Endlich! Die Einigung in Berlin

Einkommenserhöhungen für die Berliner ÖD-Dienstleister/Innen
Beamte/Innen sollen aber leer ausgehen

In Berlin ist, wie in der Metallindustrie, letzte Woche ein Tarifergebnis erzielt worden. Genau wie in Sindelfingen glaubt verdi keinen höheren Tarifabschluss für ihre Mitglieder durch Streik erzielen zu können. Jetzt haben die Mitglieder das Wort.

Am Mittwochabend – am 12. November 2008 – konnte in der zweiten Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Senat ein Tarifergebnis erzielt werden. Ab Juni 2009 erhalten demnach alle Beschäftigten einen Sockelbetrag von 65 Euro pro Monat, die angekündigte Einmalzahlung für 2009 entfällt.
Mit den Verhandlungen ist der Senat von seiner starren Haltung – mit den Gewerkschaften nicht vor 2009 über Einkommensverbesserungen verhandeln zu wollen – abgerückt. Der Streik hat dafür gesorgt, dass der Senat den Gewerkschaften beim Sockelbetrag deutlich entgegenkommen musste. Der jetzt vorliegende Abschluss sei zwar kein Anlass zum Jubeln, beeinhalte aber echte und dauerhafte Einkommensverbesserungen für die Beschäftigten, sagte Astrid Westhoff, Verhandlungsführerin der Gewerkschaftsseite. Viele Gewerkschaftsmitglieder hätten zwar einen höheren Abschluss erwartet, aber nach den vielen Gesprächen, Sondierungen und in den komplizierten Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite ist deutlich geworden, dass auch ein noch längerer Streik kein besseres Tarifergebnis gebracht hätte.
Bis Anfang Dezember werden die Gewerkschaften die Mitglieder in einer zweiten Urabstimmung zum Verhandlungsergebnis befragen. Wenn diese dem Abschluss im erforderlichen Umfang zustimmen, ist einer der längsten Tarifkonflikte im Berliner öffentlichen Dienst beendet.

Quelle: http://berlin.verdi.de

Das bedeutet, dass die Berliner Beschäftigten endlich eine Lohnerhöhung seid 2004 erhalten. Nach fast 4 Jahren Nullrunde wird dieses Minimalergebnis natürlich keine Jubelströme auslösen. Hervorzuheben ist der Sockelbetrag von 65 Euro auf alle Einkommensgruppen.. Das bedeutet, dass die unteren Einkommensgruppen prozentual mehr Geld bekommen, als die oberen Einkommensgruppen. Für eine Beschäftigte mit ca. 1800 Euro Grundeinkommen bedeutet das ab Juni 2009 3,61% mehr Einkommen. Eine Mitarbeiterin in leitender Funktion mit ca. 2800 Euro Brutto-Einkommen bekommt prozentual ca. 2,32%.
Mit dem Tarif-Entgeltrechner lässt sich ausrechnen, was die Erhöhung in Prozent für der/die einzelne bedeutet. Es wird deutlich, dass die unteren Einkommensgruppen eine Reallohnerhöhung erreichen werden.
Mit der Prozessgestaltung, die zweite Vereinbarung mit dem Berliner Senat, werden die Berliner/Innen im ÖD wieder ab 2010 in das Tarifrecht TVL,TVÖD eingegliedert. Das bedeutet aber, dass die Arbeitnehmer/Innen auch wieder länger arbeiten müssen.

Im Zusammenhang mit der Prozessgestaltung, Vorbereitung zum neuen Tarifrecht, ist sicherlich ein Ergebnis, erziehlt worden, dass die Interessen der Beschäftigten auf der einen Seite und die angespannte Berliner Haushaltslage auf der anderen Seite, Rechnung trägt.

Empörung bei den Beamten/Innen

Innensenator Körting ist der Meinung, das Ergebnis nicht auf die Beamten übertragen zu müssen.  Die Berliner Morgenpost berichtete am 19.11.08, das Körting Verhandlungen ablehnt.
Verdi
und dbb protestieren aufs schärfste dagegen.

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Presseschau und Pressemitteilungen zum Tarifkompromiss

* Enttäuschte Lehrkräfte *
In den Berliner Medien wird auffällig viel über die enttäuschten langestellten Lehrer/Innen berichtet. 
Welt online berichtete am 14.11 mit dem Titel: Lehrer zeigen sich enttäuscht von Tarifeinigung

Die Berliner Morgenpost hob ebenfalls die Lehrer hervor
.
In der Pressemitteilung von der GEW wird aber deutlich, dass sie froh sind, dass das Tarifdiktat der rot-roten Landesregierung beendet wird.
 Die Netbühne hebt hervor, dass die Gewerkschaften zufrieden sind. Das Ergebnis soll jetzt natürlich auch aiufdie Beamten übertragen werden.

Die Gewerkschaft der Polizei ist zufrieden: PI: vom 14.11.2008
In der zweiten Urabstimmung erwartet die federführende Gewerkschaft verdi eine klare Zustimmung zum Tarifkompromiss: PI vom 18.11.2008.

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update: 20.11.08
Das oppositionelle
netzwerk-verdi verlinkte einen Beitrag von Rainer Balcerowiak , erschienen in „Junge Welt“. Dieser bezeichnete den Abschluss als Eigentor.

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Die Linke im Abgeordnetenhaus begrüßt die Lösung im Tarifkonflikt.
Der Berliner SPD_Fraktionsvorsitzende Müller sieht auch eine guten Tarifkompromiss und hebt hervor:
Wir wissen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst mit dem Solidarpakt einen wichtigen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung geleistet habe …“ Quelle:
Eine Bewertung der CDU und Der Grünen-Berlin sind nicht netzzuschauen. Bislang nicht.
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PS: in eigener Sache:deed-head-yellow

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Politabschluss in der Metall und Elektroindustrie

Moderat, wirtschaftlich belastbar und ungerecht normal

von Marty Ludischbo

„“Verantwortlicher Tarifabschluss im Zeitalter der Krise.““ Das ist das Medienecho des heute erzielten Tarifkompromiss in Sindelfingen. Die Arbeitgebervertreter triumphierten heimlich für diesen kleinen Sieg gegen die IG Metall. Sichtlich gequält versuchte Berthold Huber und Jörg Hofmann in der Pressekonferenz den Abschluss als „ordentliches“ Ergebnis zu verkaufen. „Mehr wäre wohl auch mit einem Arbeitskampf nicht erreicht worden. Trotzdem sprechen natürlich auch die Arbeitgeber von schweren Belastungen. Verzichten auf triumphale Rhetorik, wohl aus Rücksicht ihres Tarifpartners, die ja auch noch das „ordendilche“ Ergebnis von den Mitgliedern absegnen lassen will.

Die Fakten: (Übersicht)

In der vierten Verhandlungsrunde haben sich die Tarifparteien der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie auf ein Ergebnis verständigt.Für die Monate November und Dezember 2008 sowie Januar 2009 erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 510 Euro, fällig im Dezember 2008.Die Entgelte der über 850.000 Beschäftigten der Branche werden ab 1. Februar 2009 um 2,1 Prozent vorab erhöht.Von Mai 2009 gilt dann die volle Tabellenerhöhung in Höhe von 4,2 Prozent. Diese zweite Anhebung von 2,1 Prozent kann betrieblich bis zu sieben Monate verschoben werden. Hierzu bedarf es einer freiwilligen Betriebsvereinbarung.
Für Mai bis Dezember 2009 gibt es eine weitere Einmalzahlung von je 0,4 Prozent eines Monatsentgeltes. Die Gesamtlaufzeit der Vereinbarung beträgt 18 Monate, bis April 2010.

IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann zeigte sich trotz schwieriger Verhandlungen mit dem Ergebnis zufrieden. „Es ist uns gelungen einen Arbeitskampf in letzter Sekunde abzuwehren. Die Verhandlungen standen anfangs unter keinem guten Stern. Trotzdem konnten wir den Gordischen Knoten durchtrennen und ein Ergebnis finden. Ohne die massiven Warnstreiks von etwa 172 500 Metallerinnen und Metallern wäre dieser Abschluss nicht zustande gekommen.“Quelle:

Also doch die üblichen Spielchen. Hoch Fordern, niedrig anbieten, Warnstreiks, Presseschlacht, Einigung irgendwo in der Mitte des erträglichen. Heute um eine neue Floskel erweitert. „Ordentliches Ergebnis“ So werden es wohl die Beschäftigten sehen, die sich natürlich mehr erhofft hatten.
Die Ökonomen, Politiker und Wirtschaftsvertreter sprechen von Verantwortlichen Abschluss. Was auf dem ersten Blick unterschiedlich anhört, ist in Wirklichkeit normale Tarifpolitik. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Netzschau zum Thema

News.de: 4,2% mehr Lohn lesen
Pressemitteilung IG Metall: lesen
Pressemitteilung Gesamtmetall: lesen

ruhrpottforum.de - Der Treffpunkt im Ruhrgebiet

 

 

Diskussinsthread: Tarifkonflikt Metall: Übliche Spielchens?

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Metallindustrie: Die üblichen Spielchen?

Tarifrunde 2008/2009 in der Metall und Elektoindustrie

Die Metall und Elektroindustrie startete im Herbst dieses Jahres in die Tarifrunde 2008/2009Die Fronten sind verhärtet. Die IG Metall fordert 8% mehr Lohn. Gesamtmetall bietet zunächst 2,1 % an.

Die üblichen Spielchen:

„Die 0,8 Prozent eines Jahreseinkommens für die beiden Restmonate von 2008 bedeuten auf ein Jahr hochgerechnet rund 5,3 Prozent Erhöhung für jeden der beiden Monate und tragen insofern dem zumindest bis Mitte des Jahres noch ordentlichen wirtschaftlichen Ergebnis Rechnung……“ PI Gesamtmetall 

So werden aus 0,8 %,  5,3 %. Interesanntes Rechenbeispiel Die IG Metall reagiert mit Warnstreiks.

– Wirklich nur üblich Spielchen?
– Kommt es zu einem schweren Tarifkonflikt? Oder wird sich der Tarifabschluss an den  paritätischen Tarifbewegungen 2008 der anderen Branchen orientieren?

Stahlindustrie:

Lufthansa:

Öffentlicher Dienst:

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nav emo diskot


Diskussionen zum Tarifkonflikt

politik logoforum

Politik.de: IG Metall fordert 8% mehr Lohn

Forum: derwesten  Forderung angemessen?

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Lufhansa: verdi Mitglieder sagen "Ja"

Troubel bei ver.di erst einmal beendet.
51% stimmten für den Tarifkompromiss bei der Lufthansa!

DNZS Logo35Wie wir auf der Homepage (1) von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di entnehmen, stimmten bei der zweiten Urabstimmung 51%  der abgegebenen Stimmen für die Annahme des Tarifkompromiss. Der Tarifvertrag gilt zunächst überwiegend für das Bodenpersonal bei der Lufthansa.

Die Annahme war nicht klar, weil viele Beschäftigte wegen der Rekordergebnisse der letzten Jahre unzufrieden erschienen.(siehe Trouble bei verdi) Zumal das oppositionelle Netzwerk-verdi zu einer „Nein“ Kampagne aufgerufen hatte (1)
Das Netzwerk wertete das Ergebnis als Ohrfeige für die Gewerkschaftsführung.
(hier die Presserklärung)

Schließlich haben viele frustrierte erst gar nicht teilgenommen, liest man in der Pressemitteilung des Netzwerkes.
Der Verhandlungsführer Erhard Ott betonte, dass auch die kritischen Stimmen zum Ergebnis in die Tarifpolitik seiner Gewerkschaft im Lufthansakonzern einfließen würden.
(1)

Die Lufthansa atmet wohl aus. Zumindest ein Tarifkonflikt ist nun gelöst. Die nächsten Verhandlungen stehen aber bereits bevor. Für das Kabinenpersonal, sowie für die Piloten müssen sie weitere Tarifverhandlungen führen. Hier verhandelt der Konzern aber mit den jeweiligen Ständegewerkschaften Ufo und Cockpit. Auch hier ist mit Arbeitskämpfen zu rechnen.

Quellennachweise: (1…https://verkehr.verdi.de/luftverkehr/airlines/lufthansa vom 14.08.2008)
                                (2…http://www.netzwerk-verdi.de/99.0.html  vom 14.08.2008)

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Tarifverhandlungen Nahverkehr Sachsen & Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt finden Tarifverhandlungen für den Nahverkehr statt.

Aus Zeitgründen können wir hier nicht ganz ausführlich berichten. Sobald wir genaure Informationen haben, werden wir diese hier veröffentlichen. Uns liegt lediglich die kritische Position des Netzwerk-verdi vor hier

Eine aussagekräftige Pressemitteilung aus dem Gewerkschafts- oder Arbeitgeberlager lässt sich leider nicht öffentlich ablesen. Für Hinweise wären wir sehr dankbar. Auch eigene Berichte können hier über dieses Thema, aber auch über andere Themen gebloggt werden. eMAil an die Redaktion redaktion@dienetzschau.de reicht aus.

Herzlichst. Euer Marty Ludischbo

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In Berlin wird weiter gestreikt

Streiks : Bürgebüros, Ordnungsämter und Kitas

                                         Streiks in den Berliner Bürger- und Ordnungsämtern

DNZS Logo

In der Zeit vom 13. bis 15. Mai 2008 werden die Berliner Bürger- und Ordnungsämter in den Streik gerufen. Daneben werden auch die Beschäftigten des Landesamtes für Bürger-

und Ordnungsangelegenheiten (LABO) zum Streik aufgerufen. Das hat heute die zuständige gewerkschaftliche Tarifkommission beschlossen.
Hintergrund des Streiks ist der Tarifkonflikt im Berliner öffentlichen Dienst. Hier fordern die Gewerkschaften, dass Berlin Anschluss an die allgemeine Tarifentwicklung hält und auch in Berlin die Erhöhungen gezahlt werden, die Beschäftigte in anderen Bundesländern bereits erhalten.

Das heißt im Einzelnen:

– Eine prozentuale Erhöhung der Monatseinkommen – wie im Bund, den Bundesländern und Städten und Gemeinden,

– eine Übertragung der schon in anderen Bundesländern tabellenwirksamen Erhöhung von 2,9 Prozent für die Angestellten, wie mit der Tarifgemeinschaft der Länder tariflich vereinbart,

– zusätzlich die Einkommen um das Volumen der bisher vorenthaltenen Einmalzahlungen (3 x 300 € für 2005 – 2007) zu erhöhen,

– eine Übertragung der für den kommunalen Bereich (VKA) vereinbarten tabellenwirksamen Erhöhung von 50 € Sockelbetrag plus 3,1 Prozent für Arbeiter/innen (für 2009 2,8 Prozent und 225 € Einmalzahlung)

Streik in den Kitas der Berliner Eigenbetriebe

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Beschäftigten in den Kitas der Berliner Eigenbetriebe und für Erzieher/innen und Sozialpädagog/innen an den Schulen und in den Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen für den 20. und 21. Mai 2008 – ganztägig zum Streik aufgerufen.
Die Beschäftigten aus den Kitaeigenbetrieben, aus dem Freizeitbereich der Schulen und aus den Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen zeigen auch, dass ihre Geduld am Ende ist. Sie wollen nicht weiter abgehängt sein von den allgemeinen Tarifentwicklungen und fordern den Anschluss an die bundesweiten Abschlüsse.

Die Beschäftigten treffen sich  

           am 20. Mai 2008 ab 9.30 Uhr am Adenauerplatz, ab 10.00 Uhr zieht ein Trauermarsch zum Breitscheidplatz, wo eine Kundgebung stattfinden wird; Motto: „Aus Trauer wird Kampf“

           am 21.Mai 2008 ab 9.30 Uhr bei der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Um 10.00 Uhr ziehen die TeilnehmerInnen zum Roten Rathaus, wo es eine Kundgebung mit Sketchen und anderen Darbietungen aus dem Arbeitsalltag der StreikteilnehmerInnen geben wird.

 

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Verdi setzt KAV Berlin Ultimatum

Bis Freitag will verdi eine Antwort vom KAV-Berlin, BVG und Senat haben. Verdi droht mit Streiks eventuell schon wieder ab Samstag!

Am Samstag findet auch das Pokalendspiel im Berliner Olympiastadion statt.

Knackpunkt scheint wohl die Verteilung  zwischen Alt und Neubeschäftigten zu sein. Was sich öffentlich wirksam gut anhört. Der Senat will gerade für die Neubeschäftigten Angleichungen zu den Altbeschäftigten durchsetzen. Eigentlich hätte man so eine Forderung von den Gewerkschaften erwartet. Allerdings wollen die Arbeitgeber anscheinend für die Altbeschäftigten eine Nullrunde. Eine Verrechnung der Lohnerhöhungen mit den persönlichen Zulagen soll für die Altbeschäftigten abverlangt werden. Das wird verdi nur sehr schwer aktzeptieren können. Schließlich haben sie sicherlich bei den Alt-Beschäftigten die meisten Mitglieder.

                                                          Homepage verdi Berlin – Offener Brief an Frau Pfeiffer

 

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