Facebook Sharing/Urheberrecht- Panikmache als PR Aktion?

Einen Hinweis unseres nicht mehr aktiven CO Autor Bertram Rabe hat mich dazu bewogen noch einmal auf die Abmahnung einer Fahrschulinhaberin, die ein urheberrechtlich geschütztes Bild bei Facebook geteilt hatte, einzugehen. PR Aktion hin, PR Aktion her. Meine Tipps aus dem letzten Beitrag zu diesem Thema, sind deswegen aber nicht wertlos.

Bertram Rabe schrieb mir via eMail:
Tja Marty. Da bist du wohl auf einer offentsichtliche PR Aktion hereingefallen. Lies dir doch mal den Post vom Stefan Niggemeier durch:  Titel: „Die erste Abmahnung für einen Facebook-Share-Button“ — ein Meilenstein der Anwalts-PR“
Niggemeier machte deutlich, dass die angebliche Abmahnwelle wohl eher positive PR für die Anwaltskanzlei gewesen ist.
Dazu Niggemeier: „Aber was das Marketing für ihn und seine Kanzlei angeht, bereits jetzt: ein ganz großer Erfolg. Den Journalisten sei Dank.“ (hier der Link zum Beitrag)
Tja mein Lieber. Und irgendwie hast du auch daran indirekt mitgewirkt.

Ja, mir ist in der Tat nicht aufgefallen, dass die geschilderte Abmahnung ein Kanzleiinterner Fall des von mir zitierten IT Anwalt Solmecke gewesen ist.
Hätte ich mir das Video auf deren Homepage angeschaut, wäre ich schlauer gewesen und hätte den Beitrag natürlich ganz anders geschildert .Natürlich. Die Journalisten, die auf den Fall der Anwaltskanzlei aufmerksam machten und den Vorfall dadurch verstärkt hatten, haben Medienbeobachter und Medienschaffende (auch mich) dazu gebracht, über den Fall zu berichten und u.a einen Link zu der Anwaltskanzlei zu setzen.

Panikmache als PR Aktion?
Ich kann es an dieser Stelle nicht beantworten. Zumindest wirkt es wie PR Berichterstattung.  So nach dem Motto: Werden Sie abgemahnt? Hier gibt es Hilfe, auch um Regressansprüche gegen Blogbetreiber durchzusetzen. Ob die Kanzlei diesen PR Coup selber initiiert hat, oder ob sie einfach nur Glück hatte, dass durch Journalisten ein PR Coup gemacht wurde (oder beides), weiß ich natürlich nicht.
Das finde ich auch alles nicht verwerflich, aber ich hätte Sie/Euch dann schon deutlich machen müssen, dass es wie eine PR Aktion wirkt. Das habe ich aus Unwissenheit übersehen und deshalb hat Bertram mit seiner Kritik Recht. Denn schließlich haben wir als Netzschau den medienkritischen Anspruch auf PR-Aktionen hinzuweisen und sie ggfls. zu enttarnen.

Trotzdem bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass ich es, ohne Panik machen zu wollen, für durchaus möglich halte, dass solche Fälle keine Ausnahmen bleiben.
In diesem Fall ist – PR Aktion hin, PR Aktion her- der Tipp, dass aktive Hobby und Laien Publizist/Innen (was die meisten Blogger/Innen ja sind) sich am besten schützen können, wenn sie nur Bilder posten, dessen Rechtsinhaber sie auch sind, nicht weniger wichtig.

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RA Somelcke hatte übrings unter  Niggemeier Artikel einen Beitrag dazu verfaast, den ich Euch/Inen nicht vorenthalten möchte. (hier)

weitere Meinungen:
Marinelli von den Blogrebellen schreibt: „Es geht los..“.(hwn)

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