Netzschau UmFairTeilen !

Umfairteilen am 14. September 2013:
Pressemitteilung des Aktionsbündnis (hwn)
A-Banner Umfairteilen Bo

Fotostrecke Bochum (hier)

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Aktionstag UmFairTeilen 13.04.2013

20130413-IMGP5735>>>> zum Fotoalbum  (hwn)

Netzschau:

14.04.2013 lt waz.de wird die zentrale Kundgebung eine Woche vor der Bundestagswahl in Bochum stattfinden (hwn)
dazu BO-Alternativ: „Gelungende Generalprobe für die Großdemo am 14.09.2013“ (hwn)

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Links und Infos vom Aktionsbündnis

Quer_952_B

– Presseinformation vom 13.04.2013 (hwn)
– Bilder und Video vom pott-umfairteilen (hwn)

Vorbereitung zum Aktionstag: UmfairTeilen im Pott (Bochum) – Aufruf: Es ist fünf vor Zwölf – (hwn)

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Erster UmfairTeilen Aktionstag 2012 (hwn)

DNZS Politik-Blog: Stimmung gegen UmFairTeilen aus dem Hause Springer (hwn)

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Austerität und Lohnkonkurrenz – Was tun 2013?

update:18.01.2032: aktuelle Links (Fundstücke) zum Thema:

18.01.2013 NachDenkSeiten –
Leidet W. Schäuble unter Realitätsverlust? Diese Frage stellt Jens Berger. Hintergrund dieser Frage ist die Behauptung des Finanzminister, dass der schlimmste Teil der Eurokrise überwunden sei. (hwn)

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(11.01.2013)Deutschland empfiehlt und diktiert Europa strikte Sparmaßnahmen. Dieser Satz kennzeichnet die Eurokrise. Austeritätspolitik wird das genannt. Und schuld sind natürlich immer die anderen. In Deutschland selber kommen die Löhne immer noch nicht mit.

Auch wenn ab 2008 die Löhne in der Bundesrepublik in einigen Branchen mehr gestiegen sind, als vor der Krise, ist das lange noch nicht ausreichend.
Allerdings ist eine expansive Lohnpolitik auch fast unmöglich, weil die Lohnkonkurrenz weiter auf dem Vormarsch ist. (hier netzschauen)
Ein Dilemma: Denn die Löhne müssen noch stärker steigen:
1. Damit die innerdeutschen Innennachfrage endlich massiv gestärkt. Das hilft gerade den Klein und Mittelständischen Betrieben
2. -Das hört sich krass an- Damit Deutschland Wettbewerbsfähigkeit an die Südländer abgibt.
Die Wettbewerbsfähigkeit des einen, geht immer auf Kosten der Wettweberbfähigkeit des anderen.
Dann gehen Arbeitsplätze verloren krähen die liberl-konservativen Medien und Wirtschaftsinstitute. Falsch: Gerade die exportorientierten Unternehmen können
– durch moderate Teilhabererwartungen auf Arbeitgeberseite.
– durch Arbeitszeitverkürzung anderseits
auffangen.
Außerdem nützt es unterm Strich der gesamten Volkswirtschaft. Halten wir den bisherigen Kurs schlägt die Krise nach Deutschland auch auf den Realmärkten durch. die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie stark.

Insgesamt brauchen wir statt Austerität mehr Wachstum. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) (hier weiter netzschauen)

Das sind die Herausforderungen für das Jahr 2013.
Aber kann ein Kurswechsel überhaupt gelingen? Dazu brauchen wir Gewerkschaften. Und bleibt die Frage: Ist es da strategisch sinnvoll auf eine Klausurtagung nur hohe Repräsetanten aus Union, SPD und Grüne einzuladen? Wolfgang Lieb fragt zurecht: „Warum aber wird die Linkspartei, mit deren politischen Positionen die Gewerkschaften – jedenfalls nach Beschlusslage und öffentlichen Erklärungen – viel mehr übereinstimmen als mit den Repräsentanten der eingeladenen Parteien, nun auch noch vom Deutschen Gewerkschaftsbund ausgegrenzt?“ (hwn)

Vielleicht ist es eine realistische Überlegung. Eine rot-rot-grüne Koaltion ist sicher für 2013 nicht zu erwarten. Das hat der beinfreie Kanzlerkandidat Steinbrück bereits ausgeschlossen. Also treffen die Herren vom DGB mit denen, die wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren im Bundesrat und Bundesrat die Administrative besetzten werden.

So richtig nachvollziehen kann ich das allerdings auch nicht.
Bleiben sie mutig, irgendwie

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logo kleinNetzschauen Sie auch hier:
Rückblick 2012– Austeritätspolitik bis geschönte Arbeitsmarktzahlen
(hwn)
Ausblick 2013- Lohnkunkurrenz weiter auf dem Vormarsch (hwn)


Weiter interessante Links zum Thema

08.01,2013- Telepolis: Die Bundesregierung muss einräumen-Sparen ist teuer (hwn)

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Lohnkonkurrenz weiter auf dem Vormarsch – 2013 muss das Thema werden!

Wettbewerb über Löhne. Durch konkurrierende Lohnsysteme machte es den Unternehmen in Deutschland leichter die Lohnkosten zu drosseln. Den Gewerkschaften macht dieses fast unmöglich eine expansive Lohnpolitik zu betreiben. Die wäre aufgrund der Eurokrise aber dringend geboten. Denn die deutsche Lohnzurückhaltung ist Mitschuld an der „Eurokrise“.

Lohnkonkurrenz entstehen durch unterschiedliche Tarifverträge in einer Branche oder einfach die Möglichkeit durch Austritte aus dem Arbeitgeberverband sich der Tarifbindung zu entledigen.

Außerdem wird die gesamte Lohnkonkurrenz von unten durch die Hartz-Gesetze angeschoben. Dadurch, dass unter bestimmten Voraussetzungen jede, jeder einen angebotenen Job annehmen zu müssen, werden Menschen in Niedriglöhne gedrängt. Die Zeit bei Arbeitslosigkeit einen vergleichbaren Job mit vergleichbarer Bezahlung zu suchen, bleicht vielen nicht. Sie nehmen dann oft Niedriglohnjobs (z.B Leiharbeit, Solo-Selbständigkeit oder nicht tarifgebundene Arbeit) an und müssen aufstocken.

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich einmal die beiden Artikel der DGB Zeitung Einblick aus dem letzten Jahr durchzulesen:

Anhand von Zahlen wird dort noch mal deutlich, dass die Tarifbindung immer weiter abnimmt und die sog. Aufstocker zu sog Hartz 4 Leistungen Konstanz hoch bleiben.

Allgemeinverbindlichkeitserklärungen: Für sozialen und betrieblichen Frieden (hier weiter netzschauen)
Arbeitsmarkt: Aufstocken bleibt Methode (hier weiter netzschauen)

Lohndruck durch Werkverträge
Durch Leiharbeit wurden die Löhne seit den Agenda-Reformen unter Druck gesetzt. . Der Gesetzgeber weigerte sich auch hier gesetzlich Equal Pay zu regeln.Die IG Metall war deshalb in den letzten Tarifrunden bemüht die Leiharbeit in Tarifverträgen einigermaßen  gleichzustellen. Jetzt wo Leiharbeit teurer wird, kann das Thema Werkverträge wieder verstärkt auf die Agenda kommen.
Mit dem Titel: Virus Werkvertrag haben wir an dieser Stelle die Problematik bereits thematisiert.

Solo Selbständige- Besser als gar nichts
In diesem Zusammenhang ist auch interessant zu beobachten, dass die Solo-Selbständigkeit immer weiter zunimmt.
Sie sind potenzielle Werkvertragsnehmer.
Ihre Zahl steigt stetig. Im Vergleich: Im Jahre 2000 lag die Zahl noch weit uinter 2 Millionen-2010 fast 2,5 Millionen.
Eine DIW Studie aus dem Jahre 2011 hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt.
Durch Solo-Selbständige können die Löhne natürlich auch unter Druck setzten. BSP Im Medienbereich. Durch das jüngste Zeitungssterben (FR und FTD )werden eine große Zahl an zusätzlichen freien Journalisten den Auftragsgebenden Medien zur Verfügung stehen. Die Versuchung, dass hier Menschen ihr Honorar unter Wert anbieten ist groß. So nach den Motto besser als gar nichts.
Solo Selbständige können sich übrings auch hier gewerkschaftlich organisieren.

Fazit: In der der letzten Dekade mussten Arbeitnehmer erhebliche Reallohnverluste hinnehmen.(hwn)
Grund ist der oben beschriebene Konkurrenzdruck über Löhne.
Hier müssen andere ordnungspolitische Antworten gefunden werden. Mindestlöhne, Mindesthonorare, Regulierung von Werkverträgen. Mehr Tarifbindungen, Tariftreuegesetze.
Diese Herausforderungen müssen 2013 endlich angegangen werden und sollten im Mittelpunkt des Bundestagswahlkampfes gestellt werden.
Deutschland muss als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU seine Löhne erhöhen. Unter den bisherigen Rahmenbedingungen ist dieses kaum möglich. In einer gemeinsamen Währung können die wirtschaftlichen Ungleichgewichte sonst nicht ausgeglichen werden. Austeritätspolitik ala Merkel bringen uns nicht weiter. Und der SPD kann man an dieser Stelle nur empfehlen mal zu schauen, was in der Stiftungsseigenen Friedrich-Ebert-Stiftung über dieses Thema geschrieben wird.

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Bochumer UmFAIRteilen Tag- Es kamen Menschen, die sich Sorgen machen!

Demokulisse-Masenbergstrvon Marty Ludischbo (Bochum) Am letzten September-Wochenende wurde in vielen Städten gegen die öffentliche und private Verarmung demonstriert. Summiert auf alle Aktionsstädte zählten die Veranstalter (ein breites Bündnis aus Sozialverbänden und Gewerkschaften) ca. 40.000 Menschen. In Bochum sollen angeblich 6.000 gewesen sein. Vielleicht etwas übertrieben. Viele hatten mehr Teilnehmer/Innen erwartet. Trotzdem war der UmFairTeilen-Tag ein Erfolg. Die öffentliche Aufmerksamkeit war groß und das Anliegen fand Zugang in allen wichtigen Medien. Es kamen Menschen, die nicht neidisch sind, sondern sich Sorgen machen. Ein Kurzbericht mit Demo-Bildern und aktuellen Anmerkungen aus Bochum.

Der Rahmen war von den Organisatoren klug durchdacht. Eine Mischung aus Musik und prominenten Redebeiträgen sorgten für einen bunten Veranstaltungstag. Der Demonstrationszug symbolisierte den Kern der Probleme. AM SSH
1. Vorbei am Bochumer Rathaus, dessen Ratsmitglieder ständig an Haut und Haaren die kommunale Unterfinanzierung spüren.
2. Vorbei am Ort des geplanten Bau des Musikzentrums auf der Viktoriastraße. Dieses heiß diskutierte Infrastrukturprojekt veranschaulicht den innerkommunalen „Verteilungswettbewerb“- nämlich wie Kultur und Soziales gegeneinander ausgespielt werden.
3. bis zum Zielort – das Bochumer Schauspielhaus, immer wieder Bestandteil Bochumer Kürzungsideen. (Die Bühnenarbeiter/innen und Künstler/innen kennen das nur zu genüge).

So gelungen das Programm und die Reden auch waren, sind wir ganz ehrlich, es hätten durchaus etwas mehr Menschen kommen können. Die geschätzten 6.000 des Aktionsbündnisses halte ich für etwas übertrieben.
Lt WAZ wurde die Veranstaltung durch die Polizei mit 5.000 geschätzt. OK. ich kann schlecht schätzen. Ich hatte so 3.000 – 4.000 geschätzt. Insgesamt kamen nach Angaben der Veranstalter in ganz Deutschaland über 40.000.(siehe PM unten).

In Bochum begeisterte sich die Ver.di-Geschäftsführerin Gudrun Müller über die gekommenen Demonstranten. „Ein toller Anblick von hier oben“ Was soll sie auch anders sagen? Erhofft haben sich die Veranstalter natürlich mehr. Ich hatte den Eindruck, dass nur wenige Menschen anwesend waren, die direkt von persönlicher Armut betroffen sind. Schließlich waren es gerade die Sozialverbände, die das Anliegen der UmFairteiler mit initiiert haben. Menschlich verständlich. Die Armen sind verschämt, weil die Gesellschaft ihre Würde verletzt. Deswegen brauchen sie die Solidarität der Anständigen. Und da sollten wir natürlich auch nicht die vielen Unterstützer/Innen im Internet unerwähnt lassen. Allein die Campact.de Kampagne haben über 90.000 Menschen unterschrieben. Dazu über 5.000 bei Facebook. Und das Bündnis selber hatte über 9.000 Unterschriften gesammelt. (mehr …)

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Mein Senf zum Bochumer Musikzentrum und das der BdSt das Projekt als Steuerverschwendung einordnet.

Musikzentrum in Bochum! Über dieses Kulturprojekt streiten sich ganz viele Bochumerinnen und Bochumer. Manchmal fast noch mehr, als über das momentane 2.Liga Mittelmaß unseres Fußballclubs VfL. (gestern 0:0 bei den Zebras)

Jetzt hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) das Projekt in seinem Schwarzbuch für Steuerverschwendung aufgenommen. Der Pottblog berichtete.

Jetzt mag ja der Hinweis auf Steuerverschwendung generell berechtigt sein, wenn es eine ist. Hier würde ich aber eher von einer politischen Entscheidung sprechen, die jemand gut oder schlecht finden kann. Deswegen finde ich es überhaupt nicht angemessen hier von Steuerverschwendung zu sprechen. (mehr …)

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IMK: Polarisierung von Einkommen destabilisiert die Wirtschaft

NachDenkSeiten - Die kritische Website

Die privaten Vermögen in Deutschland sind zunehmend ungleich verteilt. Das unterstreicht, nach verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen, auch der Entwurf für den neuen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Die Einkommen haben sich ebenfalls stark auseinander entwickelt. Das ist nicht nur ein Gerechtigkeitsproblem, zeigt eine aktuelle Untersuchung: Die zunehmende Ungleichheit in Deutschland und anderen Staaten hat die Finanz- und Wirtschaftskrise mit verursacht, die bis heute nachwirkt. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Till van Treeck vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung und Simon Sturn von der University of Massachusetts in Amherst.[*]

Materialien zur Armut, zusammengestellt von Wolfgang Lieb.

zum Artikel

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Stimmung gegen Umfairteilen aus dem Hause Springer. Das Mittel: "Agenda 2020"

Die Tea-Party, eine radikale rechts-liberal-konservative Ablagerung der republikanischen Partei in den USA, gewinnt auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Zumindest deren Ideen. In Deutschland hat sie erstmal zwei Namen. „Agenda 2020″, erfunden durch -Springers Kampfblatt für das rechts-konservative Bürgertum- „Die Welt“. Vermutlich erfunden um das Bündnis „Umfairteilen“ medial zu bekämpfen.

Zumindest in einigen Medienhäusern hat sich ja eigentlich mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt, dass durch radikale Sparmaßnamen die Wirtschaft abgewürgt wird. Deshalb-Wegen den steigenden Staatsschulden sowie notwendige Neuinvestitionen im Bereich Bildung, Pflege und Infrastruktur sind höhere Einnahmen nötig.
Dazu ist es einfach notwendig Reiche und die Gewinner der Krise mehr in die Verantwortung zu nehmen. Bisher kam auch aus den meisten Medienhäusern erstaunlicherweise wenig Gegenwehr zu der politischen Aktion „umfairteilen“.
(Ein Bündnis aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und Wissenschaftlern.)
Sandra Maischberger hat in ihrem Talk „(..)Reiche zur Kasse“  sogar den Protagonisten des Bündnis erstaunlich viel Redezeit zur Verfügung gestellt. Die Ausführungen des neoliberalen Schweizer Hardliner Roger Köppel (wirtschaftswoche aus dem Hause der Verlagsgruppe Handelsblatt) waren teilweisen an den Haaren herbeigeführt. Ulrich Schneider (paritätischer Wohlfahrtsverband) hat die Diskussion immer wieder mit reinen Fakten belebt.

Stimmung für „Umfairteilen“ – Jetzt kommt die liberal-konservative Gegenwehr
Aber unabhängig was Medien darüber berichten. In der Gesellschaft ist eine klare Unterstützung für das Anliegen der Umfairteilern zu spüren.

Das können die rechts konservativen Eliten nicht auf sich sitzen lassen. Es musste wohl was passieren.
Jetzt holt Springers Welt-Online zum Gegenschlag aus.
Agenda 2020“ nennen sie ihre politische Einmischung!.
Um genau das zu verhindern, was das Bündnis „umfairteilen“ fordert, schlagen sie u.a eine Ausgabenbremse bzw Staatsbremse vor.

(..)Aus der hiesigen Industrie kommt deshalb der Vorschlag, eine „Staatsbremse“ einzuführen. Konkret sollte der Staat verpflichtet werden, bei Mehrausgaben an der einen Stelle immer entsprechende Minderausgaben an anderer Stelle zu beschießen“(…)
Zitat aus Agenda 2020-Welt-Online

Das würde bedeuten, dass Mehreinahmen nicht für notwendige Öffentliche Investitionen getätigt werden dürfen.
Öffentlichen und sozialen Leistungen, wie das Bündnis UMFAIRTEILEN es fordern, wäre nicht umsetzbar. Der Staat wäre dann endgültig handlungsunfähig.

Weitere radikale Vorschläge der Agenda 2020  gefällig?

-Das alte Thema Kopfpauschale sollte im Gesundheitsprämie endlich umfassend umgesetzt werden.
Also die Gesundheitskosten weiter von oben weg nach unten hin umverteilen.
Nomal für alle: Ein Pauschale bedeutet für obere Einkommensgruppen einen geringeren Prozentanteil vom Gesamteinkommen und nominal  sogar eine Kostensenkung – für die unteren Einkommensgruppen bedeutet das einen höheren Prozentanteil vom Gesamteinkommen und nominal eine Kostensteigerung.
Außerdem verbirgt sich dahinter die Gefahr, dass weniger Geld im Gesundheitsystem umläuft. Wir brauchen aber viel mehr Geld- u.a für Pflegepersonal- im System.

– Privatisierung des öffentlichen Sektors (Nahverkehr, Müllabfuhr etc.)

Ausgerechnet die Telekom bzw die Post wird als Beispiel angeführt. Dabei wissen wir ja alle was die Post/Telefon-Privatisierung bedeutete:
– Standortbeseitigung der örtlichen Postfilialen
– Druck auf die Löhne der Beschäftigten
– Einen bis heute katastrophalen Kundenservice.

-Zuwanderung  nur nach Arbeitsmarkt
Heißt: Hilfesuchende sollen gar nicht mehr zu uns kommen, sondern nur noch Arbeitskräfte, die gebraucht werden. Und natürlich, um dann Druck auf bestehnde Lohnstrukturen zu machen.

Der Hartz 4 Regelsatz soll drastisch gekürzt (30%) und die Regelarbeitszeiten verlängert werden.

Darf ja nicht fehlen. Das würde dann die Lohn-Druck-Spirale nach unten noch weiter anheizen.Heißt: Die „Zugenständisse“ bei den Löhnen gehen dann weiter, weil der Druck auf Billigjobs und die Angst in die Unterschicht abzurutschen noch weiter zunehmen würde.
Abgesehen davon, dass das völlig Menschenunwürdig ist.

Die Versicherungswirtschaft soll mit einer kapitalgedeckten Pflegeversicherung gefüttert werden.

Dazu passt der Hinweis von G.Danken aus dem Blog FiWuS

“ Ich behaupte, wenn nicht der Wunsch nach der Privatisierung von Teilen der Rentenversicherung existiert hätte, hätten wir dieses Demographie-Horroegemälde in den letzten 10 Jahren nicht an die Wand gemalt bekommen. Das diente dazu, die Bevölkerung halt soweit gefügig zu machen, dass sie bereit ist, von der gesetzlichen paritätischen Rentenversicherung abzuweichen.“
Prof. Dr. Gerd Bosbach

Und der Kündigungsschutz darf natürlich auch nicht fehlen.

„Zahlreiche Bundesregierungen haben Anläufe unternommen, um den rigiden Kündigungsschutz zu reformieren. Besonders weit gekommen sind sie damit nicht. “
(Auszug Agenda 2020-welt-Online)

Realitätsverlust? Durch Leiharbeit und Kettenbefristungen gibt es doch faktisch keinen Kündigungsschutz mehr.

Wird solch eine Agenda 2020 kommen?
Das selbst die Welt Leser dem ganzen skeptisch gegenüberstehen zeigt deren Umfrage. Stand heute halten fast 45% Leser/Innen gar nichts von dieser Agenda 2010. Das heißt aber nichts. Der Meinungskampf um eine solche Agenda wird durch diese politische Einmischung eines Medienkonzernes auf jedenfalls fociert.

Was sagen Sie dazu?
Sie glauben, dass eine Agenda 2020  nie kommen wird?
Sie nehmen das ganze nicht ernst?

Netzschauen Sie die nächsten Jahre mit uns zusammen und wir werden zusammen beobachten, was nach dieser radikalen Kampfschrift so alles umgesetzt wird!
Und beobachten Sie, wie diese konservativen Rückabwicklungen, als „progressiv“ und fortschrittlich und als „mutige Reformen“ verkauft werden.
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Blog2BlogLesen sie auch folgenden Blogbeitrag:
von Wofgang Lieb
– Agenda 2020: Das Schüren von Ängsten als Mittel, die Agenda 2010 voranzutreiben.


Unser Beitrag wurde hier verlinkt:

Pottblog-Links Anne Ruhr (31.08.2012)

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Virus Werkvertrag

Text Bertram Rabe – Linksetzung Marty Ludischbo
Lohndumping ist Methode geworden. Das wissen wir nicht erst seit der Jahrtausendwende.
Das Klima der Angst, dass durch prekäre Arbeitsverhältnisse, Zeitverträge und Leiharbeit geschaffen wurde ist allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gegenwärtig. Jetzt kommt noch ein zusätzliches Problem.  Ein alter schlummernder Virus, der sich rasant zu verbreiten scheint. Der Werkvertrag.

Mit einem Werkvertrag verkaufen Unternehmen Arbeiten an Subunternehmern. Werkverträge sind schon lange im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert. Für Kleinunternehmen, die nicht immer in der Lage sind große  Auftragsvolumen selber zu lieferm sind Werkverträge auch notwendig.
BSP
:
Ein Handwerksbetrieb erhält einen Auftrag für eine Kernsanierung eines Hauses. Die meisten Dienstleistungen erbringt die Fa. selber. Die Elektrik übernimmt aber eine andere Firma, weil die Firma nur einen hauseigenen Elektriker angestellt hat. Hier könnte ein Werkvertrag für diese Firma nützlich sein.
Allerdings darf er nicht dazu geeignet sein, Löhne zu drücken. Deshalb sind die Grenzen zwischen Sinn und Missbrauch sehr schwammig. So werden mit Subunternehmen Werkverträge geschlossen, um an Lohnkosten zu sparen, indem sie zwar Dienstleistungen selber erbringen könnten, diese aber auslagern, um Lohnkosten zu sparen.
BSP
: Ein Einzelhandelsunternehmen zahlt  einen bestimmten festgelegten Preis an eine Service Firma, um eine Regalfront mit einem bestimmten Artikelsortiment aufzufüllen. Je weniger solche „Service Firmen“ an gängigen Tarifverträge gebunden sind (im schlimmsten Fall sind sie gar nicht tarifgebunden)  , desto niedriger der Preis.

Warum werden Werkverträge immer beliebter.
Viele Arbeitgeber nutzen Werkverträge gerne:
1. können sie dieses ohne Zustimmung eines Betriebsrates tun.
2. könne sie Lohnkosten senken,..
3.… ohne, dass dies in der Bilanz unter „Personalkosten auftauchen“.   Diese Kosten weren unter „Sachkosten“ gebucht. 
Der Unternehmer ist erstmal nicht verpflichtet die Arbeitnehmervertretung über Sachkosten zu informieren.
Dadurch halten sie bei den Betriebsräten die Personalkosten künstlich hoch, obwohl sie niedrieger sind, wenn man die Sachkosten mit Werkverträgen mitberechnen würde.  Das ist dann aus Sicht der Arbeitgeber gut, wenn sie bei den Betriebsräten „Leiharbeit“ nach Arbeitnehmerüberlassungsgesetz erpressen wollen.

Tipps für  Betriebsräte

Die Grenze zwischen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (Leiharbeit) und Werkverträgen ist oft undurchsichtig.
Die IG Metall hat den alten Virus unter die Lupe genommen. Diese info-Broschüre ist für die alltägliche Arbeit von Betriebsräten sehr nützlich.

„Erst Leiharbeit nun Werkverträge“

Medien erkennen so langsam die Problematik
Die Taz und sogar die Zeit haben  sich dem Thema angenommen. Darin werden auch Firmen genannt, die sehr gerne mit Werkverträgen Lohnkosten senken.

Noch scheint das Thema Werkverträge nicht als Instrument der Lohndruckerei wahrgenommen zu werden. Dabei schlummert der Virus schon lange nicht mehr. Er ist aktiv. Der Arbeitsmarkt ist schon längst infiziert. Der Ruf nach gesetzlichen Reglungen ist somit rational begründet.

weitere Artkel zum Thema folgen
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Gesetzliche Grundlage – Werkvertrag – (§§ 631-651 BGB)

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