Meinungsvielfalt in Blogs? Teil 1

von Marty Ludischo und Bertram Rabe
Freundschaftlicher Disput beim Spiegelfechter

Stefan Sasse und Jens Berger diskutieren in ihrem Blog Spiegelfechter über Meinungspluralität in Internet-Blogs. („Meinungspluralität auch für Blogs?“ )
Muss Meinungsvielfalt in Blogs gegenwärtig sein, um sich vom Mainstream abzusetzen?
Für uns, von der Netzschau, ist diese Frage ein guter Ansatz, nochmals in einer kleinen Mini-Serie über Medienaktive und Medienkonsumenten nachzudenken und weitere Fragen zu stellen.

Wir von der Netzschau bewerten die Meinungsvielfalt ganzheitlich (also die Summe von Mainstream-Medien und Gegenöffentlichkeit in der Bundesrepublik). Der Medienempfänger (Leser/innen) können viel unabhängiger filtern und können im Internet selbst zum Sender werden. Die „bösen Medien“ sind durch das Internet längst demokratisiert. Das Problem ist die mangelnde Qualität vieler sog. Qualitätsmedien. Bei aller berechtigten Medienkritik dürfen wir aber auch nicht vergessen, uns selber zu hinterfragen und müssen uns selbstkritisch stellen.

Zunächst aber mal ein Auschnitt eines freundschaftlichen Disputes….

Während Stefan Sasse, Herausgeber Oeffinger Freidenker und Mitautor des Spiegelfechter meint, :
„Die „Gegenöffentlichkeit” hat in weiten Teilen das Gebahren genau jener Mainstreammedien angenommen, die sie früher so scharf kritisierte. Zugelassen werden nur noch Meinungen, die mit der eigenen übereinstimmen. Alles andere wird aggressiv angegangen und bekämpft, von Beginn an lächerlich gemacht oder geradezu zerrissen. Das alles firmiert unter dem Label „kritisch”, das sich diese „Gegenöffentlichkeit” inzwischen wie eine Monstranz vorangestellt hat und das jede Kritik im Keim erstickt. Wir sind die Guten, alle anderen die Bösen. Meinungspluralität oder Meinungsfreiheit findet auch hier, trotz aller rhetorischen Bekenntnisse, ebensowenig statt wie im Spiegel unter der Ägide Aust. …“   Stefan Sasse Meinungspluralität auch für Blogs – Teil 1

hält Jens Berger, Herausgeber Spiegelfechter und Autor von den NachDenkSeiten dagegen:

„Internetangebote wie die NachDenkSeiten nutzen ihre – im Vergleich zu den Massenmedien – erschreckend geringen Mittel, um einen Gegenpol zur Meinungsmache und der angestrebte Deutungshoheit des Mainstreams zu bilden. Warum sollte man dieses Werk, das aufgrund der unterschiedlichen Kräfteverhältnisse ohnehin irgendwo zwischen Kärrner- und Sisyphusarbeit angesiedelt ist, auch noch dadurch unterminieren, dass man so „fair“ ist und der Gegenseite auf der eigenen Plattform Raum für eben diese Meinungsmache bietet, die man ja eigentlich bekämpfen will? Wenn David und Goliath sich der Waffengleichheit verschreiben, wird immer Goliath gewinnen. Wenn die Gegenöffentlichkeit sich der Meinungspluralität verschreibt, wird sie damit ihr eigenes Grab schaufeln. Wir sind die Empörten, die den auffahrenden Panzern Blumen ins Geschützrohr stecken und wissen, dass jeder Kampf mit gleichen Mitteln aussichtslos für uns ist. “  Jens Berger – Meinungspluralität im Internet Teil 2

Beide Positionen sind im Kern subjektiv nachvollziehbar.

Aber der Reihe nach.
Zunächst sollten wir uns zunächst darüber Gedanken machen:
Was ist denn eigentlich mit Mainstream und Gegenöffentlichkeit gemeint?
Wir haben in unserem kleinen Mini-Umschau-Lexika die Begriffe mal aus unserer Sicht

lexikon otDefinition: Mainstream-Medien
Definition: Gegenöffentlichkeit

Das sollte erst einmal als Einleitung unserer kleinen Mini-Serie zum Thema reichen.

….. In Teil 2 lesen Sie u.a warum aus Sicht der Netzschau ungefilterte Meinungspluralität in einem Blog, Netzwerk oder Internetangebot relativ sekundär ist…….. zu Teil 2

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