessert haben sollen.
Ich persönlich kann das subjektiv nicht erkennen. Offiziell hat blog.de auch noch nicht dazu Stellung bezogen. Außer, dass geplant ist mit neuen Servern das Problem zu lösen. (hier)
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update:
Hier haben eie eine Userin und ich auch objektiv gemerkt, dass es langsam ist…..
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Auf dem offiziellen blog.de Blog „Das blog.de“ wird auch nicht weiter kommuniziert. – Letzter Eintrag 02.01.2012. –

Deswegen halten wir an dem Protest fest.
Bei MarcM (team.de) habe ich das auch hier noch mal begründet.

Es geht auch darum, dass die Chefetage rund um die Betreiberfirma Populis erkennt, dass sie ohne die blog.de Community auch zukünftig nicht auskommt und in Prozessen mit eingebunden werden möchte. Auf der Homepage der Fa Populis geben sie als Ziel vor, Werbetreibende zu helfen, um Marken in der Blogsphäre zu positionieren. (link)
Das gibt es aber nicht umsonst.

Bloggerinnen und Blogger geben sich nicht einfach als Werbemultiplikatoren her!
Die Gegenleistung muss eine moderne Blog-Plattform sein. Und dazu gehören u.A „zeitgemäße Ladezeiten“. Subjektiv wahrgenommene Verbesserungen reichen da nicht aus.

Beste Grüße
Marty Ludischbo

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Meinungsvielfalt in Blogs – Teil 4

von Marty Ludischbo und Bertram Rabe
Suchen und finden was uns in den Kram passt?

In den ersten beiden Teilen haben wir besprochen, dass wir die Meinungsvielfalt in einem Blog zunächst sekundär betrachten. Viel wichtiger ist eine ganzheitliche Medienbetrachtung. Im dritten Teil haben wir gefragt, ob wir uns wirklich manipulieren lassen müssen.
Heute fragen wir uns, ob wir uns nicht manipulieren lassen wollen?

S
uchen wir wirklich immer Informationen weil wir etwas lernen wollen?
Und lassen wir uns auch mal umstimmen, wenn wir falsch liegen?
Laufen wir nicht vielmehr bewusst unseren Weltanschauungen hinterher und suchen die Argumente, die uns gerade passen?
Suchen und finden was uns im Kram passt!?!

„In den meisten Fällen merken wir gar nicht, wie sehr wir herumtricksen. “ bemerkte Richard David Precht (1)
„Gerade in der Politik sortieren wir (..) alle Argumente stets danach aus, ob sie uns in den Kram passen“ so Precht

Precht wies dabei auf eine Untersuchung von Frans de Wall (Parteienforscher) hin. In einem Fernsehduell zwischen zwei Politikern wirbelten die Zuschauer mit Argumenten und Gegenargumenten so herum, bis sie die Schlussfolgerungen haben, die sie auch haben wollen.

„Precht zitierte de Wall: „Jedermann….. akzeptiert ein emotional verzerrtes Urteil, wenn er ein persönliches Interesse daran hat, wie die Fakten zu interpretieren sind. “ (2)

Und im Internet? Tricksen wir da auch herum?
Der Netzphilosopf David Weinberger glaubt, dass „Netzwerke es besser wissen“

Im Internet lernt man, dass alles, was jemand glaubt, von jemand anderem angezweifelt werden kann. Das zu wissen, ist wirklich wichtig. Alles ist diskutabel. Wissen im Internetzeitalter ähnelt dem Wissen, wie es sich in den vergangenen hundert Jahren für Forscher schon immer dargestellt hat: Es gibt eine Hypothese, an die geglaubt und auf die reagiert wird – aber man ist sich bewusst, dass man sich irren kann. (3)

Das setzt aber vorraus, dass mit der anderen Meinung kommuniziert wird.

Netzaktivist Eli Pariser warnt z.B vor einer Filter-Blase: (Filter-Bubble)

Ich stellte irgendwann fest, dass Facebook mir vor allem Beiträge von Freunden zeigten, die politisch meiner Meinung waren. Facebook hatte einfach gemerkt, dass ich mit meinen politischen Freunden mehr interagiere. Die Beiträge der anderen tauchten kaum noch auf, obwohl ich gerade von ihnen Neues erfahren wollte.“ (4)         

Wir ergänzen:
Viele Communitys in Sozialen Netzwerken sind teilweise in sich verschlossen. Es kommunizieren homgene Menschen, die sich kennen und oft  grundsätzlich einheitliche Meinungen oder Interessen haben. Es entstehen außer klein u. kleinst Diskussionen auch oft leider keine Diskussionen oder inhaltliche Auseinandersetzungen mit der „anderen Meinung“ oder die „andere Sichtweise“.
Nicht, weil sie sie ablehnen oder nicht hören wollen, sondern weil sie diese in der „Filter-Blase“ nicht hören können…
Machen wir uns nichts vor. In diese Falle (wenn es überhaupt eine Falle ist?) treten wir als Medienaktive und Medienkonsumenten ständig hinein, ob wir es wollen oder nicht. Mal mehr, mal weniger.

Und gerade dann, wenn es um Wirtschaft und somit um unsere eigenen wirtschaftlichen Interessen geht, sind wir, fast schon logisch, emotional gebändigt. Erst recht wenn es womöglich um die eigene Existenz geht.
Mit diesen Störgefühlen aus widersprüchlichen Wünschen und Absichten bewerten wir Informationen und suchen neue Informationen im Dschungel der Vielfalt.
Nicht selten treten viele wegen Überforderung den Rückzug an.
Wahrscheinlich wissen das auch die Meinungsmacher aus den politischen PR-Abteilungen und nutzen das gnadenlos aus.

Und was bedeutet das für die Meinungsvielfalt in Blogs?
Ein Blog ist meistens auch immer ein Netzwerk. Einige Blogger sind, wie wir, Mitglied in einem Netzwerk. Die Netzschau z.B filtert auch. Das ist unser Konzept.
Und wir sind schon gar nicht meinungsneutral.
Wir haben eine klare Position und sehen uns selber als „progressives“ Blogprojekt. Und natürlich suchen und finden auch wir, was uns im Kram passt. Und natürlich ist deshalb die Gefahr einer Filter-Blase immer gegenwärtig. Auch bei uns! Selbskritik ist angebracht!
Aber wir verlinken auch andere Meinungen. Mal, weil wir uns kritisch mit der „anderen Meinung“ auseinandersetzten. mal einfach nur so und mal weil wir lästern über die „andere Meinung“. Aber wir bemühen uns nicht allzu rechthaberisch zu sein. Wir sind keine Journalisten, sondern wollen einfach nur suchen und finden… und die Ergebnisse teilen und diskutieren. Hier auf unserer dieser kleinen privaten Ebene. Sachlich und fair. Wir, die Netzschau, irgendwo zu Hause in der weiten Wüste des Netzes.

Wollen wir, wollen Sie, wollt Ihr Meinungs und Wissensaustauch oder Propaganda?
Wollen die, die da im Netz schreiben, Meinungs und Wissensaustausch? Oder ist das einfach nur Propaganda und Kampagne?
Das zu erkennen ist die Kunst. Bloß nicht heimisch werden in der Filter-Blase.
Je mehr wir bewusst hinschauen und uns selber hinterfragen, desto umsichtiger und kompetenter surfen wir durch die Informationswelten des Internets.

Die Informatioswüste Internet. Da kann man doch unbemerkt auch mal Fakten einfache weglassen!…

Dazu mehr in Teil 5  – fortsetzung folgt-

 

Quellen

(1) Precht – Die Kunst kein Egoist zu sein (Seite 299)

(2) Precht – Die Kunst kein Egoist zu sein (Seite 300)

(3) Netzwerke wissen es mehr – tazmedien 07.08.2012

(4) „Konzerne geben vor was wir sehen“ (10.02.2012 sonntaz.de)

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Meinungsvielfalt in Blogs – Teil 3

von Marty Ludischbo und Bertram Rabe
Medien: Müssen wir uns wirklich manipulieren lassen?

In den ersten beiden Teilen haben wir besprochen, dass wir die Meinungsvielfalt in einem Blog zunächst sekundär betrachten. Viel wichtiger ist eine ganzheitliche Medienbetrachtung. Natürlich wird Meinungsbildung immer auch von Kampagnen und Gegenkampagnen geprägt. Das kann einen unbemerkte manipulativen Charakter bekommen. Gerade dann wenn es einen nicht erkennbare Beeinflussung ist. Aber müssen wir uns das gefallen lassen? Was können wir selber tun?

Positionen und Gegenpositionen können im Internet ermittelt werden. Theoretisch!
Internet hilf!
Aber wo finde ich all diese Informationen, die da sind, aber in einer Wüste von Textzeichen nicht gefunden werden?

Schwierig, aber durch intelligenter Vernetzung und effizientes Suchen kann es mit einem gewissen Zeitaufwand klappen.

Also, wir müssen uns der Berieselung durch die Meinungsmacher im Fernsehen und den großen Verlagen nicht einseitig aussetzen. Anders als bei den vordigitalen Medien setzen wir,du und ich im Internet den Filter (Auswahl vom Nachrichten, die wir lesen möchten). Und das ist die eigentliche Revolution, in der wir auch noch selber senden und somit kostengünstig Gegenöffentlichkeit schaffen und konsumieren können.

Eine Gegenöffentlichkeit zum Fernsehen zu schaffen ist gleichwohl schwieriger. Einen Blog kann ich preisgünstig betreiben. Wir machen das bei blog.de und zahlen für die Pro-Mitgliedschaft einen angemessenen Beitrag. Der Zeitaufwand ist noch soeben verhältnismäßig. Bei einem Video sieht das schon anders aus. Ein Video, z.B für You-Tube zu erstellen, ist zwar auch erheblich billiger, als eine Fernsehproduktion, aber der Zeitaufwand ist enorm und bedarf Man-Power.

Als Einzelkämpfer kommen wir im Netz nicht weiter…. Gemeinschaftliches Handeln ist unerlässlich.

Eigenverantwortlich teilhaben
Unterm Strich ist die Medienlandschaft durch das Internet längst demokratisiert worden.
Die wahrgenommene Gegenöffentlichkeit ist ein Stück Ernte dieses Demokratisierungsprozesses. Wir müssen diese Teilhabe nur nutzen wollen. Und hier ist ein Stück Eigenverantwortung gefragt. Wir nennen diesen Begriff ja ungern, weil dieser manchmal richtige Begriff von den neoliberalen für Sozialabbau und Zerstörung unseres Rentensystems missbraucht wurde. Wir müssen aber auch bereit sein, uns vielfältig zu informieren.

Natürlich. Menschen, die den ganzen Tag zu tun haben, weil sie arbeiten, Kinder erziehen und Ehrenämter ausführen, müssen sich natürlich auf eine qualitative und vielfältige Leitmedienlandschaft verlassen können. Da wirkt der Einfluss der PR natürlich manipulativ. Und das ist gefährlich!

Gleichgeschaltete Medien?
Die düstere Darstellung von NachDenkSeiten Herausgeber A. Müller teilen wir nur bedingt.
Er spricht von „gleichgeschalteten Medien“ und meint sicher die sog. Leitmedien. Viele seiner Beispiele lassen sich aber in der Tat nur sehr schwer widerlegen. Und was die wirtschaftspolitische Richtung angeht, hat er wohl recht.
Was wir mit Müller absolut teilen, ist der Einfluss der PR. (Publik Realation=Öffentlichkeitsarbeit)

Und das darf man nicht unterschätzen.
Wir haben ein Beispiel heraugesucht, dass Müllers Ansicht widerlegt, aber auch bestätigt.
Wenn wir uns z.B die Debatte um die Atomkraft anschauen, können wir feststellen, dass die Medien nicht einseitig Pro Atomkraft berichtet haben. Trotzdem sind die ursprünglich geplanten Laufzeitverlängerungen mit professioneller PR-Kampange vorbereitet worden. Und die Kampagne hat sich wahrscheinlich trotzdem gelohnt, auch wenn viele Gegenkampagnen gegen Atomkraft nach Fukushima die Regierung veranlasst hatte, ihre Entscheidung wieder zurückzunehmen.

Netzschauen Sie hierzu den Artikel: Atomlobbyismus-Wie politische Entscheidungen vorbereitet wurden

Die Taz, die diesen „Skandal“ aufgedeckt haben, waren anschließlend auch sehr selbstkritisch. Denn auch die taz hatte sich auf PR-Kampagnen eingelassen.

So nach dem Motto.. Was mir in den Kram passt….

Trotzdem: Verstecken und immer nur auf die bösen Medien schimpfen ist zu einfach, wenn auch wieder fast normal. Aber lassen Sie uns doch auch mal, wie die Taz,  selbstkritisch sein.

Wie ist es z.B beim Filtern im Internet, dass wir gerade am Anfang dieses Beitrages noch so revolutionär gelobt haben?

Hier in Teil 4 führen wir diese Gedanken weiter

Zur ganzen Serie – Navigation

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So wird die FDP über 5% gepuscht!

Die FDP soll wohl mit allen Mitteln politisch am Überleben gehalten werden. Der Wahlbetrug „mehr netto vom brutto (tags)“ soll vergessen werden. Und nun schaltet sich wieder Brüderle ein. Aber auch mit legalen Mitteln? In Umfragen liegen die Rechts-Liberalen wieder über 5%

Die meisten Medien Ruhr rein, Rhein raus, so mein Eindruck, loben und versuchen mit immer neuen Berichterstattungen die FDP im Rennen zu halten. In NRW braucht Klugredner Lindner fast gar nichts zu machen. In der WDR-Wahlarena hatte er einen sehr bescheidenen Auftritt hingelegt. Selbst FDP-Sympathisanten konnte das wohl kaum vom Hocker hauen.

Und jetzt schaltet sich Rainer Brüderle im Wahlkampf ein. Vor der BaWU- Wahl hatte er ja bereits einen glänzenden und aufklärerischen Auftritt.

IN NRW und SH landete ein netter Brief in vielen Postkästen. (siehe folgendes  Bild- Aktion Brüderle):
P1080516

Aber war das auch alles so legal?

In einem Blogbeitrag von D. Schraven aus dem westen-Rechercheblog ist folgendes zu lesen:
Titel: „Der Bundestagspräsident ermittelt gegen FDP wegen Verdacht auf unzulässige Wahlwerbung“

„(…)Der Düsseldorfer Parteienrechtler Martin Morlok aus Düsseldorf wirft der FDP-Bundestagsfraktion dagegen „illegale Wahlwerbung“ in NRW vor. In einem Gutachten wies der Professor auf das gesetzliche Gebot für Fraktionen hin, in zeitlicher Nähe zur Wahl auf vom Steuerzahler finanzierte Werbung zu verzichten. Ansonsten würden Fraktionen gegen das Demokratiegebot im Grundgesetz verstoßen, wenn sie ihren Parteien auf Staatskosten unzulässige Vorteile gegenüber Parteien verschaffen würden, die nicht im Parlament vertreten sind.

Die FDP-Fraktion sagte bis heute – auch auf wiederholte Nachfrage – nicht, wie viel Steuergeld sie für die Werbekampagne per Post ausgegeben hat. Genauso sagte die FDP nichts zur Zahl der versendeten Briefe.(…) Quelle

„Doping für die FDP “ bezeichneten Jens Berger und Wolfgang Lieb die aktuelle Situation rund um die FDP

„Kurz vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein nimmt die Medienkampagne für die FDP erneut Fahrt auf. Sollte die FDP den Einzug in die beiden Landtage schaffen, so hat sie dies nicht ihrer Politik, sondern einzig und allein der wohlwollenden Unterstützung der Medien zu verdanken. Gleichzeitig sorgt FDP-Comedian Rainer Brüderle mit einem Werbebrief für Aufsehen, der vom Steuerzahler mitfinanziert wurde. Von Wolfgang Lieb und Jens Berger….“ weiterlesen


Fazit:

Legal, illegal, scheißegal. Es scheint zu wirken. In Umfragen liegen die Rechts-Liberalen (FDP) in NRW wieder über 5%.
In Schlewsig Holstein, so die Forschungsgruppe Wahlen, sogar bei 7% (hier netzschauen)
Kaum zu Glauben. Vor ein paar Wochen war die FDP in den meisten Umfragen nur noch „sonstige“

PS: Nach Veröffentlichung dieses Artikel habe ich gelesen, dass die FDP wohl noch mal nach gelegt hat:
WAZ-Rechercheblog: Trotz Ermittlungen: FDP legt nach. Jetzt auch Kinospot auf Steuerzahlerkosten

update 08.05.2012– FDP schafft den Einzug in den kieler landtag. Und am Sonntag um 21:45 ging die Wahlkampfhilfe bei Günther Jauch dann weiter

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Peinliche Wahlkampfaktion von CDU-Anhängern

Über Geschmack lässt sich wirklich streiten. Anonyme *1 Sympathisanten von Norbert Röttgen zeigen bei Facebook NRW Ministerpräsidenten Hannelore kam weni kraftKraft(SPD) mit aufgeklappten Kopf und titeln: „Ohne Köpfchen bleibt nur die Kraft“.
In einigen Blogs wird ungewöhnlich scharf diskutiert.

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Im Pottblog outete sich die Gruppe, dass die Kampagne privat ist und somit keine abgesegnete CDU-Kampagne sein soll.

*1update: 28.03.2012 Handelsblatt: Merkels Ex-Sprecher Gemein soll hinter der Kampagne stecken!

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Peinliche Wahlkampfaktion von CDU-Anhängern

Über Geschmack lässt sich wirklich streiten. Anonyme Sympathisanten von Norbert Röttgen zeigen bei Facebook NRW Ministerpräsidenten Hannelore kam weni kraftKraft (SPD) mit aufgeklappten Kopf und titeln: „Ohne Köpfchen bleibt nur die Kraft“.
In einigen Blogs wird ungewöhnlich scharf diskutiert.

Im Pottblog outete sich die Gruppe, dass die Kampagne privat ist und somit keine abgesegnete CDU-Kampagne sein soll.


Jens M vom Pottblog sagte zurecht:

(…)Dort fährt man eine Kampagne, die sich für „Muttis Klügsten” (so eine Berliner Bezeichnung von Norbert Röttgen) einsetzt.
Auffällig ist an der Seite vor allem eines: Man versucht dort frontal eigene inhaltliche Aussagen zu vermeiden und stattdessen Hannelore Kraft (SPD), die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, anzugreifen.(..)
zur Quelle Pottblog

Die Ruhr-Barone endeckten wohl mit als erste diese Kampagne: Stefan Laurin sagte dort: Röttgen und das Stinktier

„Vielleicht hat Norbert Lammert doch recht“ grübelt Thomas Knüwer.
Unter anderem hält Knüwer Lammerts Äußerung für „nicht tragfähig, dass im Internet anonyme Horden die Meinungsfreiheit missbrauchen.“
„Nur wenige Stunden später mu
ss ich mich wohl ein Stück weit revidieren.“

Also das finde ich eigentlich nicht. Ich finde die Kampagne auch geschmacklos.
Damit können die Anhänger von Norbert Röttgen sich zwar gegenseitig feiern und mobilisieren. Aber zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung taugt das genauso wenig wie das Mär von der „Schuldenkönigin“.

Ich habe mit dem Redaktionsacount auf dieser Kampagnen Seite nur ein Satz gepostet:

„Peinliche Kampagne…“
Ich denke mehr braucht man dann dazu wirklich nicht mehr sagen.

update: 28.03.2012 Handelsblatt: Merkels Ex-Sprecher Gemein soll hinter der Kampagne stecken!

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Foodwatch: "Wie Finanzjongleure die Preise in die Höhe treiben"

  • Eine Information von foodwatch e.V.

    Es ist ein unmoralisches Spiel mit einigen wenigen Gewinnern – und vielen Verlierern: Investmentbanken spekulieren an den Börsen weltweit mit Agrar-Rohstoffen und treiben damit die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe. Was für Spekulanten und Banken ein lukratives Geschäft ist, hat vor allem für die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt verheerende Folgen: Die steigenden Preise verursachen zusätzlichen Hunger. Spekulanten machen sich damit mitschuldig an der beschämenden Hungerkrise. weiterlesen im Öko-Blog

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Wie Finanzjongleure die Preise in die Höhe treiben

  • Eine Information von foodwatch e.V.

    Es ist ein unmoralisches Spiel mit einigen wenigen Gewinnern – und vielen Verlierern: Investmentbanken spekulieren an den Börsen weltweit mit Agrar-Rohstoffen und treiben damit die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe. Was für Spekulanten und Banken ein lukratives Geschäft ist, hat vor allem für die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt verheerende Folgen: Die steigenden Preise verursachen zusätzlichen Hunger. Spekulanten machen sich damit mitschuldig an der beschämenden Hungerkrise.

    Das alles geschieht auch mit dem Geld, das wir in Pensionsfonds und Lebensversicherungen stecken oder an gemeinnützige Stiftungen spenden. Versicherungen, Stiftungsverwalter und Banken wetten damit auf die Preise für Nahrungsmittel wie Mais oder Weizen. Dick im Geschäft: die Deutsche Bank, eine der größten Investmentbanken der Welt.

    foodwatch fordert: Schluss damit! Die einflussreiche Bank soll mit gutem Beispiel vorangehen und aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln aussteigen. Machen Sie daher jetzt Druck: Schreiben Sie direkt an Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, und fordern Sie ihn jetzt auf, die unmoralische Zockerei mit Lebensmitteln zu beenden:

    eMail-Aktion: Hände weg vom Acker, Mann

    Die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen liegt voll im Trend. Kapitalanleger investieren Milliarden in die von den Investmentbanken und Hedgefonds aufgelegten Papiere für Wetten mit Rohstoffen. In dem ausführlichen Report „Die Hungermacher“ hat foodwatch die Auswirkungen dieser globalen Rohstoffspekulation untersucht. Das Ergebnis: Die weitgehend unregulierte Zockerei führt zu enormen Preissteigerungen. Vor allem die Menschen in Entwicklungsländern, die bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Essen ausgeben müssen, leiden darunter. Jede Verteuerung bei Nahrungsmitteln ist für sie eine existenzielle Bedrohung. Allein im vergangenen Jahr wurden durch die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln 40 Millionen Menschen zusätzlich zu Hunger und absoluter Armut verdammt.

    Und die Preiswetten haben völlig überhandgenommen: An einzelnen Börsentagen werden hochspekulative Verträge über das Volumen einer gesamten Jahresernte gehandelt.

    Die Politik sieht dem Treiben im globalen Rohstoff-Kasino bisher weitgehend tatenlos zu. Die Lobby der Finanzindustrie wehrt sich erfolgreich gegen eine schärfere Regulierung ihrer Spekulationsgeschäfte. foodwatch fordert die Politik auf, dem unregulierten Treiben auf den Finanzmärkten ein Ende zu setzen.

    Gleichzeitig wollen wir Druck auf die Finanzindustrie machen. Josef Ackermann ist nicht nur Chef der Deutschen Bank, sondern als Präsident des Weltbankenverbandes IIF auch der mächtigste Lobbyist der Weltfinanzindustrie. Wir fordern Herrn Ackermann auf, ein wichtiges Zeichen zu setzen und die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu beenden. Schreiben auch Sie jetzt direkt an Josef Ackermann:

    eMail-Aktion: Hände weg vom Acker, Mann

    Klicken Sie sich rein,

    Ihr foodwatch-Team

    PS: Je mehr Menschen hinter foodwatch stehen, umso kraftvoller können wir unsere Forderungen in die Öffentlichkeit bringen. Unsere Kampagnenarbeit ist nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns.
    ————————————————————————————————

  • Blog2Blog
    Dieser Netzwerker  hat mich auf diese Aktion aufmerksam gemacht:

  • Martin Schnackenberg, Herausgeber Blog: Muskelkater

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Meinungsvielfalt in Blogs – Teil 2

von Marty Ludischo und Bertram Rabe
Meinungen, Kampagnen und Interaktion einer ganzheitlich betrachteten Medienlandschaft

Meinungspluralität in unseren Medien ist wichtig und Basis für demokratische Auseinandersetzungen. Aber muss in jedem Blog oder Internetangebot die gannze Breite an Vielfalt gegenwärtig sein? Und müssen wir nicht viel mehr Räume für sachliche Auseinandersetzungen schaffen, statt durch ständige Kampagnen und Gegenkampagnen solche Räume zu schließen? Entscheidend ist der freie Zugang zu Informationen und die gleichmäßige Gewichtung von Positionen und Gegenpositionen in der Summe aller Medienangebote in einer interaktiven demokratischen Medienlandschaft.

Die Frage, ob ungefilterte Meinungspluralität in einem Blog, Netzwerk oder Internetangebot zwingend notwendig ist oder eher schädlich sein können, stellt sich für uns von der Netzschau zunächst nur relativ sekundär.
Auch bei uns ist Meinungspluralität gefragt und wichtig. Aber auch begrenzt. Faschos, blinde Fanatiker, PI-Fanten und Eso-Zauberer werden auch hier keinen Entfaltungsraum erhalten. Wir müssen auch nicht objektiv sein. Wir sind schließlich ein Meinungsnetzwerk. Unsere Meinungen sind immer subjektiv, aber unabhängig. Und das gestehen wir sogar den Profit-Verlagen zu. Es gibt eben u.a. konservativ/liberale und progressive Medienhäuser. Abhängig beschäftigte Verlags-Journalisten werden oft auf (Meinungs-)Linie ihre Arbeitgeber gebracht (auch wenn das natürlich allgemein bestritten wird). Das ist für die aufgeklärten Leser/innen auch erst mal egal. Wichtig ist, dass eine Leserin, ein Leser weiß aus welcher und in welche Richtung der Medienschaffende sendet.

Meinungsschlachten durch Kampagnen befeuert
Meinungsschlachten werden durch Kampagnen und Gegenkampagnen befeuert. Das Problem ist , solche Kampagnen im Medienbereich zu erkennen und übrig gebliebene Räume für Sachlichkeit zu finden und nutzen zu können. Der Versuchung, auch an einer Gegenkampagne gegen den Mainstream oder wem auch immer teilzunehmen, waren auch wir hier schon erlegen. Allerdings muss uns Blogger/Innen das bewusst sein. Wir schließen dadurch Räume für sachliche Auseinandersetzungen. Der übrig gebliebene sachliche Austausch, verhallt in einer solchen aufgeheizten Stimmung recht schnell.
Wir sollten da auch mal in der Tat sehr selbstkritisch sein.

Viele sind jetzt wohl geschockt? Einschränkung der Meinungsvielfalt in der Netzschau?
Aber natürlich. Meinungsvielfalt und Meinungsunterschiede beleben. Ein sachlicher Dissens führt zu einem guten Ergebnis. Es kommt aber auf das kommunikative Zusammenspiel zwischen Produzenten und Konsumenten und auch zwischen mehreren Produzenten (z.B Blogs/Blogbetreiber/Innen untereinander) an .

Meinungsvielfalt in einer demokratisierten Medienlandschaft
Es kommt in erster Linie auf das interaktive Zusammenspiel zwischen Medienaktive und
Medienkonsumenten an. Alleine das schafft die Medienvielfalt.
Damit das visionär funktionieren kann, sind Mediennutzer natürlich auf sachgerechte und wahrheitsgemäße Informationen angewiesen. Das alleine wird aber nicht zwangsläufig zu zweifelnden und selbständig denkenden Menschen führen. Die Bereitschaft und auch Meinungen gegenüberzustellen und sich damit auseinanderzusetzen führt zur Medienkompetenz und zum kritischen Denken.

Es ist nicht so wichtig, ob ein einzelnes Blog Meinungsvielfalt zulässt oder nicht. Entscheidend ist der freie Zugang zu Informationen und die gleichmäßige Gewichtung von Positionen und Gegenpositionen. Und zwar in einer gesamtheitlichen Medienbetrachtung ( Summe von Öffentlicher Mainstream und Gegenöffentlichkeit).

Und trotzdem haben  Meinungsmacher die Macht, bestimmte politische und gesellschaftliche Positionen mit Unterstützung mächtiger Interessengruppen durch Kampagnen und ähnliches nach vorne zu gewichten und somit die Meinung  insgesamt zu manipulieren. Und das machen sie ja auch. Im Fernsehen, in der Zeitung, aber auch im Internet.

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In Teil 3 wollen wir  fragen:   Müssen wir uns Meinungsmache wirklich gefallen lassen oder anders gefragt, müssen wir uns manipulieren lassen?

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