Hat die TV-Präsenz von Politikern einen erheblichen Einfluss auf die Meinungsbildung?

Es gibt Leute, die glauben, dass eine führende TV-Präsenz von Politikern einen erheblichen Einfluss auf die Meinungsbildung hat. Umgekehrt stoßen Parteien und Bewegungen mit wenig TV-Präsenz vor eine „Medienbarriere“. Andere glauben das nicht. Das Statistikportal „Statista“ hat eine entsprechende Erhebung veröffentlicht. CDU Politiker/Innen führen die Tabelle klar an. Somit werden auch dessen Botschaften mehrheitlich in die Wählerschaft hineingetragen.

Parteienpräsenz in den TV-Nachrichten im Oktober 2012Mehr Statistiken finden Sie bei Statista
Politiker/Innen bekommen von ihren Medienberatern eines eingebläut: Die Kernbotschaften immer wieder wiederholen. Je öfter das die Zuschauer durch eine hohe TV-Präsenz hören und sehen (Körpersprache), desto mehr setzen sie sich instinktiv damit auseinander. Freilich muss das nicht immer zu einer zustimmenden Haltung führen.

Der NachDenkSeiten Herausgeber, Albrecht Müller, nennt eine niedrige TV-Präsenz „Medienbarriere“.

„Das Thema ist zur Klärung der Frage, ob es eine demokratische Willensbildung wirklich noch gibt, wichtig“.

Die mediale Mitbestimmung geht über die Mitwirkung von Parteimitliedern und Gliederungen, meint Müller.
Hier der ganze Hinweis auf den Nachdenkseiten.

Ich glaube schon, dass es in der Tat eine Medienbarriere gibt. Man sollte sie nicht unterschätzen. Das Fernsehen ist immer noch das Medium Nr. 1. Und hier spielt das Unterbewusstsein eine große Rolle. Mit geschriebenen Texten in einem Buch, in Zeitungen oder in Internetangeboten setzen sich Menschen intensiver und kritischer auseinander.
Bewegte Bilder werden zunächst unreflektiert vom Gehirn aufgenommen. Durch die Flut von Informationen reagiert ein Mensch mit Stress. Bewegte Bilder umfassen unglaublich viele Informationen, die unbewusst gespeichert werden und jederzeit wieder abgerufen werden können.
Die Verarbeitung von Informationen aus bewegten Bildern findet erst in Ruhephasen statt. Mehrfach genannte Botschaften haben dann eher die Chance als Information zu überleben.

Inwieweit das dann zu einer festen Meinung führt, kann ich an dieser Stelle nicht beweisen.
Nur ein paar Gedanken:

Botschaften, die in unser Weltbild passen werden uns sicherlich positiv berühren. Wir suchen und finden nicht nur, was uns im Kram passt, sondern wir verfestigen unser Welt und Meinungsbild, wenn uns eine Botschaft in den Kram passt.
Auf Botschaften, die uns nicht in den Kram passen reagieren wir emotional aufgewühlt. Entweder setzen wir uns rational damit auseinander oder wir suchen oder wissen entsprechende Gegenbotschaften.

Es erscheint mir naheliegend, dass gerade bei Themen, an denen ein Mensch fachlich nicht so nahe dran ist, eine oberflächliche Zustimmung hängen bleibt. So nach dem Motto. „Naja die werden schon recht haben“.
An dieser Stelle noch ein Hinweis aus der nahen Vergangenheit:
Kurz vor der NRW-Wahl hatte die FDP noch unter 5%. Dann tauchte der Spitzenkandidat plötzlich in all möglichen TV-Sendern auf. U.a bei G. Jauch. (netzschau hier)

M.E. können alle Beispiele Einfluss auf die Meinungsbildung und somit auch auf die politische Willensbildung haben

Medienberater  werden selbstverständlich Reaktionen von Zuschauern auf gewisse Botschaften genau analysieren und bewerten. Ggf. schlagen Medienberater den Politikern vor, die nächsten Botschaften entsprechend zu modifizieren.

Hat in diesem Zusammenhang eine TV-Präsenz nun einen erheblichen Einfluss auf die Meinungsbildung? Und ist Albrecht Müllers Frage berechtigt, ob es demokratische Willensbildung insgesamt noch gibt?

Eine spannende Frage! Ich würde empfehlen, dass sich Parteien, Gewerkschaften, Sozialbewegungen und die Gesellschaft insgesamt mit diesem Thema auseinandersetzen, ohne dabei vor der Medienbarriere zu kapitulieren.

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Springers WAMS wirbt für Schwarz-Grün – Progressive Wechselwähler/-innen aufgepasst!

von Marty Ludischbo
Springers Welt am Sonntag (WAMS) lotet in der Ausgabe vom 18.11.2012 ein mögliches Schwarz-Grünes Bündnis nach der Bundestagswahl 2013 aus. Die Art und Weise wie das Blatt das ganze angeht lässt durchaus eine Meinungskampagne vermuten. Das konservative Meinungslager überlegt sich wohl schon mal Plan B. Die Angst, dass der Union der gelbe Bündnispartner weg zu brechen droht, scheint doch sehr groß zu sein. Für progressive Wechselwähler/-innen, die die liberal-konservativen Parteien FDP und CDU/CSU nicht an der Macht sehen wollen, heißt es: Aufpassen!

Auch wenn die Grünen sich offiziell auf ihren Parteitag für die Bundestagswahl 2013 klar zu einem Bündnis mit der SPD bekennen,gibt es natürlich Stimmen innerhalb der Grünen Partei, sich für ein Bündnis aus Union und Grünen zu öffnen. Auch in der Union gibt es Befürworter. Z.B. der NRW Vorsitzende Laschet.

In diese Lücke tritt nun auch Springers Welt am Sonntag (WAMS). In ihrem Aufmacher und mit mehreren anderen Artikeln wirbt die WAMS offen für Schwarz-Grün. Die rechts-konservative Sonntagszeitung scheint doch  pragmatisch sehr verzweifelt zu sein. Fällt ihr politisches Wunschbündnis(CDU/CSU/FDP) nach den aktuellen Umfragen erstmal weg. Jetzt überlegen sie sich unmöglich erscheinende Konstellationen. Oder ist es gar nicht so unmöglich?

Ernst zu nehmen sind diese meinungsmachende Headlines der WAMS in jedem Fall. Progressive Wählerschichten  sollten das alles sehr genau beobachten.

Zunächst einmal die Einzelheiten: (mehr …)

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Italien. Ein Sieg für die Demokratie

Es geht auch gegen (Medien) Macht. Gegen Berlusconis Medienmacht und Boykottaufrufen von Bossis Lega Nord hat die italienische Bevölkerung in 4 Volksabstimmungen „klare Kante“ gezeigt. Keine Atomkraft und keine Immunität für den Mediengul.

Dieses Beispiel sollten sich auch alle Antagonisten gegen „mehr direkte Demokratie“ genau anschauen.. Gerade die Bedenkenträger, die immer befürchten, dass durch Meinungsmacht Sachfragen noch zielgerichteter manipuliert werden könnenweiterlesen, sehen ausgerechnet am Beispiel Bella-Italia, dass es auch anders geht. Und das macht wieder ein bisschen mehr Hoffnung………

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Beinflussung im Auftrage der Gemeinnützigkeit

Die Timokratie – eine Herrschaft der Besitzenden – droht die Demokratie abzulösen.
Und dieser schleichende Systemwechsel vom demokratischen Wohlfahrtsstaat zur Herrschaft des großen Geldes, wird sogar noch mit dem Pathos von „Gemeinnützigkeit“ vorangetrieben und vom Staat steuerlich privilegiert.

Zitat Wolfgang Lieb

Gemeint ist hier die Bertelsmannstiftung, die mit Steuerfreiheit die Meinungsbildung der Bürger/Innen massiv beeinflusst!

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=6589#more-6589

weitere Infos:
Krake Bertelsmann

http://www.freitag.de/community/blogs/sexpower/die-bertelsmann-stiftung

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Zweifeln darf nicht verlernt werden.

covermeinungsmacheDer politische Bestseller „Meinungsmache“ von Albrecht Müller ist auf Gegenöffentlichkeitstour.
Sind politische Fehlentwicklungen und Reformen, die die Lebensbedingungen der Menschen verschlechtert haben, durch Meinungsmache vorbereitet oder nachträglich gerechtfertigt worden? Oder nicht? Nein, meint Stern Chef Redakteur Hans-Ulrich Jörges. „Die Leute sind doch nicht blöd“ Natürlich sind die Menschen nicht blöd. Aber ist das Vertrauen in sog Experten nicht doch arg missbraucht wo rden in den letzten Jahren?..….
Auf You Tube ist die Diskussion (vom 12.11.09) veröffentlicht worden. Die Veranstaltung wurde auf 15 Videos aufgeteilt. Es lohnt sich weiter zu gucken….. weiterlesen im Starter Blog
Bildquelle: NachDenkSeiten (Q)

Gedanken zur Buch Diskussion „Meinungsmache:
Zweifeln mit Hilfe von echten Qualitätsjournalismus darf nicht verlernt werden.


Ich habe mich oft erwischt, das Gelesene nicht richtig und/oder rechtzeitig zu hinterfragen. Die Versuchung, nicht zu zweifeln, lauert immer und überall. Oft genug bin auch ich der Versuchung nahe. Bücher wie Meinungsmache erinnern mich daran, zweifeln zu müssen. Wir Bürger/Innen und Medienkonsument/Innen glauben an die Unabhängigkeit eines Artikel, eines Buches.. an einer guten Recherche. Wir glauben an Qualitätsjournalismus. Zweifeln wenig, weil wir glauben. Auch ich habe lange mehr geglaubt, statt zu zweifeln. Die Organisierte PR-Arbeit (Öffentlichkeitsarbeit)  von Interessengruppen haben einen enormen (zu großen) Einfluss auf unsere Medienlandschaft. (….)

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Zweifeln mit Hilfe eines echten Qualitätsjournalismus darf nicht verlernt werden

Zweifeln ist angebracht. Zweifeln ohne Qualitätsjournalismus wird aber in der letzten Konsequenz sehr schwierig. Zum Aufbau einer Gegenöffentlichkeit können wir Blogger/Innen aus dem Non-Profit- Bereich einen entscheidenden Beitrag leisten. Aber wir brauchen immer eine journalistische Qualitätsreferenz, auf die wir zurückgreifen können. von Marty Ludischbo (mehr …)

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Meinungsmache-Die Top Diskussion zum Buch

covermeinungsmacheDer politische Bestseller ?Meinungsmache? von Albrecht Müller ist auf Gegenöffentlichkeitstour. Sind politische Fehlentwicklungen und Reformen, die die Lebensbedingungen der Menschen verschlechtert haben, durch Meinungsmache vorbereitet oder nachträglich gerechtfertigt worden? Oder nicht? Nein, meint Stern Chef Redakteur Hans-Ulrich Jörges. „Die Leute sind doch nicht blöd“ Natürlich sind die Menschen nicht blöd. Aber ist das Vertrauen in sog Experten nicht doch arg missbraucht wo rden in den letzten Jahren?

Am 12.11.2009 fand in Berlin, Kulturbrauerei eine Diskussion zwischen Oskar Lafontaine (Vorsitzender Die Linke) und Hans-Ulrich Jörges (Chefredaktion Stern) und Albrecht Müller ( Autor von Meinungsmache) statt. Die Diskussion wurde von Sabine Adler (Deutschlandfunk) durchgeführt.

Auf You Tube ist die Diskussion veröffentlicht worden. Die Veranstaltung wurde auf 15 Videos aufgeteilt. Es lohnt sich weiter zu gucken.

„Die Versuchung, nicht zu zweifeln, lauert immer und überall.. Oft genug bin auch ich der Versuchung nahe. Bücher wie Meinungsmache erinnern mich daran, zweifeln zu müssen“ Marty Ludischbo

Besprechungen und Interviews zum Buch

Quelle: Kanal NachDenkSeiten Quelle Bild: NachDenkSeiten

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